Die Aktie von Intel (WKN: 855681 / ISIN: US4581401001) stürzte am Tag nach der Bekanntgabe der Q4-Ergebnisse um satte 17 Prozent ab. Der einstige Halbleitervorreiter konnte zwar mit den jüngsten Ergebnissen überzeugen, die Aussichten enttäuschten jedoch.
Schwache Aussichten bei Intel
Trotz des jüngsten Kurssturzes konnte die Intel-Aktie innerhalb eines Jahres mehr als 100 Prozent an Wert zulegen. Damit dürften viele Anleger die jüngste Zahlenbekanntgabe für Gewinnmitnahmen genutzt haben. Zumal der zwischenzeitlich kriselnde Konzern alles andere als über den Berg ist. Geholfen hatten zuletzt vor allem Investments von NVIDIA, SoftBank, aber auch der US-Regierung. Entsprechend positiv war die Stimmung im Vorfeld der Bekanntgabe der Ergebnisse zum vierten Quartal 2025.
Letztlich lagen Umsatz und EPS in Q4 über den Erwartungen, die Prognose zum laufenden ersten Quartal 2026 blieb aber unter den Erwartungen. Das Intel-Management erwartet für die Zeit zwischen Januar und März einen Break-even-Gewinn je Aktie und Erlöse von 12,2 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten zuletzt im Schnitt jedoch mit Werten von 8 Cents bzw. 12,56 Mrd. US-Dollar gerechnet. Dies war einer der Gründe für viele Analysten, sich in Bezug auf die weiteren Kursaussichten nicht gerade überschwänglich zu zeigen.
Ein langer Weg
Citigroup-Analyst Christopher Danely nutzte die Gelegenheit sogar dafür, um im Fall der Intel-Aktie das Kursziel von 50,00 auf 48,00 US-Dollar zu senken und das „Neutral“-Rating zu bestätigen. Nach Meinung des Analysten verbessern sich die Ausbeuten bei 18A. Bis zum zweiten Halbjahr 2026 wolle Intel zumindest branchenübliche Renditeniveaus erreichen. Zudem gebe es einiges an Optimismus rund um neue Kunden bei den neueren Intel-Chip-Technologien.
Mark Lipacis, Analyst bei Evercore ISI, verweist darauf, dass in Bezug auf Intels mehrjährigen Transformationsprozess weiterhin viel Arbeit zu tun sei. Er sieht das Chancen-Risiko-Verhältnis als ausgewogen an: Verbesserte operative Umsetzung und geopolitische Rückenwinde werden durch die hohe Bewertung sowie den mehrjährigen Aufwand ausgeglichen, der erforderlich sei, um Foundry-Kunden zu gewinnen und den Transistor-Rückstand bei 14A zu schließen.
Roth-MKM-Analyst Sujeeva De Silva sagt, das Unternehmen habe im vierten Quartal 2025 eine starke Nachfrage im Rechenzentrumsbereich gemeldet, jedoch zugleich einen Ausblick auf saisonal schwächere Umsätze im ersten Quartal 2026 sowie eine rückläufige Bruttomarge gegeben, die durch Einschränkungen infolge von Fertigungskapazitätsbegrenzungen beeinflusst seien.
Das marktEINBLICKE-Fazit
Die deutlichen Kursreaktionen im Fall der Intel-Aktie auf die jüngsten Quartalsergebnisse zeigen, dass die Erwartungen an den einstigen Chip-Giganten wieder etwas gestiegen sind. Während das Unternehmen operativ erste Fortschritte macht und von strategischen Investments sowie geopolitischem Rückenwind profitiert, bleibt der Ausblick verhalten und der Transformationsprozess langwierig. Analysten erkennen zwar Potenzial durch technologische Verbesserungen und neue Kunden, sehen jedoch zugleich Risiken durch hohe Bewertung, Margendruck und den weiterhin bestehenden technologischen Rückstand.
Anleger, die nicht nur auf Intel, sondern gleich auf 15 Aktien aus dem Wachstumsbereich Halbleiter und Chip-Industrie setzen wollen, schauen sich das Indexzertifikat auf den Chip Power Index (WKN: DA0ABM / ISIN: DE000DA0ABM7) an.









