Die Aktie des Landtechnikspezialisten Deere (WKN: 850866 / ISIN: US2441991054) legt im bisherigen Jahresverlauf eine starke Performance hin. Dabei hilft nicht nur ein Handelsfrieden mit China.
Erholung der Nachfrage in Sicht
Am 19. Februar 2026 ging es für die Deere-Aktie zeitweise um mehr als 13 Prozent nach oben. Zum Ende des Tages stand immerhin noch ein Kursplus von knapp 12 Prozent zu Buche. Es war die stärkste derartige Leistung seit März 2020, zumal auch ein neues Rekordhoch verzeichnet werden konnte. Seit Anfang des Jahres liegt die Performance der Aktie des Landtechnikspezialisten bei rund 42 Prozent.
Der jüngste Jubelsturm ist der von Konzernseite angehobenen Gewinnprognose geschuldet. Außerdem sieht das Unternehmen eine Erholung im Geschäft mit Kunden aus der Landwirtschaft auf sich zukommen. CEO John May sprach davon, dass die globale Agrarindustrie weiterhin mit Herausforderungen zu kämpfen habe, man jedoch durch die anhaltende Erholung der Nachfrage sowohl im Bausektor als auch im Bereich der kleinbäuerlichen Landwirtschaft ermutigt sei.
„Diese positiven Entwicklungen bestärken uns in unserer Überzeugung, dass 2026 den Tiefpunkt des aktuellen Zyklus darstellt und uns eine solide Grundlage für ein beschleunigtes Wachstum in der Zukunft bietet“, sagte May. Deere sieht im laufenden Geschäftsjahr einen Nettogewinn von 4,5 bis 5,0 Mrd. US-Dollar, nachdem man sich zuvor lediglich einen Wert von 4,0 bis 4,75 Mrd. US-Dollar zugetraut hatte. Die Konsensschätzungen hatten 4,45 Mrd. US-Dollar betragen.
China geht auf Einkaufstour bei Sojabohnen
Deere konnte auch für das abgelaufene erste Quartal 2025/26 über den Erwartungen liegende Ergebnisse abliefern und damit ein sogenanntes „Beat-and-Raise“-Quartal. Das Q1-EPS lag bei 2,42 US-Dollar gegenüber Schätzungen von 2,05 US-Dollar. Dabei halfen sowohl über den Erwartungen liegende Umsätze als auch verbesserte Margen. Eine besonders große Outperformance konnte Deere zuletzt im Bereich Bauwesen & Forstwirtschaft erzielen.
Das Management berichtete zudem von über Plan liegenden Lieferungen und sich füllenden Auftragsbüchern. Deere kommt dabei unter anderem ein gewisser Zoll- und Handelsfrieden zwischen China und den USA zugute. Aus diesem Grund würde man es bei Deere nicht gerne hören, wenn US-Präsident Donald Trump als Reaktion auf ein Urteil des U.S. Supreme Court für neue Zollunsicherheiten sorgen würde. Angesichts einer Belebung der US-Exporte nach China hatten sich die Sojabohnenpreise zuletzt erholt gezeigt.
Präsident Donald Trump hatte erklärt, dass China mehr als das ursprüngliche Ziel für diese Saison von 12 Millionen Tonnen kaufen könnte. Hinzu kommt ein Rettungspaket für die Landwirte vonseiten der US-Regierung. Besonders hilfreich für Deere ist, dass der Fuhrpark bei den US-Landwirten veraltet ist und eine entsprechende Erneuerung dem Konzern aus dem Bundesstaat Illinois in besonderer Weise zugutekommen würde.
Eine Bewertungsfrage
Jefferies-Analyst Stephen Volkmann bestreitet die sich verbessernden Aussichten nicht, allerdings bereiten dem Experten offenbar die Bewertungen der Deere-Aktie inzwischen Bauchschmerzen. Er stuft Deere von „Hold“ auf „Underperform“ herab. Das Kursziel steigt jedoch von 475,00 auf 550,00 US-Dollar. Der Kurs der Aktie des Landtechnikspezialisten sei in den vergangenen sieben Wochen um 40 Prozent gestiegen, wodurch die Bewertung von Deere deutlich über den früheren Durchschnittswerten liege.
Der Analyst erklärt, dass der Agrarzyklus zwar in diesem Jahr seinen Tiefpunkt erreichen dürfte, eine Erholung jedoch eine Verbesserung der Einkommen der US-Landwirte erfordern werde, wobei die Erntepreise der wichtigste Treiber seien. Laut Volkmann seien die Spitzengewinne des nächsten Zyklus in den Jahren 2027 und 2028 bereits in den Aktienkursen eingepreist.
Wells-Fargo-Analyst Jerry Revich hat seinerseits das Kursziel für Deere von 543,00 auf 750,00 US-Dollar angehoben und das „Overweight“-Rating beibehalten. Der Analyst gibt an, dass nach einem höheren Margenausblick und einer Trendwende sowohl bei Baumaschinen als auch bei Landmaschinen die Bewertung die Debatte dominiert habe. Seiner Ansicht nach könne Deere jedoch dank seines Profitabilitätswachstums bei diesen Bewertungssteigerungen mithalten.
Mein Fazit
Die Aktie des Landtechnikspezialisten Deere hat im bisherigen Jahresverlauf eine beeindruckende Rallye hingelegt, getrieben durch eine Kombination aus positiver Gewinnprognose, Erholung der Nachfrage im Agrar- und Bausektor sowie einem stabilisierten US-Handel mit China. Trotz der optimistischen Aussichten mahnen einige Analysten, dass die Bewertung inzwischen hoch ist und künftige Gewinne bereits in den Kurs eingepreist sein könnten. Margensteigerungen und die Erneuerung veralteter Fuhrparks könnten jedoch weiterhin einiges an Kurspotenzial bereithalten.
Wer nicht nur auf Deere, sondern gleich auf mehrere Unternehmen setzen möchte, die „wegen ihrer herausragenden Geschäftsmodelle mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch in mehr als 100 Jahren noch erfolgreich am Markt agieren werden“, sollte einen Blick auf das Morgan Stanley Indexzertifikat (WKN: DA0ABN / ISIN: DE000DA0ABN5) auf den „Aktien für die Ewigkeit Index“. werfen. In diesem sind neben Deere unter anderem auch Johnson & Johnson, Walmart und Linde vertreten.









