Wenn BlackRock drei Rezepte empfiehlt

Der weltgrößte Vermögensverwalter veröffentlicht seine Spring Directions 2026. Drei Säulen, dutzende Strategien, eine Erkenntnis: Am Ende zählt vor allem Qualität.

(Bildquelle: unsplash / Pedro Lastra)

Liebe Leserinnen und Leser,

der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock hat seine vielbeachteten Spring Wealth Investment Directions 2026 veröffentlicht. Das Paper zeigt, wie Anleger ihre Portfolios in einem Umfeld geopolitischer Schocks und KI-getriebener Disruption positionieren können. Auf mehr als 30 Seiten entfaltet sich eine strategische Analyse, die mit Fachbegriffen nur so um sich wirft: „Equity-Buffer-Strategien“, „marktneutrale Alpha-Generierung“, „CLOs und AT1-Anleihen“, „Multi-Asset-Diversifikation“. Man könnte meinen, BlackRock habe das Rad neu erfunden.

Hat es nicht. Aber das Paper ist trotzdem lesenswert, vor allem weil es zeigt, wie komplex die Finanzindustrie einfache Wahrheiten verpacken kann. Und am Ende, nach all den Derivaten, Hedgefonds und flexiblen Strategien, landet man wieder bei einer Erkenntnis, die schon Warren Buffett kannte: Qualität schlägt Komplexität. Doch der Reihe nach.

BlackRock strukturiert seine Empfehlungen entlang von drei strategischen Leitmotiven: Wachstum, Resilienz und Einkommen. Das klingt erst mal vernünftig. Schließlich will jeder Anleger wachsen, abgesichert sein und nebenbei noch Erträge kassieren. Doch schauen wir uns an, wie BlackRock diese Ziele erreichen will.

Wachstum: Von der KI-Welle zur KI-Wertschöpfungskette

Beim Thema Wachstum setzt BlackRock weiterhin auf künstliche Intelligenz – allerdings mit einer wichtigen Verschiebung. Die großen Tech-Konzerne allein reichen nicht mehr. Stattdessen soll man die gesamte Wertschöpfungskette abdecken: Halbleiter, Infrastruktur, Energieversorgung, Rohstoffe.

Das ist klug. Denn wenn Rechenzentren immer mehr Strom fressen und KI-Anwendungen Unmengen an Chips benötigen, profitieren nicht nur die Hyperscaler, sondern auch Energieversorger, Kupferproduzenten und Infrastrukturbetreiber. BlackRock nennt das „komplexe Ökosysteme“. Früher hätte man es „Diversifikation entlang der Wertschöpfungskette“ genannt. Aber gut, das klingt weniger fancy.

Zusätzlich empfiehlt BlackRock Schwellenländer (Rohstofflieferanten und Wachstumsmärkte), die USA (technologische Führungsposition) und selektiv Europa sowie Japan (Qualität und Reformen). Das ist eine breite Palette – so breit, dass man sich fragt, was eigentlich nicht empfohlen wird.

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Resilienz: Wenn die alten Regeln nicht mehr gelten

Hier wird es interessant. BlackRock stellt fest, dass die klassische Portfolio-Diversifikation – also die negative Korrelation zwischen Aktien und Anleihen – „zunehmend unzuverlässig“ funktioniert. Anders gesagt: Der alte Trick, Aktien und Anleihen zu mischen und sich zurückzulehnen, funktioniert nicht mehr.

Die Lösung? Alternative Investments wie Hedgefonds, marktneutrale Strategien, Equity-Buffer-Strategien, Gold, aktives Währungsmanagement und Multi-Asset-Strategien, die flexibel zwischen Anlageklassen wechseln.

Das klingt nach viel Arbeit. Und nach hohen Gebühren. Denn all diese Instrumente sind komplex, erfordern aktives Management und kosten entsprechend. Hedgefonds verlangen oft zwei Prozent Grundgebühr plus 20 Prozent Performancegebühr. Multi-Asset-Fonds liegen bei 1,5 bis 2 Prozent jährlich. Das summiert sich.

Man könnte auch sagen: Wenn die alten einfachen Lösungen nicht mehr funktionieren, bieten wir komplexe, teure an. Aber vielleicht bin ich da zu zynisch.

Einkommen: Die Wiederentdeckung der Dividende

Der dritte Pfeiler ist Einkommen – und hier wird BlackRock fast schon nostalgisch. Plötzlich geht es um „planbare und stabile Einkommensquellen“, um „hochwertige Unternehmensanleihen“ und Achtung, jetzt wird’s richtig klassisch – um „Aktienstrategien mit hoher Dividende“.

Moment mal. Dividendenaktien? Das empfiehlt der weltgrößte Vermögensverwalter im Jahr 2026? Ja, genau. Denn Dividendenaktien bieten „attraktive Renditen“, partizipieren „gleichzeitig an Kurssteigerungen“ und tragen „zur Stabilisierung von Portfolios“ bei.

