Zu seinem Abschied hat Warren Buffett unter anderem mit dem Verkauf von Anteilen an BYD (WKN: A0M4W9 / ISIN: CNE100000296) für Aufsehen gesorgt. Seine Beteiligungsgesellschafft Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2 / ISIN: US0846707026) hatte diese nach 17 Jahren mit großen Gewinnen abgestoßen. Zuletzt wehte dem chinesischen Batterie- und Elektroautospezialisten wiederum einiges an Gegenwind entgegen.
BYD-Elektroautogeschäft unter Druck
BYD durchlief in den vergangenen Jahren eine sehr erfolgreiche Phase. Selbst den großen US-Konkurrenten Tesla konnte man dabei in die Schranken weisen. Zuletzt waren jedoch vermehrt Risse im Hochglanzautolack zu sehen. Schließlich waren der Erfolg und das starke Wachstum teuer erkauft – und dies im wahrsten Sinne des Wortes. BYD und andere chinesische Elektroautobauer gewährten im Kampf um Marktanteile enorme Preisnachlässe. Die Rabattschlacht sorgte für einen erheblichen Druck auf die Renditen, bis es selbst der Pekinger Regierung irgendwann zu bunt wurde.
Schließlich will man als Vorzeige-Hochtechnologieland weltweit bekannt sein und nicht auf immer und ewig als Produzent von Billigwaren gelten. So kam es, dass die BYD-Aktie nach einem zwischenzeitlichen Höhenflug zuletzt rund 35 Prozent gegenüber den im Frühjahr des Vorjahres erreichten Zwischenhochs einbüßte. Die Analysten bei Bernstein sehen jedoch reichlich Potenzial bei BYD, da sich Börsianer derzeit zu sehr auf das Geschäft mit Elektroautos fokussieren und den Batteriebereich bei der Bewertung nahezu vollständig außen vor lassen würden.
BYD setzt auch auf Batterien
Bei Bernstein wird die BYD-Aktie weiterhin mit „Outperform“ bewertet. Unter anderem wird darauf verwiesen, dass das Unternehmen gemessen an den Installationen in Elektrofahrzeugen der zweitgrößte Batteriehersteller der Welt sei. BYD würde 70 Prozent mehr Batterien absetzen als der drittgrößte Anbieter.
Angesichts des derzeitigen Drucks auf dem chinesischen Elektroautomarkt erscheint die Bewertung von BYD laut Aussagen der Bernstein-Experten gedrückt. Dabei würden der Wert und das Wachstumspotenzial, das in den Batterieanlagen von BYD steckt, übersehen. Die Bernstein-Analyse zeige, dass allein das Batteriesegment fast so viel wert sei wie die gesamte Marktbewertung des Unternehmens.
Zumal BYD auch im Bereich erneuerbare Energien mit Batteriespeicherlösungen aufwarten kann. Es wird daher darauf verwiesen, dass sich die Lieferungen von BYD-Batterien im Bereich der Energiespeichersysteme im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt hätten, während sich die Lieferungen an Fahrzeughersteller wie Xiaomi, Xpeng und Toyota fast verdreifacht hätten.
Das marktEINBLICKE-Fazit
Der schwächelnde Elektroautomarkt kann derzeit nicht gerade für Anlegerfantasien rund um die BYD-Aktie sorgen. Diese bietet nach dem jüngsten Kursrücksetzer jedoch eine günstige Einstiegsgelegenheit, während das Unternehmen diversifizierter aufgestellt ist, als es manchmal den Anschein hat.









