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„In 7 Tagen reich werden“ – ein Angebot, das man durchaus annehmen kann, sofern man nicht schon im Vorfeld wüsste, dass es sich hier um ein falsches Versprechen handelt. Findet sich in der Anzeige jedoch ein Bild eines „Höhle der Löwen“-Investors oder mitunter auch der Hinweis, das Produkt wurde bereits in der beliebten Gründershow vorgestellt, so fühlen sich plötzlich weitaus mehr Menschen angesprochen. Wirbt ein Prominenter dafür, so kann es sich doch nicht um „Fake News“ handeln? Doch. Denn der Promi weiß oft gar nicht, dass er dafür wirbt.

Nur heiße Luft

Stößt man auf den Fake-Artikel, so wird man davon lesen, dass alle fünf „Die Höhle der Löwen“-Experten bereit waren, richtig viel Geld in das Projekt zu stecken. So gab es sogar zwischen Georg Kofler und Carsten Maschmeyer einen wahren Bieterkrieg – Maschmeyer hat Kofler überboten, der sodann zum Gegenschlag ausholte und sich bereit erklärte, 2,5 Millionen Euro für 20 Prozent zu investieren. „Der größte Deal in der Geschichte“ hat aber nie stattgefunden.

Blickt man hinter die Kulissen, so wird schnell klar, dass es eine derartige Sendung nie gegeben hat – „Bitcoin Revolution“ war nie Teil einer „Höhle der Löwen“-Show und auch Maschmeyer oder Kofler äußerten sich nie zu diesem Produkt.

Woran erkennt man „fabricated content“?

Doch nicht nur Bitcoin-Trader wollen mit „Fake News“ auf sich aufmerksam machen – selbst Hersteller von Anti-Falten-Cremes wie Diätpillen versuchen ihre Produkte in Verbindung mit der Gründershow zu verkaufen. Wer also derartige Anzeigen auf Facebook oder auch auf anderen Plattformen findet, der sollte besonders vorsichtig sein – in der Regel handelt es sich um leere Versprechen. Bei genauerer Betrachtung kommt man nämlich relativ schnell zu dem Ergebnis, dass die Versprechen nie gehalten werden können.

In der Fachsprache nennt man das übrigens „fabricated content“ – also Inhalt, der frei erfunden ist. Doch woran erkennt man gefälschte Anzeigen oder kommerzielle „Fake News“? Zu beachten ist, dass Anzeigen immer als solche gekennzeichnet werden müssen, sodass man als Laie auch erkennt, dass es sich um keinen redaktionellen Text handelt. Auf einer Nachrichtenseite findet sich in der Regel der Hinweis „Anzeige“ – auf Facebook taucht hingegen das Wort „Gesponsert“ auf.

Hat man bereits auf die Anzeige geklickt, so geht es um die Überprüfung der Webseite – gibt es Informationen zum Datenschutz oder ein Impressum? Wird man nicht fündig, sollte man besser die Finger davon lassen – vor allem dann, wenn man auf der Homepage kein Impressum findet.

Ist man unsicher, ob es sich um ein seriöses Angebot handelt, so ist es besser, sich dagegen zu entscheiden – im Internet gibt es genug schwarze Schafe, sodass man immer vorsichtig sein sollte.

Nur in den seltensten Fällen kann man rechtlich vorgehen

Natürlich stellt sich die Frage, warum überhaupt derartige Anzeigen geschaltet werden können. Facebook verfolgt hier das Prinzip, dass man in der Regel alles bewerben darf, solange man dafür bezahlt – auf Nachrichtenseiten werden zudem derartige Anzeigen auch automatisch platziert. So wird die Anzeigenposition der „Zeit online“ von einem externen Dienstleister bespielt – „Zeit online“ hat somit in Wahrheit nichts mit den Anzeigen zu tun, die auf der Seite zu finden sind.

Rechtlich kann man erst dann einschreiten, wenn sich die Webseite mit dem Gewand einer anderen Seite gekleidet hat – hier liegt die rechtswidrige Nutzung der Marke vor. Doch will man dieses Recht durchsetzen, so braucht man Geduld und Glück, weil in der Praxis kann das durchaus kompliziert und auch extrem langwierig werden. Derartige Seiten werden in der Regel immer über Domain Privacy Protection-Unternehmen betrieben, die die Aufgabe haben, dass der Inhaber der Domain geheim gehalten wird.

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