Ethereum blutet und BlackRock kauft die Delle

6 Mrd. US-Dollar verschwanden in weniger als einem Monat aus den Ethereum-ETFs. Anleger fliehen, der Kurs bricht ein – und ausgerechnet BlackRock kündigt jetzt das nächste große Produkt an.

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Die Stimmung am Kryptomarkt ist angespannt. Während Anleger reihenweise aus Ethereum-ETFs aussteigen, plant BlackRock den nächsten großen Schritt: Der weltgrößte Vermögensverwalter bereitet den Launch des „iShares Staked Ethereum Trust ETF“ (ETHB) vor – ein klares Signal, dass die großen Emittenten bereits auf den nächsten Marktzyklus setzen, während institutionelle Investoren derzeit noch auf Risikominimierung schalten.

Das zeigt eine aktuelle Datenauswertung des Analyseunternehmens BestBrokers, das die On-Chain-Bestände aller neun von der US-Börsenaufsicht SEC zugelassenen Spot-Ethereum-ETFs ausgewertet hat. Das Ergebnis ist ernüchternd: Seit Ende Januar 2026 haben diese Fonds zusammen rund 364.397 ETH abgebaut. Der Gesamtbestand sank von 6,14 Millionen ETH auf 5,78 Millionen ETH – in weniger als einem Monat.

Milliarden verschwinden aus dem Markt

Besonders schmerzhaft ist der Blick auf die verwalteten Vermögen. Das kombinierte AUM der neun Ethereum-ETFs fiel von 18,57 Milliarden US-Dollar auf nur noch 11,86 Milliarden Dollar – ein Rückgang von 6,71 Milliarden Dollar. Treiber dieser Entwicklung ist vor allem der Preisverfall von Ethereum: Von 2.949 Dollar Ende Januar brach die Kryptowährung auf rund 1.915 Dollar (Stand: 23. Februar 2026) ein.

Den stärksten absoluten Rückgang verzeichnete BlackRocks iShares Ethereum Trust ETF (ETHA): Das verwaltete Vermögen fiel von 10,7 Milliarden auf 6,2 Milliarden Dollar. Auch Fidelity (Rückgang um 79.185 ETH), Grayscale (minus 39.797 ETH) und Bitwise (minus 16.203 ETH) verzeichneten erhebliche Abflüsse. Kleinere Anbieter wie VanEck und Invesco konnten dagegen leichte Zuflüsse verbuchen.

Vitalik Buterin als Unsicherheitsfaktor

Zusätzlichen Druck auf den Markt erzeugt Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin, der seit Wochen täglich tausende ETH verkauft. Marktanalyst Alan Goldberg von BestBrokers kommentiert: „Der Zeitpunkt dieser hochkarätigen Verkäufe befeuert die Volatilität und könnte vorsichtige institutionelle Zuflüsse während dieser Risikoreduzierungsphase weiter verzögern. Dennoch spiegeln sie pragmatische Ökosystem-Finanzierung wider und keinen fundamentalen Vertrauensverlust in Ethereum.“

Staking als Wachstumsstrategie

Trotz der aktuellen Schwäche bleibt der langfristige Ausblick unter den großen Emittenten offenbar intakt. BlackRock plant, mit dem neuen ETHB-Produkt einen erheblichen Teil der ETH-Bestände zu staken und die Erträge direkt an Anleger auszuschütten – vor einem geplanten Nasdaq-Listing. Grayscale hatte bereits 2025 staking-fähige Funktionen in seinen Ethereum-Fonds eingeführt. Auch Fidelity, 21Shares und Franklin Templeton arbeiten an ähnlichen staking-orientierten ETF-Produkten.

Das Muster scheint deutlich zu sein: Kurzfristig dominieren Abflüsse und Preisdruck. Mittelfristig positionieren sich die großen Anbieter jedoch für eine neue Phase – eine, in der Krypto-ETFs nicht nur Kursentwicklungen abbilden, sondern auch Renditen aus dem Netzwerk selbst generieren. Für Anleger mit längerem Atem könnte die aktuelle Konsolidierungsphase deshalb eine interessante Einstiegsperspektive bieten.