Palo Alto Networks: Hoher Frustfaktor

Zwischen KI-Fantasie und Übernahme-Sorgen: Palo Alto Networks überzeugt mit solidem Wachstum, doch die Aktie bleibt unter Druck.

(Bildquelle: Pixabay / TheDigitalArtist)

Der Blick auf Palo Alto Networks (WKN: A1JZ0Q / ISIN: US6974351057) dürfte für viele Anleger mit einigem Frust verbunden sein. Am Markt wird an vielen Stellen das Potenzial herausgestellt, das sich für den Cybersecurity-Spezialisten ergibt. Der Branchenriese profitiert von der voranschreitenden Digitalisierung und dem zunehmenden Bedarf rund um das Thema Informationssicherheit. Gleichzeitig machen sich Faktoren wie Übernahmen, hohe Kosten oder der KI-bedingte Druck auf Softwaretitel immer wieder negativ bemerkbar und verhindern eine bessere Kursperformance.

In Sachen KI ist Geduld gefragt

Die ersten Reaktionen auf die jüngsten Quartalsergebnisse fielen negativ aus. Insbesondere störten sich Investoren daran, dass in Bezug auf die Q3-Prognose nun zwei jüngst getätigte Übernahmen integriert wurden und es nicht ganz klar war, welcher Anteil des prognostizierten Wachstums auf die Zukäufe und welcher auf organische Entwicklungen zurückzuführen ist.

Wenn es um das Thema KI geht, sieht das Management bei Palo Alto nicht die gleichen Gefahren wie viele Marktteilnehmer, vielmehr zeigte man sich begeistert angesichts der sich bietenden Chancen aus der verstärkten Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Allerdings soll es auch noch eine ganze Weile dauern, bis sich diese Auswirkungen in den Geschäftszahlen bemerkbar machen.

Konzernweit lagen die Erlöse im zweiten Quartal (Ende Januar) bei 2,6 Mrd. US-Dollar und damit 15 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Die wichtige Kennzahl Next-Generation Security Annual Recurring Revenue kletterte um 33 Prozent auf 6,3 Mrd. US-Dollar. Diese sowie die ausstehenden Leistungsverpflichtungen (RPOs) lagen über den Erwartungen. Entsprechend positiv fielen einige Analystenkommentare aus, während der Ausverkauf bei Softwaretiteln aktuell für Gegenwind sorgt.

Palo Alto Networks bleibt stark positioniert

Bernstein-Analyst Peter Weed nutzte die Gelegenheit, um das Kursziel für Palo Alto Networks minimal von 210,00 auf 209,00 US-Dollar zu senken, bestätigte jedoch das „Outperform“-Rating. Positiv hervorzuheben ist aus Analystensicht, dass das Quartal organisch mit einem vergleichsweise „normalen“ Umsatzplus von 14 Mio. US-Dollar über den Erwartungen gelegen habe, insbesondere gestützt durch die Stärke im Hardware-Firewall-Geschäft.

Mizuho-Analyst Gregg Moskowitz senkte das Kursziel für Palo Alto Networks von 205,00 auf 200,00 US-Dollar. Auch hier wird die „Outperform“-Einschätzung bestätigt. Das Unternehmen habe solide Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal gemeldet. Moskowitz bleibt „bullish“ hinsichtlich der strategischen Verschiebung bei Palo Alto hin zu höher wachsenden, wiederkehrenden Umsätzen.

Morgan-Stanley-Analystin Meta Marshall sagt, dass das zweite Geschäftsquartal insgesamt im Rahmen der Erwartungen gelegen habe, abgesehen von einigen kleineren Abweichungen beim NNARR und den Serviceumsätzen. Das Unternehmen habe „eine überzeugende Argumentation dafür präsentiert, dass KI ein Rückenwind für den Cybersecurity-Sektor ist“, was Marshall „klar bei Overweight positioniert und dazu veranlasst, Kursschwächen zum Kauf zu nutzen“. Auch Stifel-Analyst Adam Borg bleibt optimistisch gegenüber CyberArk und Chronosphere eingestellt.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Trotz kurzfristiger Irritationen rund um Übernahmen, Kosten und den allgemeinen Druck auf Softwarewerte bleibt Palo Alto Networks strategisch stark positioniert. Das Unternehmen profitiert strukturell vom anhaltenden Digitalisierungstrend und der steigenden Bedeutung von Cybersecurity. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen solides Wachstum, insbesondere im margenstarken, wiederkehrenden Geschäft, auch wenn Unsicherheiten hinsichtlich des organischen Wachstums für Zurückhaltung sorgten.

Neben Palo Alto Networks rechnen sich viele andere Branchenvertreter einiges an Wachstumspotenzial im Internetsicherheitsbereich aus. Aus diesem Grund dürfte ein Blick auf das Indexzertifikat auf den Cybersecurity Index (WKN: DA0AB8 / ISIN: DE000DA0AB89) interessant und lohnenswert sein.