Bildquelle: Pressefoto © voestalpine AG

Der Umwelt sowie einem besseren Verkehrsfluss auf unseren Straßen zuliebe sollen hierzulande immer mehr Personen und Waren auf der Schiene befördert werden. Dies ist jedoch nicht der einzige Aspekt, der in den kommenden Jahren hohe Investitionen in die Bahninfrastruktur erforderlich macht und in diesem Bereich tätigen Unternehmen gute Geschäfte bescheren sollte.

Großer Bedarf

Für Alstom (WKN: A0F7BK / ISIN: FR0010220475) und Siemens (WKN: 723610 / ISIN: DE0007236101) war bereits alles klar. Die beiden Unternehmen aus Frankreich und Deutschland wollten ihre Zugsparten zusammenlegen, um für den Wettbewerb mit der internationalen Konkurrenz gerüstet zu sein. Dabei gilt der Blick vor allem dem chinesischen Bahn-Riesen CRRC (China Railway rolling Stock Corporation). Allerdings stoppte die EU-Kommission, das Vorhaben des TGV-Herstellers Alstom und des ICE-Produzenten Siemens. Die EU-Kommission meldete Wettbewerbsbedenken an. Demnach hätte die Fusion die Konkurrenzsituation auf den Märkten für Eisenbahn-Signalanlagen und Höchstgeschwindigkeitszüge beeinträchtigt. Befürchtet wurden konkret höhere Preise für Hochgeschwindigkeitszüge und Signalanlagen. Letzteres hätte sich aus Behördensicht langfristig sogar negativ auf die Sicherheit der Fahrgäste auswirken können. Während deutsche und französische Politiker im Geiste einer neuen europäischen Industriepolitik versuchen, die Fusion zu retten, blicken Alstom und Siemens bereits in die Zukunft.

Schließlich müssen sie sehen, wie sie die Chancen in der Branche am besten nutzen können. Zumal es davon eine ganze Menge gibt. Weltweit sind enorme Investitionen in die Bahninfrastruktur geplant. Davon wollen nicht nur Siemens und Alstom profitieren. Es werden immer mehr Schienenstrecken benötigt. Dazu braucht man unter anderem Gleise und Weichen. Bahnstromanlagen werden gebraucht, genauso wie die Stellwerkanlagen, Zugkontrolleinrichtungen oder die Leittechnik. Beleuchtung, Kundeninformationssysteme, Uhrenanlagen, Datennetze, das alles muss auch vorhanden sein, genauso wie die passenden Schienenfahrzeuge für die Instandhaltung sowie Mess- und Diagnosesysteme oder die IT, die einen reibungslosen Ablauf gewährleistet. Und natürlich werden die entsprechenden Züge benötigt, mit denen Waren und Menschen auf Schienen befördert werden. Ein ganz eigenes Feld sind dabei die extrem beanspruchten und damit sehr wichtigen Zugbremsen, so dass sich auch hier unzählige Zulieferer über Aufträge freuen können.

voestalpine: Bahninfrastruktur aus Österreich

Ein besonders starkes Wachstum wird im Bereich Bahninfrastruktur in China vermutet. Entsprechend froh war man bei der voestalpine (WKN: 897200 / ISIN: AT0000937503), im Vorjahr ein weiteres Joint Venture für die Weichenproduktion in der Volksrepublik gründen zu können. Damit gelang dem österreichischen Stahl- und Technologiekonzern ein wichtiger Expansionsschritt im boomenden Nahverkehrssektor des Landes. Mit seinem in der Metal Engineering Division beheimateten Geschäftsbereich voestalpine Railway Systems sind die Österreicher weltweit führend bei Systemlösungen im Bereich Bahninfrastruktur und bieten hochqualitative Produkte und Dienstleistungen für Schienen, Weichen, Signaltechnik und Überwachungsanwendungen an.

Nicht nur deshalb dürfte man sich bei der voestalpine über die positiven Aussichten für den Sektor freuen, sondern auch weil es zuletzt in einigen anderen Bereichen nicht mehr ganz so rund lief. Beispielsweise machten dem ATX-Konzern US-Stahlzölle zu schaffen. Außerdem machten sich einige Sondereffekte wie die Einführung des neuen Abgasemissionstestverfahrens WLTP in der Automobilindustrie oder eine Hochofenreparatur negativ bemerkbar. Trotzdem konnte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende Dezember) ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr um 5,2 Prozent auf 10,0 Mrd. Euro erzielt werden. Auf Gesamtjahressicht sollen die Erlöse ebenfalls zulegen und damit einen weiteren Rekordwert erreichen.

Anleger, die auf einen Aufwärtstrend der voestalpine-Aktie setzten und sogar überproportional von steigenden Kursen des noch ATX-Wertes profitieren möchten, schauen sich am besten entsprechende Hebelprodukte (WKN: HX69BQ / ISIN: DE000HX69BQ1) auf der Long-Seite an. Skeptiker haben ebenfalls mit passenden Short-Produkten (WKN: HX53ZM / ISIN: DE000HX53ZM3) die Gelegenheit auf fallende Kurse der voestalpine-Aktie zu setzen.

