Es ist gar nicht so lange her, dass Netflix (WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061) in den Augen vieler Anleger nichts falsch machen konnte. Die Euphorie rund um den Sieger der „Streaming Wars“ hat inzwischen merklich nachgelassen. Und dies nicht nur angesichts des teuren Deals zur Übernahme von Warner Bros. Discovery.
Licht und Schatten in den Netflix-Ergebnissen
Im abgelaufenen Geschäftsjahr fuhr Netflix Werbeeinnahmen im Volumen von etwa 1,5 Mrd. US-Dollar ein. Am Markt hatte man sich jedoch deutlich mehr vorgestellt. Zumal gerade dieser Bereich zu den wichtigsten Wachstumsfaktoren beim Streaming-Anbieter gehört und zu einem großen Teil für die zwischenzeitliche Euphorie rund um Netflix verantwortlich war.
Die Ergebnisse zum abgelaufenen vierten Quartal 2025 lagen wiederum oberhalb der Konsensschätzungen, allerdings enttäuschte der Konzern mit dem Margenausblick für das laufende erste Quartal und das Gesamtjahr 2026. Der anstehende Deal rund um Warner Bros. Discovery ist in dieser Hinsicht zumindest kurzfristig keine Hilfe. Während man im abgelaufenen Dreimonatszeitraum die Marke von 325 Millionen Abonnenten überspringen konnte, waren Börsianer mit dem Blick auf das User-Engagement unzufrieden.
Die Sorge ist nicht nur, dass Streaming-Konkurrenten die Online-Bildschirmzeit von Netflix-Usern stehlen könnten, sondern vielmehr der Trend hin zum Schauen kürzerer Videos auf YouTube oder TikTok. Alles in allem bleiben Analysten optimistisch in Bezug auf die Aussichten für Netflix, die Euphorie stellt sich nun aber etwas gedämpfter dar, während sich die Erkenntnis durchzusetzen scheint, dass viele der positiven Aspekte rund um Netflix eingepreist sein könnten.
Netflix bleibt auf dem Wachstumspfad
Canaccord-Analystin Maria Ripps senkt das Kursziel im Fall von Netflix von 152,50 auf 125,00 US-Dollar. Das „Buy“-Rating wird jedoch bestätigt. Dazu verweist sie auf moderatere Engagement-Kennzahlen für das zweite Halbjahr 2025 sowie höhere prognostizierte Ausgaben für Inhalte und andere Bereiche für 2026. Dennoch dürften die Führungsposition von Netflix im Bereich Originalinhalte sowie Investitionen in lizenzierte Inhalte und neue Genres aus Analystensicht weiterhin für ein dauerhaftes Engagement der User und ein gesundes Umsatzwachstum sorgen. In Verbindung mit einer robusten Werbedynamik und einem disziplinierten Kostenmanagement glaubt die Expertin, dass der jüngste Kursrückgang einen attraktiven Einstiegspunkt darstellt.
Guggenheim-Analyst Michael Morris geht seinerseits davon aus, dass der Ausgang des Übernahmeangebots für Warner Bros. Discovery weiterhin ein wichtiger Stimmungsfaktor sein wird und die Kurssteigerungen in den nächsten drei Monaten wahrscheinlich begrenzt bleiben werden. Jefferies-Analyst James Heaney betrachtet die Zahlen für das vierte Quartal alles in allem als gemischt. Positiv ist aus Analystensicht zu vermerken, dass die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 mit einem Wachstum von 12 bis 14 Prozent leicht über den Erwartungen liegt und das Management seine durchgesickerten Ziele für 2030 bekräftigt habe. Insgesamt entwickelt sich Netflix aus Analystensicht gut im Hinblick auf seinen langfristigen Wachstumsalgorithmus.
Hamilton Faber, Analyst bei Rothschild & Co Redburn, behält im Fall der Netflix-Aktie zwar das „Buy“-Rating bei, stutzt das Kursziel jedoch deutlich von 145,00 auf 120,00 US-Dollar. Das Unternehmen habe im abgelaufenen Quartal laut Faber die Marke von 325 Millionen Abonnenten überschritten und damit die Konsensprognose erfüllt, während die Werbeeinnahmen im Jahr 2025 um das 2,5-Fache auf 1,5 Mrd. US-Dollar gestiegen seien. Die Konsensschätzung habe jedoch bei 2,5 Mrd. US-Dollar gelegen, was auf einen geringeren potenziellen Beitrag zum Wachstum auf mittlere Sicht hindeute.
Das marktEINBLICKE-Fazit
Netflix bleibt auf Wachstumskurs und behauptet seine starke Marktposition, doch die Phase ungebremster Euphorie ist vorerst vorbei. Zwar überzeugte der Konzern im vierten Quartal mit soliden Ergebnissen und weiter steigenden Abonnentenzahlen, jedoch dämpfen ein verhaltener Margenausblick, schwächer als erwartete Werbeeinnahmen und Sorgen um das User-Engagement die kurzfristigen Perspektiven. Hinzu kommen Unsicherheiten rund um die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery. Analysten sehen Netflix langfristig weiterhin gut positioniert, sodass der jüngste Kursrücksetzer als Einstiegsgelegenheit gesehen werden könnte.
Investoren, die nicht nur auf Netflix, sondern auf mehrere Unternehmen mit Bezug zum Wachstumsmarkt Technologie setzen möchten, sollten sich das Indexzertifikat auf den Tech-Giganten Index (WKN: DA0AC4 / ISIN: DE000DA0AC47) anschauen.









