KI ist derzeit das beherrschende Börsenthema. Die Euphorie rund um KI- und Halbleiterwerte hat in den vergangenen Wochen den S&P 500 und den NASDAQ Composite in beeindruckender Weise auf neue Rekordstände gehievt. Trotzdem wäre es angebracht, sich nach Aktien umzusehen, die kein hohes KI-Exposure aufweisen.
KI ist nicht alles
Viele altgediente Börsianer dürften die x-te KI-Story nicht mehr hören können. In diesen Tagen war es beispielsweise der Spezialist für Speicherchips Micron Technology, der mit dem erstmaligen Sprung über die Marke von 1 Billion US-Dollar bei der Marktkapitalisierung für Aufsehen sorgte. Während Anleger den Trend mitnehmen sollten, solange er anhält, wird es auch diejenigen geben, die davon ausgehen, dass wir uns in einer KI-Blase à la Dotcom-Bubble befinden und diese irgendwann platzen könnte.
Dies wäre ein Grund, sich nach Aktien umzuschauen, die möglichst wenig mit KI zu tun haben. Die Analysten bei Goldman Sachs dachten sich offenbar das Gleiche und erstellten eine entsprechende Liste. Bei den Goldmännern ist man der Ansicht, „dass Anleger sich weiterhin auf Aktien konzentrieren sollten, die durch Gewinnwachstum und Gewinnrevisionen fundamental gestützt werden, unabhängig davon, ob diese Gewinne durch KI oder andere positive Faktoren getrieben werden.“
Eli Lilly geht eigenen Weg
Die von Goldman Sachs ausgewählten Titel weisen sowohl gegenüber dem KI-Trend als auch gegenüber der Marktbewertung des Wirtschaftswachstums eine geringe Kurssensitivität auf. Unter ihnen ist beispielsweise der US-Pharmakonzern Eli Lilly (WKN: 858560 / ISIN: US5324571083). Bei Goldman Sachs geht man davon aus, dass nur etwa 9 Prozent der jüngsten Kursgewinne des Arzneimittelherstellers auf die Konjunkturaussichten in den USA und die KI zurückzuführen seien. Das Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Novo Nordisk den Markt für GLP-1-Abnehmspritzen aufgemischt.
Möglicherweise etwas überraschend befindet sich Fortinet (WKN: A0YEFE / ISIN: US34959E1091) auf der Liste. Laut Goldman Sachs lassen sich 19 Prozent der jüngsten Rendite beim Cybersecurity-Wert auf die Konjunkturaussichten in den USA und auf KI zurückführen. Seit Jahresbeginn 2026 liegt die Fortinet-Aktie mit rund 61 Prozent im Plus, während ein Großteil dieser Kursgewinne in den vergangenen Wochen erzielt wurde, nachdem sich die Stimmung im Cybersecurity-Bereich deutlich verbessert hatte. Zeitweise wurde diese vom Thema KI-Disruption belastet.
Das marktEINBLICKE-Fazit
Die aktuelle Börseneuphorie rund um Künstliche Intelligenz und Halbleiterwerte hat die großen US-Indizes zwar auf Rekordniveau getrieben, gleichzeitig wächst jedoch die Sorge vor einer möglichen Überbewertung einzelner KI-Aktien. Anleger sollten deshalb nicht ausschließlich auf den KI-Trend setzen, sondern ihr Portfolio breiter aufstellen und auch Unternehmen berücksichtigen, deren Wachstum auf soliden fundamentalen Faktoren basiert.








