SAP knackt auch den KI-Code

Europas größter Softwarekonzern SAP überzeugt mit starkem Cloud- und KI-Wachstum und stabilen Zielen. Der Iran-Krieg ist (noch) kein Belastungsfaktor.

(Bildquelle: Pressefoto © SAP AG / Stephan Daub)

Trotz Iran-Krieg und hoher Energiepreise konnten die US-Börsen in den vergangenen Tagen auf neue Rekordstände klettern. Dafür hatten vor allem Technologiewerte gesorgt. Allerdings ist derzeit Tech nicht gleich Tech. Gerade die Künstliche Intelligenz sorgt für eine hohe Diskrepanz bei der Entwicklung von Halbleitertiteln im Vergleich zu Softwarewerten. Letzteren droht in den Augen einiger Anleger Ungemach durch die KI. Ihre Geschäftsmodelle könnten dank KI überflüssig werden. In diesen Negativsog ist auch SAP (WKN: 716460 / ISIN: DE0007164600) geraten. Zuletzt konnte Europas größter Softwarekonzern jedoch mit einem Achtungserfolg aufwarten.

SAP kann das Tempo steigern

Konzernweit legten die SAP-Erlöse im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf 9,56 Mrd. Euro zu. Währungsbereinigt lag das Plus sogar bei 12 Prozent. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 legte der Current Cloud Backlog lediglich um 16 Prozent zu. Im ersten Quartal 2026 konnte SAP das Tempo beim Wachstum der aus bestehenden Cloudverträgen für die nächsten zwölf Monate erwarteten Umsätze jedoch wieder ein wenig zulegen. Zwischen Januar und März lag der Zuwachs bei 20 Prozent auf 21,9 Mrd. Euro.

Währungsbereinigt ging es immerhin um 25 Prozent nach oben. Die Clouderlöse stiegen um 19 bzw. währungsbereinigt um 27 Prozent. Das Betriebsergebnis erhöhte sich um 17 Prozent auf 2,87 Mrd. Euro. Die gute Nachricht ist auch, dass die Jahresziele trotz Iran-Krieg beibehalten werden. Für das angelaufene Geschäftsjahr 2026 geht das Management von einem Anstieg der Clouderlöse um 23 bis 25 Prozent auf etwa 25,8 bis 26,2 Mrd. Euro aus, während die Cloud- und Softwareerlöse währungsbereinigt um 12 bis 13 Prozent auf 36,3 bis 36,8 Mrd. Euro ansteigen sollen.

SAP kann auch KI

SAP-Vorstandschef Christian Klein zeigte sich von den jüngsten Ergebnissen gerade im Angesicht der schwierigen Marktbedingungen angetan: „Mit einem währungsbereinigten Wachstum des Current Cloud Backlog von 25 Prozent und einem Anstieg der Clouderlöse um 27 Prozent sind wir stark ins neue Jahr gestartet. Getragen wird dieses Ergebnis vor allem von der hohen Dynamik im Bereich Unternehmens-KI, in dem wir unseren Kunden schon heute spürbaren Mehrwert bieten. Wir wachsen deutlich schneller als der Markt, bauen unsere Marktanteile weiter aus und sehen, wie Kunden zunehmend weitere Lösungen aus unserer Suite sowie verstärkt unsere KI-Angebote nutzen.“

Gerade das anziehende eigene KI-Geschäft ist ein starkes Argument gegen die Zweifler, die befürchten, dass die Künstliche Intelligenz SAP-Geschäfte ersetzen könnte. Entsprechend positiv fielen auch einige Reaktionen von Analysten aus. Goldman-Sachs-Analyst Mohammed Moawalla schätzt vor allem den Umstand, dass sich der aus Cloudverträgen in den nächsten zwölf Monaten zu erwartende Umsatz im unsicheren Umfeld als robust erwiesen habe. Barclays-Analyst Sven Merkt hat seinerseits ein starkes Quartal gesehen. Außerdem habe das Management einen eher störungsfreien Übergang zur KI signalisiert, während sich Berenberg-Analyst Nay Soe Naing seinerseits erleichtert zeigt, dass die Folgen des Nahostkonflikts in den Zahlen nicht zu erkennen seien.

Mein Fazit

Während Halbleiterunternehmen stark von der KI-Dynamik profitieren, geraten klassische Softwareanbieter unter Druck, da ihre Geschäftsmodelle durch Künstliche Intelligenz infrage gestellt werden. SAP konnte sich diesem Negativtrend zuletzt entziehen und mit soliden Quartalszahlen überzeugen. Insbesondere das beschleunigte Wachstum im Cloudgeschäft sowie ein starker Anstieg des Current Cloud Backlogs unterstreichen die operative Stärke des Unternehmens. Hinzu kommt, dass SAP aktiv von der KI-Transformation profitiert und eigene Angebote erfolgreich in den Markt bringt, statt von ihr verdrängt zu werden.

Wer auf die positive Kursentwicklung eines ganzen Aktienkorbs von vielversprechenden europäischen Large-Cap-Unternehmen setzen möchte, kann sich das Indexzertifikat (WKN: DA0AC3/ ISIN: DE000DA0AC39) auf den GRANOLAS European Champions Index anschauen. In diesem Index sind neben SAP weitere Big Player aus Europa wie ASML, Nestlé oder LVMH vertreten.