KI-Darling NVIDIA (WKN: 918422 / ISIN: US67066G1040) hat wieder einmal überragende Quartalsergebnisse und Prognosen abgeliefert. Allerdings hat inzwischen ein gewisser Gewöhnungseffekt eingesetzt. Gleichzeitig fragen sich Marktteilnehmer, ob der überragende Erfolg des Spezialisten für Grafikprozessoren gut für den Rest der Tech-Branche ist – erst die Zukunft wird die Antwort auf diese Frage liefern.
NVIDIA liefert überragende Zahlen ab
Anleger fragen sich zunehmend, ob sich die unglaublich hohen KI-Investitionen jemals rechnen werden. Mit der Facebook-Muttergesellschaft Meta Platforms, der Google-Mutter Alphabet und Amazon haben innerhalb weniger Tage im Rahmen der Q4-Berichtssaison drei Unternehmen für das Jahr 2026 Investitionsausgaben in Höhe von etwa 505 Mrd. US-Dollar prognostiziert. Ein Großteil davon fließt in die KI und damit auch in die Taschen von NVIDIA. Entsprechend stark fielen die jüngsten Zahlen bei NVIDIA aus.
Auch die Prognose kann sich mehr als sehen lassen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag im vierten Quartal (Ende 25. Januar) bei 1,62 US-Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich einen Wert von 1,53 US-Dollar erwartet. Die Umsätze schossen im Vorjahresvergleich um 73 Prozent auf 68,1 Mrd. US-Dollar, während die Erlöse im Data-Center-Geschäft sogar um 75 Prozent in die Höhe schnellten. Auch hier wurden – ähnlich wie bei den Margen – die Markterwartungen übertroffen.
Selbstverständliche Großartigkeit
Trotz der starken Zahlen fielen die ersten Marktreaktionen negativ aus. Innerhalb des Bereichs Data Center enttäuschte das Segment „Compute“ minimal, während die Outperformance vom Networking-Segment getragen wurde. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass NVIDIA Marktanteile an Unternehmen wie AMD und Google verliert. Unterstützt wird diese Einschätzung durch den jüngsten AMD-Meta-Deal zur Versorgung der nächsten Generation der KI-Infrastruktur bei der Facebook-Muttergesellschaft. Der Deal dreht sich um mehrere Generationen von AMD Instinct-GPUs und könnte laut Wall Street Journal im Laufe der Zeit einen Wert von 100 Mrd. US-Dollar erreichen.
Dass die Reaktionen auf die NVIDIA-Zahlen nicht überschwänglich ausgefallen sind, liegt aber auch daran, dass die Erwartungen inzwischen enorm hoch sind und es als selbstverständlich gilt, dass NVIDIA auch diese übertrifft. Für das laufende erste Quartal stellt NVIDIA wiederum Umsätze von 78 Mrd. US-Dollar in Aussicht, gegenüber Konsensschätzungen von 72,77 Mrd. US-Dollar. Die erwartete Bruttomarge von 75 Prozent überzeugt ebenfalls. Zumal auch die Managementkommentare weiterhin sehr optimistisch daherkommen. Insbesondere wachse die Nachfrage nach Rechenleistung exponentiell, während die Einführung agentenbasierter KI in Unternehmen rasant zunehme. Daher bleiben viele Analysten von den Aussichten für NVIDIA überzeugt.
NVIDIA bleibt der zuverlässigste Anbieter für den KI-Markt
Vivek Arya, Analyst bei der Bank of America, nutzte die jüngste Zahlenbekanntgabe, um im Fall der NVIDIA-Aktie das Kursziel von 275,00 auf 300,00 US-Dollar anzuheben und das „Buy“-Rating zu bestätigen. Damit ergäbe sich aktuell ein Kurspotenzial von rund 65 Prozent. Das Unternehmen habe die Erwartungen „mehr als erfüllt“, da sich das Umsatzwachstum zuletzt beschleunigt habe. Die Lieferverpflichtungen hätten sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht und lägen nun bei 95 Mrd. US-Dollar, was aus Analystensicht sicherstellen würde, dass NVIDIA der zuverlässigste Anbieter für den KI-Markt sein dürfte.
Citigroup-Analyst Atif Malik geht seinerseits davon aus, dass sich die GPU Technology Conference von NVIDIA Mitte März positiv auf die Aktie auswirken wird. Darüber hinaus könnte die Transparenz hinsichtlich des Umsatzes des Unternehmens für 2026/27 aus Analystensicht ein weiterer Katalysator für die Aktie sein. Harlan Sur, Analyst bei J.P. Morgan, verweist auf „solide“ Ergebnisse und Prognosen. Der Analyst hat zudem seine Schätzungen für NVIDIA aufgrund der besser als erwarteten Umsätze angehoben. Er hält die Bedenken hinsichtlich der Wachstumsaussichten für 2026/27 für übertrieben.
Das marktEINBLICKE-Fazit
NVIDIA liefert weiterhin beeindruckende Wachstumszahlen und übertrifft selbst ambitionierte Markterwartungen. Umsatz, Gewinn und Ausblick unterstreichen die aktuell dominierende Stellung im KI-Boom – insbesondere im Data-Center-Geschäft. Die enormen Investitionspläne von Meta Platforms, Alphabet und Amazon sichern dem Chip-Spezialisten vorerst eine außergewöhnlich hohe Nachfragebasis. Gleichzeitig zeigt die verhaltene Kursreaktion, dass außergewöhnliche Ergebnisse inzwischen fast als Normalzustand wahrgenommen werden. Die Messlatte liegt extrem hoch. Bisher kann NVIDIA sie jedoch immer noch überspringen.
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