Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran sowie dessen Reaktion ließen den Silberpreis stark schwanken, nachdem bereits die vorherige Rallye derart steil ausgefallen war, dass Silber eine Schar von Privatanlegern angezogen hatte und mit Meme-Aktien wie GameStop verglichen wurde.
Ende Januar 2026 krönte der Silberpreis seine Rallye der vergangenen Jahre und erreichte bei rund 121 US-Dollar je Feinunze einen neuen Höchststand, nur um kurze Zeit später deutlich an Wert zu verlieren. Dabei schienen die Preisbewegungen nicht immer von Fundamentaldaten gestützt zu sein.
Unerklärliche Preisbewegungen
Baird-Marktstratege Michael Antonelli sagte gegenüber CNBC, dass Silber bei Privatanlegern, die beginnen, sich wie eine Herde zu verhalten, eine Art „Zeitgeist“ erreicht habe. Zwar gebe es für Silber industrielle und private Verwendungszwecke, doch stiegen die Preise normalerweise nicht um mehr als 100 Prozent innerhalb von drei Monaten.
„Es ist völlig losgelöst und aufgrund der Kapitalflüsse von Privatanlegern senkrecht nach oben geschossen“, sagte er. Laut dem Marktforschungsunternehmen VandaTrack haben Privatanleger am 26. Januar netto rund 171 Mio. US-Dollar in den iShares Silver Trust investiert, einen beliebten börsengehandelten Fonds, der den Silberpreis nachbildet. Das war fast doppelt so viel wie der bisherige Höchststand, der während des „Silber-Squeeze“ im Jahr 2021 verzeichnet worden war.
„Silber ist gerade zum neuen Lieblingsspielzeug der Privatanleger geworden“, sagte Vanda-Analyst Ashwin Bhakre. Hinzu kommt der Umstand, dass Silber – ähnlich wie viele Meme-Stocks – auf der Plattform Reddit viel diskutiert wurde. Diese Bewegungen wurden beobachtet, noch bevor die USA und Israel den Iran am 28. Februar angegriffen hatten und dieser mit Angriffen auf mit den USA befreundete Staaten im Nahen Osten antwortete.

Erneutes Angebotsdefizit
Der Silberpreis hatte sich zeitweise im Bereich der Marke von 90 US-Dollar je Feinunze eingependelt, bevor der Ausbruch des Iran-Kriegs ihn unter die Marke von 70 US-Dollar gedrückt hatte. Die jüngsten Hoffnungen auf Frieden sowie die vorerst sehr brüchige Waffenruhe haben wiederum zu einer Erholung auf etwa 75 US-Dollar je Feinunze geführt.
Auf Jahressicht würde dies einem Preisrückgang um rund 3 Prozent entsprechen. Während der Iran-Krieg sowie die Spekulationen vieler Kleinanleger für deutliche Auf- und Abbewegungen beim Silberpreis gesorgt hatten, sind auch einige längerfristige Entwicklungen zu beobachten. Im Fokus steht dabei ein strukturelles Angebotsdefizit. So hatte das Silver Institute für 2026 vor dem sechsten aufeinanderfolgenden Angebotsdefizit gewarnt.
Silber findet in einigen Zukunftsbereichen wie Solarzellen, Elektronik oder Elektrofahrzeugen Anwendung, sodass der Preis auch auf diese Weise gestützt werden kann. Das Silver Institute konstatierte daher, dass die Faktoren, die den Silberpreis über weite Teile des Jahres 2025 gestützt hätten, auch im laufenden Jahr bislang unverändert bestehen geblieben seien.
Wer auf die positive Kursentwicklung eines ganzen Aktienkorbs von Unternehmen setzen möchte, die sich mit dem Betrieb von Silberminen beschäftigen, kann sich das Indexzertifikat (WKN: DA0AB0 / ISIN: DE000DA0AB06) auf den Best of Silver Miners Index anschauen. In diesem Index sind Branchengrößen wie Wheaton Precious Metals (WKN: A2DRBP / ISIN: CA9628791027), Silvercorp Metals oder Pan American Silver (WKN: 876617 / ISIN: CA6979001089) vertreten.








