Warum 2026 zum Wendepunkt für Krypto werden könnte

Während Aktien und Gold nahe ihren Höchstständen notieren, zählt Krypto derzeit zu den wenigen Anlageklassen, die weiterhin mit einem Abschlag gehandelt werden.

(Bildquelle: pixabay / EivindPedersen)

Im Jahr 2025 hatten die Kryptomärkte mit konkurrierenden Liquiditätsmagneten zu kämpfen. Der KI-Hype, eine historische Goldrallye und krypto­nahe Aktien zogen Kapital an, das früher zyklische Umschichtungen innerhalb des Kryptomarktes antrieb. Zwar dominierten ETF- und DAT-Zuflüsse weite Teile des Jahres, doch im Herbst kühlten sie spürbar ab. Das machte deutlich, wie stark dieser Zyklus von institutionellen Kapitalströmen geprägt war und wie gering die Rolle klassischer, durch Privatanleger getriebener Dynamiken ausfiel.

Für 2026 wendet sich das makroökonomische Umfeld jedoch spürbar zum Besseren. Bilanzverkürzungen laufen aus, während eine lockerere Geldpolitik wahrscheinlicher wird. Politische Anreize im Vorfeld der US-Midterm-Wahlen sprechen zusätzlich für ein liquiditätsfreundliches Umfeld. Gleichzeitig startet Krypto mit der stärksten fundamentalen Ausgangslage aller bisherigen Zyklen in das neue Jahr.

Auf der Nachfrageseite beginnt eine zweite Phase institutioneller Zuwendung. Große Finanzvertriebe erweitern den Zugang zu Krypto-Anlageprodukten, Rentenkonten entwickeln sich zu einer strukturellen Nachfragequelle, und erste staatliche Investoren testen den Markt. Daraus entsteht eine tiefere, langsamere und belastbarere Nachfragebasis, als sie der Kryptomarkt bislang kannte. Eine zunehmend konstruktive regulatorische Haltung verstärkt diesen Trend.

Während Aktien und Gold nahe ihren Höchstständen notieren, zählt Krypto derzeit zu den wenigen Anlageklassen, die weiterhin mit einem Abschlag gehandelt werden.

Ein Gastbeitrag von Dominic Weibel

Er ist Head of Research bei Bitcoin Suisse.

 

 

 

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