Linde: Starke Perspektiven

Linde überzeugt mit starken Q1-Zahlen, profitiert vom KI- und Halbleiterboom sowie steigenden Heliumpreisen – und bleibt langfristig attraktiv.

Bildquelle: Pressefoto The Linde Group

Linde (WKN: A3D7VW / ISIN: IE000S9YS762) hat für das erste Quartal 2026 solide Ergebnisse abgeliefert. Auf den ersten Blick erscheint der Industriegase-Hersteller damit im Vergleich zu den Highflyern aus dem KI- und Halbleiterbereich wenig sexy. Es ist aber gerade die auf lange Sicht ausgelegte und sehr disziplinierte Kapitalallokation, die Linde schwierige Marktphasen überstehen und auf kurzfristige Chancen reagieren lässt.

Linde als heimlicher KI-Profiteur

Jeffrey Zekauskas, Analyst bei J.P. Morgan, glaubt, dass Linde von einer Verknappung auf den Heliummärkten profitieren könnte, nachdem geopolitische Spannungen das Angebot unter Druck gesetzt hätten. Die aktuellen Bedingungen von Angebot und Nachfrage auf dem Heliummarkt hätten sich seit Beginn des jüngsten Konflikts im Nahen Osten verschärft, da derzeit etwa ein Drittel des weltweiten Heliummarktes in Katar konzentriert sei.

Linde habe 2025 mit niedrigeren Preisen für Helium und Edelgase zu kämpfen gehabt, doch der Heliummarkt habe sich aus Analystensicht bis zu einem gewissen Grad erholt. Gründe dafür seien die Einstellung der LNG-Produktion von QatarEnergy infolge des Iran-Konflikts und die Sperrung der Straße von Hormus. Linde gehört derzeit aber auch zu den Profiteuren des KI- und Halbleiterbooms. In modernen Chipfabriken werden enorme Mengen hochreiner Gase benötigt, darunter Stickstoff, Wasserstoff, Argon, Helium sowie Spezialgase für Lithografie-, Ätz- und Reinigungsprozesse.

Daher hatte Linde bereits 2025 den Ausbau der Gasversorgung für die Halbleiterfertigung von Samsung Electronics in Pyeongtaek angekündigt. In den USA investierte Linde rund 600 Mio. US-Dollar in die Versorgung einer neuen Großfabrik eines führenden Chipherstellers in Arizona. Letztlich war es auch der Nachfrage aus der Chipindustrie zu verdanken, dass Linde über den Erwartungen liegende Ergebnisse abliefern konnte.

Prognose lässt Luft nach oben

Die konzernweiten Umsatzerlöse wurden im ersten Quartal (Ende März) 2026 im Vorjahresvergleich um 8 Prozent auf 8,8 Mrd. US-Dollar gesteigert. Hier profitierte man aber auch von einigen positiven Wechselkurseffekten. Bereinigt lag das Umsatzplus bei 3 Prozent. Der um Einmaleffekte bereinigte operative Gewinn legte um 8 Prozent auf 2,6 Mrd. US-Dollar zu, während der bereinigte Gewinn je Aktie um 10 Prozent auf 4,33 US-Dollar verbessert werden konnte.

Analysten hatten Linde zuvor lediglich Umsätze in Höhe von 8,58 Mrd. US-Dollar bei einem EPS von 4,26 US-Dollar zugetraut. Besonders positiv: Lindes über den Erwartungen liegende Umsatz- und Gewinnzahlen sind auf ein Umsatzwachstum in allen Endmärkten und wichtigen Geschäftsregionen zurückzuführen. Die Jahresziele können angesichts der bereits guten Performance im ersten Quartal als konservativ bezeichnet werden. Auf diese Weise bleibt aber auch Raum für positive Überraschungen.

Das Management geht im laufenden Jahr von einem EPS-Wachstum von 7 bis 9 Prozent auf 17,60 bis 17,90 US-Dollar aus. Wenig verwunderlich also, dass sich Jefferies-Analyst Laurence Alexander von den „soliden“ Quartalsergebnissen angetan zeigte. Besonders positiv hervorgehoben wurden die hohen Auftragsbestände. Diese würden für starke Wachstumsperspektiven sorgen, während Bernstein-Analyst James Hooper darauf verweist, dass der Industriegasemarkt wenig anfällig für Zyklen sei. Insbesondere schätzt er die Preissetzungsmacht in diesem konsolidierten Markt der großen Branchenvertreter. Diese würde die Margen ankurbeln.

Mein Fazit

Die Kombination aus stabilen Geschäftsmodellen, hoher Preissetzungsmacht und einer disziplinierten Kapitalallokation macht Linde langfristig attraktiv. Die Ergebnisse des ersten Quartals 2026 zeigen, dass der Industriegase-Spezialist sowohl von strukturellen Wachstumstrends wie dem KI- und Halbleiterboom als auch von einer möglichen Verknappung auf dem Heliummarkt profitieren kann. Besonders erfreulich ist, dass das Wachstum auf breiter Basis über alle wichtigen Regionen und Endmärkte hinweg erzielt wurde. Gleichzeitig sorgen hohe Auftragsbestände für eine gute Visibilität der künftigen Geschäftsentwicklung.

Wer nicht nur auf Linde, sondern gleich auf mehrere Unternehmen setzen möchte, die „wegen ihrer herausragenden Geschäftsmodelle mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch in mehr als 100 Jahren noch erfolgreich am Markt agieren werden“, sollte einen Blick auf das Morgan Stanley Indexzertifikat (WKN: DA0ABN / ISIN: DE000DA0ABN5) auf den „Börse Online Aktien für die Ewigkeit Index“ werfen.

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