Das ist richtig. Aber es ist auch nichts Neues. Dividendenaktien waren schon immer eine gute Idee. Nestlé zahlt seit 1959 ununterbrochen Dividende. Coca-Cola seit 1920. Siemens seit über 100 Jahren. Dafür braucht man kein 30-seitiges BlackRock-Paper.

Aber fairerweise müssen wir schreiben: BlackRock ergänzt die Dividendenstrategie um CLOs (Collateralized Loan Obligations) und AT1-Anleihen (Additional Tier 1). Das sind komplexe Finanzinstrumente, die höhere Renditen versprechen, bei entsprechend höheren Risiken. Wer nicht genau weiß, was er tut, sollte die Finger davonlassen.

Die übergreifenden Beobachtungen: Nichts Neues unter der Sonne
BlackRock stellt fest:

  • Geopolitik und Energiepreise beeinflussen Märkte stärker als Konjunkturdaten
  • Liquidität wird zum entscheidenden Risikofaktor
  • Technische Faktoren verstärken Marktbewegungen
  • Aktive Strategien gewinnen gegenüber passiven an Bedeutung

All das ist richtig. Aber auch nichts, was nicht schon 2022 galt. Oder 2008. Oder 1998. Märkte sind volatil. Geopolitik spielt eine Rolle. Liquidität ist wichtig. Das war schon immer so.

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Die kritische Frage: Brauchen wir wirklich all diese Komplexität?

Verstehen Sie uns nicht falsch: BlackRock liefert eine fundierte Analyse. Die Empfehlungen sind durchdacht, die Strategien ausgeklügelt. Aber am Ende bleibt eine unbequeme Frage: Braucht der durchschnittliche Anleger wirklich Hedgefonds, CLOs, Equity-Buffer-Strategien und marktneutrales Alpha?

Oder reicht nicht auch etwas Einfacheres? Etwas, das Wachstum, Resilienz und Einkommen vereint – ohne komplexe Konstrukte und hohe Gebühren? Die Antwort lautet: Ja, das gibt es. Und Sie kennen sie. Schauen wir uns an, was BlackRock fordert und was Baustein-Aktien liefern:

Wachstum: BlackRock empfiehlt, entlang struktureller Trends zu investieren. Baustein-Aktien wie Microsoft (Cloud, KI), Siemens (Infrastruktur, Energiewende) oder TSMC (Halbleiter) tun genau das. Sie sind nicht nur in einem Trend positioniert, sondern oft in mehreren gleichzeitig.

Resilienz: BlackRock fordert Diversifikation und Krisenresistenz. Baustein-Aktien wie Nestlé (Konsumgüter, global), Munich Re (Risikoabsicherung) oder Johnson & Johnson (Gesundheit) haben Jahrzehnte, teilweise Jahrhunderte an Krisen überstanden. Sie brauchen keine Hedgefonds-Strategien – ihr Geschäftsmodell ist die Strategie.

Einkommen: BlackRock empfiehlt Dividendenaktien. Baustein-Aktien zahlen oft seit Jahrzehnten steigende Dividenden. Coca-Cola erhöhte die Dividende 64 Jahre in Folge. Procter & Gamble 68 Jahre. Das ist planbar. Das ist stabil. Das ist Einkommen.

Der entscheidende Unterschied ist: Keine Gebühren, volle Kontrolle. Hier liegt der Kern. Baustein-Aktien kosten keine laufenden Gebühren. Sie brauchen kein aktives Management. Sie erfordern keine komplexen Strategien. Sie sind einfach Beteiligungen an produktiven Unternehmen, die Sie verstehen, deren Produkte Sie täglich nutzen und deren Geschäftsmodelle Sie nachvollziehen können.

BlackRock würde vielleicht sagen: „Zu simpel.“ Wir sagen: „Genau richtig.“

Unser mE-Fazit

BlackRocks Investment Directions 2026 sind ein beeindruckendes Dokument. Sie zeigen, wie komplex die Finanzindustrie denken kann und wie viele Produkte sie Anlegern verkaufen möchte. Hedgefonds, CLOs, Equity-Buffer-Strategien, Multi-Asset-Fonds – die Liste ist lang. Und teuer.

Doch am Ende landen wir bei denselben drei Zielen: Wachstum, Resilienz, Einkommen. Und die lassen sich auch einfacher erreichen. Baustein-Aktien – solide Unternehmen mit nachhaltigen Geschäftsmodellen, globaler Präsenz, Preissetzungsmacht und Dividendenzuverlässigkeit – vereinen alle drei Eigenschaften. Sie wachsen entlang struktureller Trends (KI, Energiewende, demografischer Wandel). Sie sind resilient, weil ihre Geschäftsmodelle Krisen überdauern. Und sie zahlen Einkommen in Form steigender Dividenden.

BlackRock hat recht: 2026 ist komplex. Aber die Antwort muss es nicht sein. Manchmal ist das Einfache das Beste. Und das Beste sind Baustein-Aktien.

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Christoph A. Scherbaum & Marc. O. Schmidt

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