NVIDIA füllt sich seine Taschen

Vor den Zahlen von NVIDIA: KI-Boom treibt Umsätze, doch Zweifel an Nachhaltigkeit und Investitionswut der Tech-Giganten wachsen.

(Bildquelle: NVIDIA Presse)

Zu Beginn des KI-Booms war die Welt noch einfach. Wenn NVIDIA (WKN: 918422 / ISIN: US67066G1040) deutlich über den Erwartungen liegende Ergebnisse und Prognosen abgeliefert hatte, war der Jubel bei Anlegern entsprechend groß. Inzwischen stellt sich jedoch immer mehr die Frage, wie gesund der unglaubliche Erfolg des Spezialisten für Grafikprozessoren für den Rest des Marktes ist.

Hohe Erwartungen an die NVIDIA-Zahlen

Mit der Facebook-Muttergesellschaft Meta Platforms, der Google-Mutter Alphabet und Amazon haben innerhalb weniger Tage im Rahmen der Q4-Berichtssaison drei Unternehmen gemeinsam für das Jahr 2026 Investitionsausgaben in Höhe von etwa 505 Mrd. US-Dollar prognostiziert.

Der Großteil davon soll in KI-Investitionen fließen und damit auch in die Taschen von NVIDIA. Solche Investitionen dürften heute Abend einmal mehr für überragende und möglicherweise deutlich über den Erwartungen der Analysten liegende Quartalsergebnisse sowie Prognosen bei NVIDIA sorgen.

Analysten erwarten mit Blick auf den abgelaufenen Dreimonatszeitraum laut FactSet-Konsens Umsätze von 65,94 Mrd. US-Dollar und ein EPS von 1,53 US-Dollar. Für das besonders wichtige Data-Center-Geschäft werden Erlöse in Höhe von 60,44 Mrd. US-Dollar erwartet. Es wird jedoch erneut auf die Details ankommen.

Auswirkungen des NVIDIA-Erfolgs

Dass die Konsensschätzungen deutlich übertroffen werden, wird im Fall des KI-Darlings inzwischen gewissermaßen als selbstverständlich vorausgesetzt. Gleichzeitig kommt es aber auch auf Managementkommentare zur Nachfrage und zur Produktionsankurbelung bei neuen Produkten an. In diesem Zusammenhang wird auch genau beobachtet werden, wie ältere Chips wie der H200 im Zuge des Übergangsprozesses zu neueren Chips wie Blackwell und später Vera Rubin nachgefragt werden.

Hinzu kommt, dass NVIDIA zunehmend Konkurrenz zu fürchten hat – nicht nur durch AMD (siehe Meta-Deal), sondern auch durch eigene KI-Chip-Entwicklungen von Alphabet oder Amazon. Über allem steht zudem die Frage, wie gesund die KI-Investitionsausgaben bei Hyperscalern wie Meta, Alphabet oder Amazon sind. Diese bedeuten starke Zahlen bei NVIDIA; allerdings haben Anleger zuletzt nicht besonders erfreut auf die ausufernden Kosten bei NVIDIAs Kunden reagiert. Heute Abend gibt es endlich Antworten.

Das marktEINBLICKE-Fazit

NVIDIA bleibt das Herzstück des KI-Booms und dürfte erneut mit starken Zahlen überzeugen – die Erwartungen sind entsprechend hoch. Doch der Markt bewertet den Erfolg inzwischen differenzierter. Es geht nicht mehr nur um das Übertreffen von Umsatz- und Gewinnschätzungen, sondern um die Nachhaltigkeit des Wachstums, die Dynamik im Produktübergang und die Aussagen zur Nachfrageentwicklung. Gleichzeitig rückt die Kehrseite des Booms stärker in den Fokus: Die massiven Investitionsausgaben von Meta Platforms, Alphabet und Amazon treiben zwar das Geschäft von NVIDIA an, sorgen aber bei Investoren zunehmend für Skepsis hinsichtlich der Profitabilität der KI-Offensive auf Kundenseite. Zudem wächst der Wettbewerbsdruck. Noch sollte NVIDIA jedoch im Zuge des laufenden KI-Booms Potenzial mitbringen.

Als Alternative zu einem Direktinvestment in NVIDIA käme auch ein Indexzertifikat auf den Magnificent 7 Index (WKN: DA0AC0 / ISIN: DE000DA0AC05) infrage. Bei den Magnificent 7 handelt es sich um die sieben Technologiewerte Meta Platforms, Alphabet, Microsoft, Amazon, Apple, NVIDIA und Tesla.