SAP-Konkurrent Salesforce (WKN: A0B87V / ISIN: US79466L3024) hat wieder einmal starke Quartalsergebnisse präsentiert. In einigen Bereichen standen erneut neue Rekorde zu Buche, allerdings konnte die Prognose nicht vollends überzeugen. Grund genug für Anleger, weiterhin Zweifel daran zu hegen, dass das Cloud-Softwareunternehmen einen Platz im Zeitalter der agentenbasierten Künstlichen Intelligenz finden kann.
Futter für die Skeptiker
Im ersten Quartal (Ende April) des laufenden Geschäftsjahres 2026/27 legten die konzernweiten Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich währungsbereinigt um 12 Prozent auf 11,1 Mrd. US-Dollar zu. Damit wurden die Konsensschätzungen von 11,05 Mrd. US-Dollar übertroffen. Besonders deutlich konnte Salesforce zuletzt jedoch auf der Ergebnisseite punkten. Der bereinigte Gewinn je Aktie kam mit 3,88 US-Dollar ins Ziel. Analysten hatten dem Unternehmen im Schnitt jedoch lediglich 3,12 US-Dollar zugetraut.
Bei der operativen Marge wurde ein Wert von 34,8 Prozent erreicht – gegenüber vorherigen Marktprognosen von 33,4 Prozent. Enttäuschend fiel dagegen das cRPO-Wachstum aus. Bei den Current Remaining Performance Obligations (ausstehende Leistungsverpflichtungen) lag der Zuwachs bei 13 Prozent und damit etwa 10 Basispunkte unterhalb der Konsensschätzungen. Auch im Hinblick auf den Ausblick konnte Salesforce Skeptiker nicht davon überzeugen, dass keine Risiken für Umsatz und Auftragsbestand durch die Disruption bzw. Verdrängung durch KI bestehen würden. Zumal auch der Cashflow belastet wurde.
Salesforce: „Die Nummer 1 im Bereich Agentic CRM“
Salesforce musste zusätzliche Schulden zur Finanzierung seines Aktienrückkaufs aufnehmen. Damit lag der Cashflow zuletzt bei 6,55 Mrd. US-Dollar gegenüber Konsensschätzungen von 6,80 Mrd. US-Dollar. Agentforce und die wiederkehrenden Umsätze im Bereich Data 360 entwickelten sich beide gut, doch dies ist nach wie vor ein relativ kleiner Teil des Gesamtgeschäfts. Sowohl für das laufende zweite Quartal (Ende Juli) als auch für das Gesamtjahr geht das Management von einem Umsatzwachstum von 10 bis 11 Prozent aus, die Free-Cashflow-Prognose wurde dagegen gesenkt. Trotzdem wird weiterhin Optimismus verbreitet: CEO Marc Benioff sprach von einem herausragenden Quartal für Salesforce – Rekordumsatz, Rekordabschlüsse und Rekord-Cashflow seien dabei erreicht worden.
„Agentic AI ist die größte Wachstumschance für unsere Kunden und für Salesforce. Wir sind die Nummer 1 im Bereich Agentic CRM: Agentforce unterstützt mittlerweile jede Customer-360-Anwendung und hilft Zehntausenden von Unternehmen aus allen Branchen dabei, sich zu Agentic Enterprises zu entwickeln“, so Benioff weiter. Robin Washington, President und Chief Financial and Operating Officer bei Salesforce, sagte seinerseits: „Wir sind weiterhin zuversichtlich, in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2026/27 eine organische Umsatzbeschleunigung zu erzielen, die durch das Wachstum in den Bereichen Sales, Service, Slack, Agentforce und Data 360 vorangetrieben wird.“
Mein Fazit
Salesforce liefert weiterhin starke operative Ergebnisse und zeigt insbesondere bei Gewinn und Margen eine beeindruckende Entwicklung. Gleichzeitig bleiben die Zweifel der Anleger jedoch bestehen. Denn trotz der positiven Dynamik rund um Agentforce und Data 360 ist der KI-bezogene Geschäftsanteil bislang noch zu klein, um Sorgen über mögliche Disruptionen im Kerngeschäft vollständig auszuräumen. Salesforce steht damit vor der Herausforderung, den Kapitalmarkt davon zu überzeugen, dass das Unternehmen nicht nur vom KI-Trend profitiert, sondern auch langfristig eine führende Rolle im Zeitalter agentenbasierter KI einnehmen kann.
Wer als Anleger von den Wachstumsaussichten im Bereich Künstliche Intelligenz überzeugt ist, jedoch nicht nur auf Salesforce, sondern gleich auf einen Korb aus Branchenvertretern setzen möchte, sollte sich das Indexzertifikat (WKN: DA0ABW / ISIN: DE000DA0ABW6) auf den der Aktionär Künstliche Intelligenz Index einmal anschauen.









