Für Kreuzfahrtunternehmen wird die See deutlich rauer. Offenbar müssen auch die Betreiber der Ozeanriesen der Inflation, der schwierigen Konjunktur und den geopolitischen Unsicherheiten zunehmend Tribut zollen. Ein besonderer Fokus gilt im Vorfeld der Berichtssaison in diesem Sektor dem Markt in der Karibik.
Luxus wird noch mehr hervorgehoben
In einer solch schwierigen Phase können hochpreisige, luxuriöse Angebote dabei helfen, sich robust zu präsentieren. Bei diesen Angeboten sind Kinder nicht immer vorgesehen. Ein Grund, warum sich die zur Norwegian Cruise Line Holdings (WKN: A1KBL8 / ISIN: BMG667211046) gehörende Luxuskreuzfahrtlinie Oceania Cruises dazu entschlossen hat, für alle neuen Buchungen ausschließlich Gäste ab 18 Jahren zuzulassen. Auf diese Weise will man das Ambiente an Bord verbessern und den Vorlieben der Gäste gerecht werden. Damit läute die laut eigenen Aussagen weltweit führende Luxuskreuzfahrtgesellschaft mit Schwerpunkt auf Kulinarik und Reisezielen „eine neue Ära der Ruhe und Eleganz auf See ein“. Wir sind gespannt.

Gespannt warten Anleger auf die Bekanntgabe der Ergebnisse zum vierten Quartal 2025. Citigroup-Analyst James Hardiman erwartet insgesamt „konservative“ Aussichten von den Kreuzfahrtunternehmen während der Berichtssaison. Indikatoren würden darauf hindeuten, dass sich entweder die Nachfrage verlangsamt hat oder das Angebot auf dem karibischen Markt „überfüllt“ ist – oder dass eine Kombination aus beidem vorliegt. Im Fall der Aktie von Norwegian Cruise Line bedeutet dies dennoch eine Kurszielanhebung von 26,00 auf 29,00 US-Dollar sowie eine Bestätigung des „Buy“-Ratings.
Fragezeichen bei Royal Caribbean
Besonders interessant wird der Blick auf die jüngsten Geschäftszahlen von Royal Caribbean (WKN: 886286 / ISIN: LR0008862868). Schließlich hat sich der Konzern in den vergangenen Jahren in der Branche mit immer größeren, mit immer umfangreicheren Angeboten für die ganze Familie ausgestatteten Schiffen hervorgetan. Citigroup-Analyst James Hardiman sieht hier vor allem kurzfristig einige Risiken.

Bei Royal Caribbean steigt das Kursziel im Vorfeld der Bekanntgabe der Ergebnisse zum vierten Quartal von 328,00 auf 332,00 US-Dollar, während die „Buy“-Einschätzung ebenfalls beibehalten wird. Es wird jedoch eine „Downside-30-Tage-Kurzfristprognose“ eröffnet. Der Experte geht neben einer Nachfrageabschwächung und einem „überfüllten“ karibischen Markt zusätzlich davon aus, dass die Renditekennzahlen von Royal für das Geschäftsjahr 2025 wahrscheinlich hinter den Schätzungen der Wall Street zurückbleiben werden.
Das marktEINBLICKE-Fazit
Angesichts der schwieriger werdenden Marktbedingungen müssen Anleger im Kreuzfahrtbereich genauer hinschauen. Wie in so vielen Sektoren gilt dabei auch hier das Luxussegment als eine gewisse Absicherung in Krisenzeiten.









