Liebe Leserinnen und Leser,
Union Investment hat kürzlich eine bemerkenswerte Studie veröffentlicht: 25 Jahre Anlegerverhalten in Deutschland, dokumentiert im hauseigenen Anlegerbarometer. Die Zahlen sind aufschlussreich, die Trends eindeutig, und die Botschaft klar: Deutsche Sparer werden erwachsen. Sie verlassen das Sparbuch, entdecken die Kapitalmärkte und nehmen ihre Altersvorsorge selbst in die Hand. Soweit, so erfreulich.
Doch bei aller Freude über diese Entwicklung muss eine unbequeme Frage gestellt werden: Sind teure Finanzprodukte wirklich der beste Weg für langfristigen Vermögensaufbau? Oder gibt es einen einfacheren, günstigeren und transparenteren Weg? Spoiler: Den gibt es. Und er heißt Baustein-Aktien.
Altersvorsorge: Das Ziel bleibt, der Weg ändert sich
Die Studie zeigt: „Das Sparen für die Altersvorsorge ist tief in der Mentalität der Sparerinnen und Sparer hierzulande verankert.“ 25 Jahre lang war es fast durchgängig das wichtigste Sparziel. Im zweiten Quartal 2025 erreichte es einen Rekordwert von 87 Prozent, aktuell liegt es bei 84 Prozent. Das ist eine beeindruckende Konstanz. „Ob Finanz-, Eurokrise oder Corona: Trotz der Marktgeschehnisse der letzten Jahre sind Sparerinnen und Sparer nicht vom Sparziel Altersvorsorge abgekommen“, heißt es in der Pressemitteilung.
Das ist die gute Nachricht. Die andere Nachricht: Wie dieses Ziel erreicht wird, ändert sich fundamental. Während Anfang der 2000er Jahre noch Versicherungsprodukte dominierten, gewinnen heute Investmentfonds stark an Bedeutung. 46 Prozent sind der Meinung, mit Fonds das Sparziel Altersvorsorge am besten zu erreichen – 2001 waren es nur 18 Prozent. Bei den 20- bis 29-Jährigen sind es sogar 58 Prozent.
Das klingt nach Fortschritt. Und ja, es ist ein Fortschritt gegenüber dem Sparbuch. Aber ist es der beste Weg? Nicht unbedingt.
Das Sparbuch ist tot – lang leben die Fonds?
Kerstin Knoefel, Segmentleiterin Privatkunden bei Union Investment, formuliert es so: „Nach dem Platzen der Dotcom-Blase, der Finanzmarktkrise und auch während der Niedrigzinsphase war das Sparbuch für viele Menschen in Deutschland lange Zeit der Inbegriff von Sicherheit. Im Ergebnis bedeutete das aber vor allem eines: Kaufkraftverlust.“
Das ist richtig. Das Sparbuch hat ausgedient. 2001 besaßen noch 86 Prozent der Befragten eines, heute sind es nur noch 60 Prozent. Gleichzeitig stieg der Fondsbesitz von 50 auf 66 Prozent. Und Aktienbesitz? Von 27 Prozent im ersten Quartal 2001 auf historische 35 Prozent heute.
Knoefel sagt: „Wer Vermögen aufbauen will, setzt auf Diversifikation, Langfristigkeit und ein gutes Verständnis von Chancen und Risiken – ohne kurzfristigen Trends zu folgen.“
Richtig. Aber hier kommt der entscheidende Punkt: Braucht man dafür teure Fonds? Oder reichen nicht auch Einzelaktien – konkret: Baustein-Aktien?
Die unbequeme Wahrheit über Fondskosten
Schauen wir uns die Realität an. Aktive Fonds kosten oft zwischen 1,5 und 2,5 Prozent Gebühren pro Jahr, manchmal mehr. Ausgabeaufschläge kommen häufig noch dazu, oft zwischen drei und fünf Prozent. Über 30 Jahre Ansparzeit summiert sich das zu einem beträchtlichen Betrag.
Rechnen wir es durch: Bei einer jährlichen Rendite von 8 Prozent und einer Gebühr von 2 Prozent bleiben Ihnen 6 Prozent. Das klingt nach wenig, ist aber dramatisch. Denn über 30 Jahre macht dieser Unterschied aus 100.000 Euro investiertem Kapital entweder 1.006.000 Euro (bei 8 Prozent) oder 574.000 Euro (bei 6 Prozent). Die Gebühren kosten Sie also über 400.000 Euro. Wir sagen es noch drastischer:
2 Prozent Gebühren reduzieren die Rendite nicht einfach nur – sie zerstören über Jahrzehnte einen Großteil des Zinseszinseffekts.
Selbst ETFs, die deutlich günstiger sind, kosten Geld. Und vor allem: Sie nehmen Ihnen die Kontrolle. Sie wissen nicht genau, was Sie besitzen. Sie können nicht entscheiden, welches Unternehmen in Ihr Portfolio kommt und welches nicht. Sie delegieren diese Entscheidung an einen Indexanbieter – oder an einen Fondsmanager.
Baustein-Aktien: Einfach, transparent, günstig
Die Alternative? Baustein-Aktien. Einzelne, solide Unternehmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen, dauerhaften Wettbewerbsvorteilen, Preissetzungsmacht und starken Bilanzen. Unternehmen, die Sie verstehen. Unternehmen, deren Produkte Sie täglich nutzen. Unternehmen, die bewiesen haben, dass sie Krisen überstehen.
