Broadcom weckt endlich neue KI-Fantasien

Broadcom schwächelt an der Börse. Doch ein großer KI-Deal mit Google und Anthropic sowie starke Prognosen könnten der Aktie neuen Schub geben.

(Bildquelle: Getty Images für Unsplash+)

Lange Zeit gehörte Broadcom (WKN: A2JG9Z / ISIN: US11135F1012) zu den KI-Lieblingen. Damit scheint es jüngst jedoch vorbei zu sein. Die Aktie des Chip-Entwicklers liegt seit Anfang 2026 mit rund 3 Prozent im Minus. Der zweiwöchige Waffenstillstand im Iran-Krieg sowie einige wichtige Deals könnten der Aktie neuen Schwung verleihen.

Eine starke Allianz zwischen Google, Broadcom und Anthropic

In den vergangenen Tagen wurde die Broadcom-Aktie von einer Unternehmensmeldung angeschoben, wonach das Unternehmen eine langfristige Vereinbarung mit Google eingegangen sei. Im Rahmen des bis 2031 angesetzten Deals wird Broadcom maßgeschneiderte Tensor Processing Units (TPUs) für die Alphabet-Tochtergesellschaft entwickeln sowie Netzwerk- und andere Komponenten für Googles KI-Racks liefern. Damit nicht genug.

Google, Broadcom und Anthropic werden ihre strategische Zusammenarbeit ausweiten, in deren Rahmen das KI-Startup Anthropic ab 2027 Zugang zu etwa 3,5 GW an TPU-basierter Rechenleistung erhalten wird. Diese Deals lassen Marktteilnehmer vor allem deshalb aufhorchen, da sie weiteres Aufwärtspotenzial im Hinblick auf eine bereits sehr optimistische Wachstumsprognose signalisieren.

Broadcom hatte vor Kurzem sensationelle Ergebnisse für das erste Quartal (Ende 1. Februar) des Geschäftsjahres 2025/26 gemeldet, während CEO Hock Tan darüber hinaus auf eine starke künftige Nachfrage nach den Chips des Unternehmens verwiesen hatte. Er erklärte gegenüber Analysten, dass er für das Geschäftsjahr 2026/27 einen Umsatz mit KI-Chips erwarte, der „deutlich über 100 Mrd. US-Dollar“ liege.

Luft nach oben für Broadcom

Angesichts solcher Aussichten könnte die jüngste Kursschwäche der Broadcom-Aktie eine günstige Einstiegsgelegenheit bieten, zumal sich das Thema Iran endlich zu beruhigen scheint. Rosenblatt-Analyst Hans Mosesmann bestätigt seinerseits im Fall von Broadcom das „Buy“-Rating und das Kursziel von 500,00 US-Dollar.

Aktuell würde dies einem Kurspotenzial von 50 Prozent entsprechen. Als Begründung wird unter anderem Googles Fünfjahresvertrag über Tensor Processing Units (TPUs), Netzwerkkomponenten und andere Bauteile angeführt, der Broadcoms Position als führender TPU-Lieferant stärken würde.

Der Vertrag könne Bedenken zerstreuen, dass MediaTek Broadcom Marktanteile im TPU-Bereich abnehmen könnte. Der Analyst verweist zudem auf die Zusage von Anthropic, 3,5 Gigawatt an TPU-basierter KI-Rechenleistung der nächsten Generation bereitzustellen. Dies sei eine Bestätigung für die Prognose des Broadcom-Managements, im Jahr 2026/27 einen Umsatz von über 100 Mrd. US-Dollar mit KI-Chips zu erzielen.

Mein Fazit

Trotz der jüngsten Kursschwäche bleibt die langfristige Perspektive für Broadcom positiv. Die neuen Vereinbarungen mit Google sowie die erweiterte Zusammenarbeit mit Anthropic unterstreichen die starke Position des Unternehmens im rasant wachsenden KI-Chipmarkt. Gleichzeitig stützen die ambitionierten Umsatzprognosen des Managements und optimistische Analysteneinschätzungen die Investmentstory. Sollten sich die geopolitischen Risiken weiter entspannen und die Partnerschaften ihre erwartete Wirkung entfalten, könnte die aktuelle Schwächephase der Aktie tatsächlich eine attraktive Einstiegsgelegenheit darstellen.

Wer das Einzelaktien-Risiko bei Broadcom vermeiden und auf die positive Kursentwicklung eines ganzen Aktienkorbs von amerikanischen und europäischen Unternehmen setzen möchte, kann sich das Indexzertifikat (WKN: DA0AAT / ISIN: DE000DA0AAT4) auf den Titan 20 Index anschauen. In diesem Index sind 20 Unternehmen enthalten, die sich an der Börse in den vergangenen Jahren besonders stark entwickelt haben und die auch von den Analysten positiv bewertet werden.