Liebe Leserinnen und Leser,
willkommen im Jahr 2026 – oder: dem Jahr der großen Fragezeichen. Nach einem volatilen 2025 haben wir drei Dinge gelernt: Extreme Entwicklungen haben Grenzen, Megatrends sind stärker als Notenbank-Launen, und das Finanzsystem wandelt sich rasanter als gedacht.
Venezuela, Trump und das große Rätselraten
Die Welt ist ein Irrenhaus, und die Börse schaut fasziniert zu. Venezuela liefert eine Vorstellung, die niemand bestellt hat. Doch die Märkte steckten den Schock weg wie lauwarmen Kaffee. Der S&P 500 startete solide ins Jahr, echte Euphorie? Fehlanzeige. Anleger halten sich zurück, denn: Business as usual geht wieder. Am Freitag kamen wieder US-Arbeitsmarktdaten. Anders gesagt:
Nach dem Regierungs-Shutdown werden Konjunkturdaten wieder regulär veröffentlicht. Das klingt gut – mehr Transparenz. Aber es bedeutet: Die Märkte werden nervös bei jeder neuen Zahl. Sind starke Arbeitsmarktdaten gut, weil sie Konsum stützen? Oder schlecht, weil sie Inflation schüren? Willkommen im ewigen Börsen-Dilemma.
Die US-Sparquote lag im September bei mageren 4,7 Prozent. Zum Vergleich: Deutsche sparten 10,7 Prozent. Die Amerikaner konsumieren ohne Puffer – alles hängt am Arbeitsmarkt. Brechen Jobs weg, wird es eng.
Dann die Zwischenwahlen 2026. Historisch die schwierigste Phase im Präsidentschaftszyklus. Die Regierungspartei verliert meist Sitze, Anleger werden nervös. Diesmal die Frage: Was wird aus den „Magnificent Seven“? Nach drei Jahren mit zweistelligen Renditen (2023: 26,3 Prozent, 2024: 24,8 Prozent, 2025: 17,9 Prozent beim S&P 500) fragen sich viele: Ist die Party vorbei?
Die sechs Säulen der Hoffnung
Doch es gibt Optimisten. Manche erwarten für 2026 ein US-Wachstum von knapp 3 Prozent – deutlich über dem Konsens von 1,9 Prozent. Warum?
Erstens: Die Reichen konsumieren weiter. Die obersten zehn Prozent der US-Haushalte stehen für die Hälfte der Konsumausgaben. Dank steigender Aktien- und Immobilienpreise fühlen sie sich pudelwohl. Zweitens: Trumps Steuergeschenke könnten auch den weniger Betuchten mehr Geld bringen. Events wie America250, Olympische Winterspiele und Fußball-WM sind Wirtschaftsbooster. Drittens: Die Unternehmensausgaben ziehen an.
Viertens: Der Immobilienmarkt könnte sich erholen. Fallende Zinsen und positive Reallöhne könnten die Frühjahrssaison ankurbeln. Fünftens: Die US-Zollpolitik wirkt. Das Handelsdefizit sank nach Trump-Zöllen von 1,54 Billionen auf 760 Mrd. US-Dollar. Sechstens: Die Inflation schwächt sich ab – ein Vierjahrestief.
Das Paradox der Pessimisten
Hier wird es jetzt interessant: Trotz positiver Signale ist die Stimmung mies. Unternehmen und Verbraucher sind pessimistisch wie selten. Warum? Zu viele Nachrichten. Oder nach drei Jahren Börsenparty kommt der Kater.
Doch genau das könnte die Chance sein. Wenn alle pessimistisch sind und Fundamentaldaten stark bleiben, ist das oft ein Kaufsignal.
Was bedeutet das für Ihre Geldanlage? Ruhe bewahren. Die Börse mag kurzfristig nervös sein, aber langfristige Trends – Demografie, Technologie, grüne Transformation – laufen weiter. Hier kommen Baustein-Aktien ins Spiel.
Baustein-Aktien sind Unternehmen mit soliden Geschäftsmodellen, nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen und der Fähigkeit, durch Wirtschaftszyklen zu navigieren. Nicht die schnellste Rakete, aber das Fundament für langfristigen Vermögensaufbau. Während die „Magnificent Seven“ verschnaufen, während politische Unsicherheit für Volatilität sorgt, bleiben Baustein-Aktien verlässlich, dividendenstark, langfristig orientiert.
Die Kunst 2026 wird es sein, nicht jedem Geräusch hinterherlaufen. Venezuela-Schock? Abgehakt. Arbeitsmarktdaten? Wichtig, kein Weltuntergang. Zwischenwahlen? Historisch schwierig, kein Grund zur Panik. Die Frage ist, ob Ihr Portfolio so aufgestellt ist, dass Sie nachts ruhig schlafen können.
Unser mE-Fazit
2026 wird kein einfaches Jahr. Aber wann war es das je? Die Börse ist ein ständiges Abwägen zwischen Gier und Angst, Hoffnung und Realität. Wer auf Baustein-Aktien setzt – Qualitätsunternehmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen, soliden Bilanzen und verlässlichen Dividenden – baut ein Fundament, das stürmischen Zeiten standhält.
Bleiben Sie gelassen, bleiben Sie investiert, und vergessen Sie nicht zu schmunzeln, wenn die nächste Schlagzeile Panik verbreitet. Die Börse belohnt am Ende die Geduldigen.
Ihre marktEINBLICKE-Herausgeber
Christoph A. Scherbaum & Marc. O. Schmidt
P.S. Alle Daten der Daten der kommenden Handelswoche und Prognosen finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.








