Das Trauerspiel bei Nike geht weiter

Nike kämpft weiter mit schwacher Nachfrage und enttäuschendem Ausblick. Trotz WM-Jahr und neuer Kampagnen rutscht die Aktie vorbörslich um fast 10 Prozent ab.

(Bildquelle: Unsplash / Paul Volkmer)

Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike (WKN: 866993 / ISIN: US6541061031) kommt derzeit auf keinen grünen Zweig. Die Aktie rutschte am Mittwoch bereits vorbörslich um knapp 10 Prozent ab. Einmal mehr musste sich der adidas-Konkurrent eingestehen, dass der Turnaround länger als gedacht dauern wird.

Ausgerechnet im Mammut-WM-Jahr …

Nike unternimmt alles, um zu alter Stärke zurückzukommen. Neben Einsparungen gehören dazu auch neue Marketingkampagnen. Allerdings ist das schwierige Konsumumfeld alles andere als eine Hilfe. Geopolitische Unsicherheiten gab es bereits vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs. Dieser hat die Unsicherheiten noch verstärkt und darüber hinaus über steigende Ölpreise auch die Inflationssorgen ansteigen lassen.

Zusammen mit der schwachen Konjunktur sorgt dies für eine sich weiter eintrübende Verbraucherstimmung. Dabei soll Nike ausgerechnet im Jahr der Mammut-Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko durchstarten. Die jüngste Prognose suggeriert jedoch, dass das Durchstarten noch etwas warten muss. So waren es vor allem die schwachen Aussichten, die die Aktie erneut unter Druck geraten ließen.

Schwacher Ausblick

Für das laufende vierte Quartal (Ende Mai) des Geschäftsjahres 2025/26 stellt das Management einen Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich um 2 bis 4 Prozent in Aussicht. Analysten hatten zuvor jedoch mit einem leichten Anstieg um knapp 2 Prozent gerechnet. Zudem soll die Bruttomarge um 50 Basispunkte zurückgehen. Das Management räumt ein, dass sich Teile des Geschäfts nicht so schnell erholen wie erhofft.

Während das Nordamerika-Geschäft und der Bereich Laufsport zu den Lichtblicken zählen, bleibt China für Nike ein Sorgenkind. Dass das Management für die weitere Zukunft versucht, die Aussichten positiver darzustellen, half wenig.

So rechnet man mit einer Margenausweitung ab dem zweiten Quartal, während im Herbst eine Analystenkonferenz abgehalten werden soll, um eine längerfristige Perspektive auf das Geschäft zu geben.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Nike steht weiterhin vor erheblichen Herausforderungen auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Trotz Sparmaßnahmen und neuer Marketinginitiativen belasten ein schwieriges Konsumumfeld, geopolitische Unsicherheiten und steigende Inflationssorgen die Nachfrage. Besonders der schwache Ausblick für das laufende Quartal und die enttäuschenden Perspektiven haben die Aktie erneut unter Druck gesetzt.

Zwar gibt es mit dem Nordamerika-Geschäft und dem Laufsportsegment erste Lichtblicke, doch vor allem die Schwäche in China und die gedämpfte Verbraucherstimmung bremsen die Erholung. Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass der Turnaround länger dauern wird als ursprünglich erhofft – selbst in einem potenziell umsatzstarken Jahr mit der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika. Der Fokus richtet sich auf eine Analystenkonferenz im Herbst.