„Krypto-Winter“ für Coinbase & Robinhood

Bitcoin schwächelt – und mit ihm Coinbase und Robinhood. Analysten senken Kursziele, doch langfristig bleibt Potenzial trotz „Krypto-Winter“.

(Bildquelle: Unsplash/Jeremy Bezanger)

Der Bitcoin steckt derzeit im Bereich der Marke von 67.000 US-Dollar fest. Die Stimmung am Kryptomarkt ist gedrückt. Entsprechend ist auch bei einstigen Bitcoin- und Kryptogewinnern wie Coinbase (WKN: A2QP7J / ISIN: US19260Q1076) und Robinhood (WKN: A3CVQC / ISIN: US7707001027) der Wurm drin.

Coinbase bleibt unter den Erwartungen

Mizuho-Analyst Dan Dolev hat sich im Zuge des jüngsten Ausverkaufs bei Bitcoin & Co. die beiden Emporkömmlinge im Bereich Vermögensverwaltung und Handelsplattformen näher angeschaut. Dabei senkt er das Kursziel für Coinbase von 280,00 auf 170,00 US-Dollar, bestätigt aber das „Neutral“-Rating.

Er begründet die Senkung des Kursziels mit den niedrigeren Bitcoin-Preisen. Die Fundamentaldaten des Betreibers von Kryptohandelsplattformen stünden unter Druck, da der „Kryptowinter“ auch im vierten Quartal weiterhin die Gewinne belastet habe. Coinbase hatte für den abgelaufenen Dreimonatszeitraum Umsätze unter den Erwartungen abgeliefert.

Diese lagen bei 1,78 Mrd. US-Dollar gegenüber Konsensschätzungen von 1,82 Mrd. US-Dollar. Auch beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lief es überraschend schlecht. Bei Erwartungen von 656 Mio. US-Dollar lieferte Coinbase nur 566 Mio. US-Dollar ab. Das Urteil einiger Analysten fiel nicht besonders positiv aus, während andere der Ansicht sind, dass Anleger Coinbase falsch einschätzen würden.

Wird Coinbase falsch eingeschätzt?

Mit Verweis auf die verfehlten Erwartungen bei Umsatz und EBITDA hatte Barclays-Analyst Benjamin Budish das Kursziel für Coinbase von 258,00 auf 148,00 US-Dollar gesenkt und das „Equal Weight“-Rating bestätigt. Benchmark-Analyst Mark Palmer senkt seinerseits das Kursziel für Coinbase von 421,00 auf 267,00 US-Dollar, bestätigt jedoch die „Buy“-Einschätzung. Die Ergebnisse zum vierten Quartal „verstärkten ein bekanntes Paradoxon“, nämlich dass die Aktie wie ein gehebeltes Krypto-Beta gehandelt werde, während sich das zugrunde liegende Geschäft zu etwas Diversifizierterem und Dauerhafterem entwickle.

Hinter den Schlagzeilen des Quartals, das sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn hinter den Konsensschätzungen zurückblieb, hätten aus Analystensicht die kritischen Indikatoren des Unternehmens – wie das doppelte Handelsvolumen und der doppelte Marktanteil im Jahr 2025, die Skalierung seiner Derivateplattform und die anhaltende Einführung von Stablecoins – die Ansicht gestützt, dass die Aktie „ein Engagement in einer überzeugenden langfristigen Wachstumsstory bietet“, so der Experte weiter. Auch Canaccord-Analyst Joseph Vafi stellt heraus, dass Coinbase weiterhin solide profitabel bleibe und zunehmend Marktanteile hinzugewinne. Trotzdem glaubt Mizuho-Analyst Dolev weiterhin, dass Robinhood besser positioniert sei als Coinbase.

Fortschritte bei Robinhood

Allerdings kamen auch die jüngsten Quartalsergebnisse des Trading-Plattform-Spezialisten am Markt überhaupt nicht gut an. So hatte man beispielsweise krypto­bezogene Umsätze in Höhe von 221 Mio. US-Dollar ausgewiesen. Im Vorjahresvergleich bedeutete dies einen deutlichen Rückgang um 38 Prozent. Kein gutes Zeichen für einen jungen Bereich, der sich im Wachstum befinden sollte. Zudem blieb man mit dieser Kennzahl unter den Konsensschätzungen von etwa 250 Mio. US-Dollar.

Da half es auch nicht, dass Robinhood konzernweit zwischen Oktober und Dezember 2025 Rekorderlöse in Höhe von 1,28 Mrd. US-Dollar einfahren konnte. Diese lagen jedoch unter den Konsensschätzungen von 1,35 Mrd. US-Dollar. Zumal auch der Blick auf das EBITDA enttäuschte. Dies hatte unter anderem mit höheren Kosten zu tun. Und diese spielen auch mit Blick auf die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 eine wichtige Rolle.

Das EBITDA erreichte im abgelaufenen Dreimonatszeitraum 761 Mio. US-Dollar gegenüber Konsensschätzungen von 833 Mio. US-Dollar. Gleichzeitig prognostiziert das Management für das angelaufene Geschäftsjahr 2026 einen Anstieg der operativen Ausgaben um 18 Prozent. Das Management versuchte wiederum, auf einige positive Entwicklungen hinzuweisen. So habe sich das Wachstum bei der Zahl der aktiven Trader zuletzt beschleunigt. Zudem sei man in neue Wachstumsbereiche wie die Prediction Markets vorgestoßen.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Die Bitcoin- und Kryptogewinner Coinbase und Robinhood machen eine schwierige Phase durch. Mittel- bis langfristig wird den beiden Unternehmen jedoch durchaus einiges an Potenzial beigemessen. Allerdings müssten Anleger zunächst einen „Kryptowinter“ durchstehen.

Risikobereite Anleger, die auf ein schnelles Comeback und sogar gehebelt auf Kurssteigerungen bei der Aktie von Robinhood setzen möchten, können mit einem Mini-Future Long (WKN: MN2FWY/ ISIN: DE000MN2FWY7) überproportional von einem Anstieg des Aktienkurses profitieren.