Gold auf Rekordjagd: Warum 2026 das Jahr der Wahrheit wird

Während die meisten Anleger noch über Bitcoin diskutieren, hat Gold 2025 still und leise die beste Performance seit 1979 hingelegt. Doch das könnte erst der Anfang sein – wenn diese drei Faktoren zusammenkommen.

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Liebe Leserinnen und Leser, Ihr Goldfinger meldet sich zurück – und diesmal mit Zahlen, bei denen selbst hartgesottene Aktienfans ins Grübeln kommen dürften. Während an den Stammtischen noch über die neuesten Krypto-Hypes debattiert wurde, hat unser geliebtes Gold im Jahr 2025 einfach mal 60 Prozent zugelegt. Die beste Jahresperformance seit 1979! Mehr als 50 neue Allzeithochs. Von 2.624 US-Dollar im Januar auf zeitweise über 4.550 US-Dollar im Dezember. Chapeau!

Die Zentralbanken kaufen, als gäbe es kein Morgen

Doch was steckt hinter dieser beispiellosen Rally? Zunächst einmal: Die Notenbanken dieser Welt haben offenbar erkannt, was wir Gold-Enthusiasten schon lange wissen. Seit 2022 kaufen die Zentralbanken jährlich etwa 1.000 Tonnen Gold – eine glatte Verdopplung gegenüber den Jahren zuvor. Polen hat sich als besonders kaufwütig erwiesen und seine Reserven mehr als verdoppelt. Fast 90 Tonnen in 2024 – Weltrekord! Auch China und die Türkei greifen kräftig zu.

Die Europäische Zentralbank beziffert den Anteil der Zentralbanken an der globalen Goldnachfrage mittlerweile auf über 20 Prozent. In den 2010er-Jahren waren es gerade mal zehn Prozent. Was sagt uns das? Die Währungshüter dieser Welt trauen ihren eigenen Papierwährungen offenbar nicht mehr so recht über den Weg. Und wer kann es ihnen verdenken?

Die Zentralbanken kaufen, als gäbe es kein Morgen. (Bildquelle: marktEINBLICKE)

Staatsverschuldung auf napoleonischem Niveau

Hier kommen wir zum Kern der Sache: Die Staatsverschuldung der entwickelten Volkswirtschaften hat den höchsten Stand seit den napoleonischen Kriegen erreicht. Kein Scherz! Und der Internationale Währungsfonds prognostiziert für 2026 praktisch überall Primärdefizite. Mit anderen Worten: Es wird munter weiter Geld gedruckt. Was ist die logische Konsequenz? Genau – mehr Anleger flüchten in den sicheren Hafen Gold.

Die Investorennachfrage schoss 2025 von 1.200 auf voraussichtlich 2.100 Tonnen hoch. Gold-ETFs verzeichneten Zuflüsse von 77 Mrd. US-Dollar. Die Bestände stiegen um über 700 Tonnen. Und das, obwohl viele Finanzberater noch immer behaupten, Gold werfe keine Rendite ab. Nun ja, 60 Prozent sind auch keine Rendite, wenn man so will…

2026: Die Experten werden euphorisch

Kommen wir zum wirklich Spannenden: Was erwartet uns 2026? Die führenden Investmentbanken überbieten sich geradezu mit optimistischen Prognosen. UBS sieht 4.500 US-Dollar. Goldman Sachs prognostiziert 4.900 US-Dollar. J.P. Morgan traut sich sogar an die 5.000-US-Dollar-Marke heran – mit langfristigem Potenzial bis 6.000 US-Dollar. Bank of America? Ebenfalls 5.000 US-Dollar durchschnittlich.

Der World Gold Council, immerhin die Stimme der Goldindustrie, rechnet im Basisszenario mit einem Plus von 5 bis 15 Prozent. Sollten die geopolitischen Spannungen weiter zunehmen – und danach sieht es aus –, seien sogar 15 bis 30 Prozent Zuwachs drin. Man muss kein Goldfinger sein, um zu erkennen: Das Umfeld bleibt goldfreundlich.

Die Fed als unfreiwilliger Goldförderer

Die US-Notenbank hat die Zinsen zwar von ihren Höchstständen um 100 Basispunkte gesenkt, verharrt nun aber bei 4,25 bis 4,50 Prozent. Für Januar 2026 erwarten 76 Prozent der Marktteilnehmer keine Veränderung. Doch mittelfristig dürften die Zinsen weiter sinken – gut für Gold, denn das Edelmetall wirft bekanntlich keine Zinsen ab. Je niedriger die Alternativrenditen, desto attraktiver wird unser gelbes Metall.

Ein Schmunzeln zum Schluss

Besonders amüsant: In Deutschland nannten Anfang 2025 ganze 41 Prozent der Befragten Gold als bevorzugtes Anlageprodukt – gegenüber 14 Prozent im Vorjahr. Die deutschen Sparer, sonst eher für Sparbücher und Bausparverträge bekannt, entdecken das Gold. Wenn das nicht bullish ist!

Natürlich gibt es Risiken. Sollte die Wirtschaft einbrechen, könnte verstärktes Goldrecycling den Markt belasten. Und wenn die Zentralbanken ihre Käufe drosseln, würde eine wichtige Stütze wegbrechen. Doch das sind Konjunktive. Die Fakten sprechen eine klare Sprache: strukturelle Unterstützung durch Schuldenkrisen, geopolitische Unsicherheiten und eine breite Käuferbasis vom privaten Anleger bis zur Notenbank.

Mein Fazit: 2026 wird spannend. Die 5.000-US-Dollar-Marke ist greifbar. Und wer weiß – vielleicht erleben wir ja die nächste große Gold-Ära.

Herzlichst,

Ihr

Goldfinger

Diese Kolumne stellt keine Anlageberatung dar, sondern ein Stimmungsbild mit goldenem Augenzwinkern.