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Es herrscht nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Die Chancen bei den Pennystock-Aktien sollten klar auf der Hand liegen für interessierte Anleger in diesem Bereich: Kursgewinne. Aber welche Risiken und Gefahren könnten hier lauern? Besonders bei Investitionen in Unternehmen, deren Aktien im unteren Preisniveau notieren und mit Firmensitz außerhalb der EU, häufig über dem Teich. Im Foren-Jargon oft Buden oder auch Klitschen genannt.

Im Folgenden einige mögliche Varianten zum Geldverlieren, (renditelosen) Geldparken und vielleicht noch gratis mit dazu: persönliche Nervenbelastung.

Stillstand über einen langen Zeitraum. Die Aktie kommt nicht vom Fleck. Dies kann eine leidige Sache sein für Investierte. Über einen „Push“ (wie, warum und woher auch immer) würde vermutlich keiner meckern…

Schlimmer: Die Aktie verschwindet vom Kurszettel (Delisting). Was ist zu tun:

Informationen beschafften. Recherche betreiben aus beispielsweise Pressemitteilungen, Reports, Handelsregister, Foren/Communities zur Aktie. Firma anschreiben. Keine Antwort erhalten kann sicherlich auch als eine Antwort gewertet werden, vor allem, wenn bisher ein fester Ansprechpartner zur Verfügung stand. Falls nötig weitere Stellen kontaktieren sofern bekannt wie Auditor/ Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder Geschäftspartner. Eventuell handelt es sich nur um ein temporäres Delisting. Eine vom Handel ausgesetzte Aktie über Jahre dürfte der Alptraum sein eines jeden Aktionärs.

Noch schlimmer: Insolvenz. Entweder geht es da irgendwann wieder raus – oder der Aktionär kann seine Aktien quasi zu Grabe tragen.

Reverse-Split. Der Aktionär hat danach weniger Aktien im Bestand. Der Aktienkurs steht nach dieser Maßnahme einiges höher, aber kann auch wieder deutlich zurückkommen. Bei mehreren Reverse-Splits bleiben dem Aktionär womöglich am Ende kaum noch Aktien übrig im Depot, sofern nicht immer mal nachgekauft wird. Läuft die Aktie einfach nicht nach oben, dann kann das ein Fass ohne Boden sein.

(Massiver) Kursrückgang. Da kann sich der Aktionär schon fragen: wird hier abverkauft, steigen Marktteilnehmer oder Insider aus, von wem werden größere Pakete in den Markt abgegeben, sind schlechte News in der Pipeline oder was ist der Grund für das Fallen der Aktie.

Eröffnung mit Gap-Down. Es sind wohl schlechte Nachrichten eingetroffen Vor- oder Nachbörslich. Nehmen wir zum Beispiel Pharma-Aktien. In Erwartung der Verkündung einer Zulassung oder Vermeldung positiver Studienergebnisse können diese Aktien in Vorfreude hochschellen. Geht´s in die Binsen, kann der Kurs bei bis zu ca. 70% unter dem Schlusskurs des Vortags eröffnen, genauso wie bei einer Insolvenzmeldung.

Eröffnung mit Gap-Up an deutschen Börsen aufgrund News (z.B. Pressemitteilung, Werbemitteilung) und daraus resultierender möglicher Übertreibung. Falls der Kurs an der Heimatbörse z.B. in Kanada nicht gleichermaßen mitzieht am Nachmittag, dann geht’s wohl wieder abwärts.

Ungewissheiten auch für Aktionäre: auf der Firmenwebsite steht schon lange nichts mehr Neues oder was sich als Brauchbar erweisen könnte. Reports erscheinen nicht in time. Bilanzunsicherheiten liegen vor. Aktienverwässerungen. Geplante oder Durchgeführte Fusionen, Übernahmen, Umfirmierungen. Bei Explorern können typische Risiken eintreten, was zu hohen Kosten führen könnte und Hängepartien. Zum Beispiel der Bohrer geht kaputt. Ungünstige Wetterlage oder Wetterschäden behindern. Bohrergebnisse fallen nicht wie erwartet aus. Zeitplan kann nicht eingehalten werden. Der Manager fällt aus wegen beispielsweise Krankheit. Probleme mit der Lizenz. Angespannte finanzielle Lage. Differenzen mit Investoren oder Partnern. Währungsrisiken. Wirtschaftliche oder politische Lage im Projektland. Preisrückgänge am Rohstoffmarkt.

Bei Aktien von größeren Firmen an liquiden Märkten gibt es auch Chancen, wobei Investitionen in Large Caps mit weniger Risiken verbunden sein dürften als eine Beteiligung an Pennystocks, Small Caps oder Micro Caps. Hierbei sollten Sachverhalte am besten selbst recherchiert werden, damit ein aussagefähiges Bild entsteht für eigene Entscheidungen. Fundamentale Dinge (z.B. Geschäftsmodell, Geschäftssitz, Management, Verbindungen, Reputationen, Projekte, Branche, Chancen-Risiko-Verhältnis, Finanzielle Lage, Cash-Bestand, Verbindlichkeiten, Assets, Aktienzahl, Aktionärsstruktur, Berichte/Reports/Bilanzen, Zukunftsaussichten, Ansprechpartner, u.U. deutschsprachige Vertretungen/Agenturen) und Fragen zum Handel: wo wird gehandelt (Börsenplätze national/international), was steht im Bid/Ask, welche Umsätze finden statt bei welchem Geldvolumen.

Dennoch: selbst wenn es mit dem Tenbagger bzw. reich werden am Ende nichts werden sollte, oder zumindest nicht im angepeilten Zeitrahmen: für sein gutes Geld kann man hier eventuell diverse Überraschungspakete erhalten und Bühnenvorstellungen erleben. Wiedergeburten sollen immer mal vorkommen, nachdem so manch einer seinen Aktien in Gedanken schon die letzte Ölung verpasst hat. Dies würde neue Chancen eröffnen um verlorenes Geld eventuell zurückholen zu können. Die Gesundheit des Menschen ist allerdings unbezahlbar.

Zu Teil 2 geht es hier entlang

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