Themen-ETFs sind ein effektiver Zugang zu Investmentthemen. Man wählt das Thema, kauft den Indexkorb und glaubt, damit das Wesentliche abgedeckt zu haben. Bei KI-ETFs ist die Versuchung besonders groß, nur ist KI als Label dehnbar. In der Praxis landet man schnell bei einem Big-Tech-Übergewicht nahe der NASDAQ. Wenige US-Schwergewichte dominieren das Indexprofil, während andere Teile der Wertschöpfungskette kaum sichtbar werden.
Entscheidend ist daher die Index-Logik. Das Konzept des TEQ – General Artificial Intelligence Index zieht die Grenze beispielsweise dort, wo der Bezug zur KI-Wertschöpfungskette substanziell ist. Das vermeidet Narrow-AI-Speziallösungen und schließt Unternehmen aus, die KI lediglich als Werkzeug in Produkten oder Prozessen einsetzen. Stattdessen wird die General-AI-Wertschöpfung als Ökosystem abgebildet, von AI-Entwicklern und Cloud-Providern über Recheninfrastruktur, AI-Chips und Chipfertigung bis zu Datenplattformen und IT-Sicherheit. Auch geografisch lässt sich ein reiner US-Fokus vermeiden, wenn relevante Titel aus Europa und Asien einbezogen werden.
Ebenso wichtig ist, wie die Konzentration begrenzt wird. Eine reine Gewichtung nach Marktkapitalisierung führt bei KI-Indizes oft zu Mega-Cap-Dominanz, der Long Tail bleibt zwar im Index, prägt das Risiko-Rendite-Profil aber kaum. Unser Index arbeitet deshalb mit Gewichtungskorridoren je Titel, um Klumpenrisiken zu dämpfen und die Breite des Ökosystems investierbar zu halten. Für Anleger ist das die zentrale Leitfrage. Entscheidend ist neben dem Thema auch die Regeln, nach denen es umgesetzt wird.
Ein Kommentar von Frank Thelen
Er ist Gründer & CEO bei TEQ Capital
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