Aus Sicht der Vermögensallokation bevorzugen wir Gold und behalten gleichzeitig eine untergewichtete Position in Bezug auf die Duration bei, da Gold ebenso wie Anleihen dazu beitragen dürfte, Kursrückgänge bei Aktien in Zeiten wirtschaftlicher Schwäche und sinkender Realrenditen abzufedern. Allerdings hat es sich auch bei steigenden Realrenditen als widerstandsfähiger erwiesen als Anleihen. Dies spiegelt die anhaltende, weitgehend preisunempfindliche Nachfrage von Zentralbanken wider, die eine Diversifizierung ihrer Reserven anstreben, was zu einer teilweisen Entkopplung von der historischen inversen Beziehung zwischen Realrenditen und Goldpreisen beiträgt. Wir halten diese strukturelle Unterstützung für dauerhaft.
Mehrere allgemeinere Überlegungen bestätigen diese Einschätzung für 2026. Die Ausgangsbewertungen für den US-Dollar auf handelsgewichteter Basis bleiben hoch, was die Anfälligkeit für asymmetrische Abwärtsschocks erhöht. Gleichzeitig hat eine unberechenbarere Politik – einschließlich der Stop-And-Go-Einführung von Handelszöllen und anschließender rechtlicher und administrativer Kehrtwenden – die Unsicherheit hinsichtlich der politischen Aussichten verstärkt. In Verbindung mit einer stärkeren Kontrolle der Unabhängigkeit der Zentralbanken hat dies die Reaktionsfähigkeit des Dollars in Stressphasen getrübt. In diesem Umfeld profitiert Gold als ein Vermögenswert, der als außerhalb des Fiat-Systems stehend wahrgenommen wird.
Die Widerstandsfähigkeit von Gold – sowohl in absoluten Zahlen als auch im Vergleich zu anderen Edelmetallen nach dem Ausverkauf Ende Januar – unterstreicht ebenfalls seinen einzigartigen Status als Reservewährung. Während sich bei allen Edelmetallen spekulative Positionen aufgebaut hatten, schien dies bei Metallen, die nicht wie Gold den Status einer Reservewährung und eine monetäre Rolle haben, besonders ausgeprägt zu sein. Der Kontrast zu Bitcoin ist ebenfalls aufschlussreich. Obwohl Bitcoin oft als „digitales Gold“ bezeichnet wird, hat es vor diesem Hintergrund im vergangenen Jahr erhebliche Verluste erlitten. Diese Divergenz hat die Attraktivität von Gold als Diversifikationsinstrument für Portfolios verstärkt und möglicherweise eine neue Gruppe von Anlegern aus dem Bereich der Kryptowährungen angezogen.
Insgesamt spiegelt die Performance von Gold das Zusammenspiel von geopolitischen Risiken, Inflationsunsicherheiten und Bedenken hinsichtlich der institutionellen Glaubwürdigkeit wider und stärkt damit seine Rolle als strategische Absicherung statt als zyklisches Handelsinstrument.

Ein Beitrag von Matt Bance
Er ist Portfoliomanager bei T. Rowe Price.
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