Nestlé, Siemens, Coca-Cola, Microsoft, Munich Re – das sind alles Beispiele und keine spekulativen Wetten, das sind Beteiligungen an produktiven Unternehmen. Und das Beste: Sie zahlen keine laufenden Gebühren. Keine Ausgabeaufschläge. Keine Verwaltungskosten. Sie kaufen die Aktie, Sie halten sie, Sie kassieren Dividenden. Fertig.
„Das Bewusstsein dafür, dass private Altersvorsorge essenziell ist, um den eigenen Lebensstandard im Alter zu halten, steigt. Damit rücken Renditechancen stärker in den Fokus“, sagt Knoefel. Richtig. Aber wenn Renditechancen in den Fokus rücken, sollten auch Kosten in den Fokus rücken. Denn jeder Euro, den Sie an Gebühren zahlen, ist ein Euro weniger Rendite.
Gelassenheit in Krisen
Die Union Investment-Studie zeigt noch etwas Bemerkenswertes: Deutsche Anleger bleiben in Krisen gelassen. Während der Finanzmarktkrise 2009 wollten lediglich 20 Prozent der Aktienfondsbesitzer verkaufen, 80 Prozent hielten an ihrer Strategie fest oder planten sogar Zukäufe. Knoefel fasst zusammen:
„Das Gros der Anleger in Deutschland ist in Grundhaltungen wie hoher Sparbereitschaft, starker Sicherheitsorientierung und Altersvorsorge als Top-Sparziel fest verwurzelt geblieben. Gleichzeitig blieben viele auch in turbulenten Zeiten besonnen und zeigten ein rationales Krisenverhalten mit klarem Fokus auf den langfristigen Vermögensaufbau, ohne panisch umzuschichten.“
Das ist exakt die Mentalität, die Baustein-Aktien erfordert. Langfristigkeit. Geduld. Gelassenheit. Wer in solide Unternehmen investiert und diese über Jahrzehnte hält, braucht keinen Fondsmanager, der ihm sagt, wann er kaufen oder verkaufen soll. Er braucht nur Überzeugung – und die Disziplin, dranzubleiben.
Diversifikation? Machen Sie selbst!
„Diversifikation“ ist das Argument, mit dem Fonds oft beworben werden. Und ja, Diversifikation ist wichtig. Aber Sie brauchen dafür keinen Fonds. Fünf bis zehn Baustein-Aktien aus verschiedenen Branchen und Regionen reichen völlig aus, um Ihr Portfolio breit aufzustellen. Technologie, Konsum, Finanzen, Gesundheit, Energie – wer diese Sektoren abdeckt, ist diversifiziert. Und wer solide Unternehmen auswählt, ist auch krisenfest.
Natürlich erfordert das etwas Aufwand. Sie müssen sich mit den Unternehmen beschäftigen, Geschäftsberichte lesen, die Strategie verstehen. Aber ist das ein Nachteil? Oder ist es nicht vielmehr der Kern vernünftiger Geldanlage? Zu wissen, worin man investiert?
Die Modernisierung ist da – jetzt fehlt nur noch der letzte Schritt
Die Union Investment-Studie zeigt: Deutsche Sparer haben in 25 Jahren einen weiten Weg zurückgelegt. Sie haben das Sparbuch hinter sich gelassen, sie haben Renditechancen entdeckt, sie haben gelernt, in Krisen gelassen zu bleiben. Das ist großartig.
Aber der letzte Schritt fehlt noch: die Erkenntnis, dass teure Finanzprodukte nicht notwendig sind. Dass man mit Baustein-Aktien einfacher, transparenter und günstiger ans Ziel kommt. Dass man keine Fondsmanager braucht, um langfristig Vermögen aufzubauen.
Knoefel sagt: „Finanzwissen bleibt der Schlüssel, um fundierte Entscheidungen zu treffen und zukunftsorientiert zu handeln.“ Genau. Und dieses Finanzwissen sollte auch die Erkenntnis umfassen, dass man Gebühren vermeiden kann – indem man selbst investiert.
Unser mE-Fazit
25 Jahre Anlegerverhalten zeigen: Deutsche Sparer werden erwachsen. Altersvorsorge bleibt Top-Sparziel (84 Prozent), Renditechancen gewinnen an Bedeutung, Fondsbesitz steigt von 50 auf 66 Prozent. Das Sparbuch stirbt aus – und das ist gut so.
Doch die Studie zeigt auch: Gelassenheit in Krisen, langfristiger Fokus und rationales Verhalten prägen die Anlegermentalität. Genau diese Eigenschaften machen teure Finanzprodukte überflüssig. Wer langfristig denkt, braucht keine Fondsmanager mit zwei Prozent Gebühren pro Jahr. Wer solide Unternehmen kauft und hält, braucht keine komplexen Konstrukte.
Sparen ist richtig. Altersvorsorge ist richtig. Aber bitte ohne teure Umwege.
In diesem Sinne, ein erholsames Wochenende und kluge Entscheidungen für die kommenden Wochen
Ihre marktEINBLICKE-Herausgeber
Christoph A. Scherbaum & Marc. O. Schmidt
P.S. Alle Daten der Daten der kommenden Handelswoche und Prognosen finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.








