Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Erst die zweite Ausgabe in diesem neuen Jahr 2019, und schon haben wir es eilig. Beziehungsweise – und um auch gleich den Grund für die Eile nachzuliefern – es herrscht Ausnahmezustand. Denn die sonst übliche Redaktionssitzung ist in dieser Woche ins Wasser gefallen. Oder besser, weil präziser, in den Schnee. Den schippen die Kollegen nämlich gerade, und zwar im Akkord (wenngleich die Lage in Stephanskirchen zum Glück bei weitem nicht so angespannt ist wie beispielsweise in Traunstein oder Berchtesgaden), weshalb ich mich nicht lange mit irgendwelchen Präliminarien aufhalte, sondern direkt zur Sache komme. Sprich, zu den Märkten. Die in dieser Woche fulminant starteten und – im Falle des DAX – bei 10.962 ein frisches 2019er-Top ausbildeten. Das bitte noch unter der Prämisse „Neu-Jahr“ zu werten ist, nach knapp acht Handelstagen hat eine solche Chartmarke noch nicht allzu viel Aussagekraft. Grund für den Höhenflug waren die unterstellten Erfolge beim Stuhlkreis in Peking, wo die Delegationen aus den USA und China die Untiefen ihres Handelskonfliktes ausloteten. Wieder einmal. Nichts Genaues weiß man allerdings noch nicht, die Verlautbarungen über die Ergebnisse der Gespräche blieben bislang unkonkret, weshalb auch wir nur raten können:

Darkening Skies

Sollte es tatsächlich zu einer Einigung zwischen den beiden Wirtschaftsmächten kommen, dürfte einer Erholungsrallye nichts im Wege stehen. Zunächst zumindest, die Ausgangslage ist angespannt genug, dass jederzeit ein neuer Krisenherd entflammen kann. Dazu zählt auch der Shutdown in den USA, der – sofern er über den Sonntag hinaus fortgesetzt wird – zum längsten Regierungsstillstand in der Geschichte des Landes würde. Passend dazu hat die Weltbank am Dienstag ihre Wachstumsprognose für die Vereinigten Staaten nach unten korrigiert, im laufenden Jahr rechnen die Experten mit 2,5%, im kommenden (in dem Trump wiedergewählt werden will) dürften es sogar nur noch 1,7% sein. Der Fairness halber sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass die Weltbank für die gesamte Weltwirtschaft schwarz (oder zumindest „Darkening Skies“ aufziehen) sieht. Dem können wir uns nur anschließen, allerdings ist die Börse bekanntlich keine Einbahnstraße, das muntere Auf und Ab wird uns also weiter begleiten. Damit uns dabei nicht langweilig wird, Stichwort USA, dürfte unter anderem der gute alte BREXIT in der kommenden Woche thematisch für etwas Abwechslung sorgen. Ab Dienstag soll über das Austrittsabkommen mit der EU abgestimmt werden. Eine Mehrheit ist dabei immer noch nicht sicher, die Gefahr eines ungeordneten Rückzugs der Briten aus der Gemeinschaft weiterhin gegeben. Und damit das Risiko anhaltend volatiler Märkte!

PrimequantsEin Beitrag von Sebastian Jonkisch von Prime Quants

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