Givaudan setzt auf die Duft-Wende

Trotz schwacher Konsumnachfrage und hoher Unsicherheit setzt Givaudan auf Wachstum: Die Eurofragance-Übernahme könnte zur Trendwende beitragen.

(Bildquelle: unsplash / Kelly Sikkema)

Angesichts geopolitischer Risiken, der US-Zölle und der Konjunkturschwäche geht es der Konsumgüterindustrie alles andere als rosig. Schlechte Nachrichten also auch für Zulieferer wie Givaudan (WKN: 938427 / ISIN: CH0010645932). Das Unternehmen liefert vor allem Aromen und Duftstoffe. Trotzdem arbeitet der Schweizer Branchenriese an seiner Zukunft.

Wichtiger Teil der Givaudan-Strategie

Givaudan hat eine Mehrheitsbeteiligung an Eurofragance erworben, einem auf Duftstoffe spezialisierten Unternehmen mit Sitz in Barcelona, Spanien. Das Unternehmen hat sich ausschließlich auf die Entwicklung und Herstellung von Parfüms sowie Duftstoffen für Körperpflege- und Haushaltsprodukte konzentriert. Der Fokus liegt auf wachstumsstarken regionalen Märkten, wobei Eurofragance derzeit vor allem mit einer starken Präsenz in Europa, dem Nahen Osten, Asien, Afrika und Lateinamerika aufwarten kann. Diese strategische Allianz stellt einen wichtigen Meilenstein in der Givaudan-Strategie 2030 dar.

Ziel ist es, die Präsenz und die Kompetenzen des Unternehmens in lokalen und regionalen Märkten weiter auszubauen und damit nachhaltiges Geschäftswachstum zu fördern. Die kurzfristigen Marktreaktionen fielen positiv aus. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob sich mit Blick auf die zuletzt unter Druck stehende Givaudan-Aktie nun eine nachhaltige Erholung einstellt. Schließlich bleiben die Marktbedingungen im Konsumgütersektor schwierig. Dies haben die Umsatzstatistiken zum ersten Quartal 2026 gezeigt. Zumindest konnte sich Givaudan dabei gut behaupten.

Trendwende im Konsumbereich?

Im Bericht zum ersten Quartal zeigte sich CEO Christian Stammkoetter zufrieden mit dem „soliden Start ins Jahr 2026 trotz der hohen Vergleichswerte aus dem Vorjahr“. Dabei stellte er vor allem die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens heraus. Negativen Effekten wie dem Druck von der Währungsseite konnte man sich jedoch nur schwer entziehen. Konzernweit fielen die Umsatzerlöse im ersten Quartal im Vorjahresvergleich um 5,2 Prozent auf 1,88 Mrd. CHF. Währungsbereinigt wurde jedoch ein Plus von 2,8 Prozent erzielt.

Der Umsatz in den wachstumsstarken Märkten stieg auf vergleichbarer Basis um 4,0 Prozent, nach einem starken Vorjahreswert von 12,8 Prozent. Der Umsatz in den reifen Märkten nahm auf vergleichbarer Basis um 1,7 Prozent zu, gegenüber 2,6 Prozent im ersten Quartal 2025. Die Profitabilität wird wiederum durch steigende Inputkosten belastet, weshalb das Unternehmen in einigen Bereichen mit Preiserhöhungen reagiert. Im Fokus bleiben dabei die mittelfristigen Ziele, zu denen vor allem ein durchschnittliches jährliches währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 4 bis 6 Prozent gehört. Auch kurzfristig scheint sich einiges zu tun.

So sieht beispielsweise Goldman-Sachs-Analystin Georgina Fraser eine Art Wende. Sie hat das Kursziel für die Givaudan-Aktie von 2.900,00 auf 3.500,00 Schweizer Franken angehoben und die Einstufung von „Sell“ auf „Buy“ gleich um zwei Stufen verbessert. Aus Sicht der Expertin würden die außerordentlichen Wachstums- und Margenaussichten verkannt. Celine Pannuti, Analystin bei J.P. Morgan, blickt ebenfalls positiv auf die kommenden Halbjahresergebnisse von Givaudan. Im Vorfeld der Bekanntgabe der Zahlen wurde die Aktie auf die „Positive Catalyst Watch“-Liste gesetzt, während das „Overweight“-Rating und das Kursziel von 3.600,00 CHF bestätigt wurden.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Trotz eines herausfordernden Marktumfelds mit schwacher Konsumnachfrage, geopolitischen Unsicherheiten und Währungsbelastungen zeigt sich Givaudan weiterhin robust. Die Mehrheitsbeteiligung an Eurofragance unterstreicht den strategischen Fokus auf wachstumsstarke Regionen und stärkt die Position des Unternehmens im attraktiven Duftstoffgeschäft. Unterstützt durch positive Analystenstimmen und verbesserte Wachstumserwartungen könnte die jüngste Expansion ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Erholung der Givaudan-Aktie sein.

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