Siemens zeigt sich besonders innovativ

Wenn es um die Schiene geht, ist Siemens sogar noch breiter aufgestellt als die voestalpine. Zum Angebot des DAX-Konzerns zählen zum Beispiel Produkte und Dienstleistungen im Bereich bahntechnische Infrastruktur, Systemtechnik, Lokomotiven, Hochgeschwindigkeitszüge oder Reisezugwagen. Es bleibt abzuwarten, ob sich die gescheiterte Fusion der Zugsparte mit Alstom am Ende tatsächlich als Belastungsfaktor herausstellt. Zumal Größe bei weitem nicht der einzige Erfolgsfaktor ist. Dieser kann sogar in einigen Fällen Innovationen bremsen. Dass man bei Siemens viele Ideen hat zeigt der Umstand, dass das Unternehmen laut Statistiken des Europäischen Patentamtes in 2018 europaweit die meisten Patentanmeldungen vorweisen konnte.

Es ist auch diese Innovationsfähigkeit, die Siemens Mobility Ende 2018 einen milliardenschweren Auftrag zur Lieferung von 94 U-Bahn-Zügen nach London eingebracht hat. Dieser 1,6 Mrd. Euro schwere Auftrag trug im Wesentlichen zur sehr guten Auftragsentwicklung bei. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende Dezember) stieg der Auftragseingang um 12 Prozent auf 25,2 Mrd. Euro. Kein Wunder, dass Siemens trotz des herausfordernden Gesamtmarktumfeldes für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatzanstieg erwartet. Die vielbeachtete Ergebnismarge des industriellen Geschäfts wird vom Management bei 11,0 bis 12,0 Prozent gesehen.

Wer auf steigende Kurse der Siemens-Aktie setzt und sogar überproportional von einem Kursanstieg profitieren möchte, schaut sich am besten entsprechende Hebelprodukte (WKN: VF2ZKQ / ISIN: DE000VF2ZKQ5) an. Skeptiker haben Gelegenheit mit entsprechenden Hebelprodukten (WKN: VA31L0 / ISIN: DE000VA31L03) auf auf fallende Kurse des DAX-Wertes zu setzen.

Knorr-Bremse bleibt zuversichtlich

Der technologische Fortschritt sorgt dafür, dass Züge immer schneller fahren. Die Anforderungen an das Material steigen. Besonders wichtig ist es außerdem, die Züge möglichst effizient abbremsen zu können. Hier kommt Knorr-Bremse (WKN: KBX100 / ISIN: DE000KBX1006) ins Spiel. Neben Bremssystemen für Lkws, Busse, Anhänger und Landmaschinen bietet das Münchner Unternehmen im Bereich Systeme für Schienenfahrzeuge neben Bremssystemen auch intelligente Einstiegssysteme, Klimaanlagen, Energieversorgungssysteme, Steuerungskomponenten und Scheibenwischer, Bahnsteigtüren, Reibmaterial sowie Fahrerassistenzsysteme, elektrische Antriebsausrüstungen und Leittechnik an.

Besonders beeindruckend: Knorr-Bremse konnte den extrem schwer zugänglichen japanischen Markt für Hochgeschwindigkeitszüge erobern, was in der Branche gewissermaßen als Ritterschlag gilt. Im Oktober 2018 erfolgte der Börsengang. Dieser fiel trotz der zu dieser Zeit herrschenden Marktunsicherheiten erfolgreich aus. Nur wenige Monate später findet sich die Aktie im MDAX wieder. Dabei konnte Knorr-Bremse mit einigen positiven Nachrichten die Stimmung anheizen. 2018 kletterten die Umsätze um 7,5 Prozent auf 6,6 Mrd. Euro. Darüber hinaus bleibt Ausblick 2019 trotz wachsender wirtschaftlicher und politischer Risiken zuversichtlich.

Wer auf steigende Kurse der Knorr-Bremse-Aktie setzt und sogar überproportional von einem Kursanstieg profitieren möchte, schaut sich am besten entsprechende Hebelprodukte (WKN: MF9MH6 / ISIN: DE000MF9MH64) an. Skeptiker haben Gelegenheit mit entsprechenden Hebelprodukten (WKN: MF9MGE / ISIN: DE000MF9MGE3) auf auf fallende Kurse des MDAX-Wertes zu setzen.

Vossloh: Fokusmarkt China

Auch Vossloh (WKN: 766710 / ISIN: DE0007667107) möchte sich in Zukunft ganz besonders auf den Bereich Bahninfrastruktur konzentrieren. Dazu hat das SDAX-Unternehmen einzigartige, leistungsstarke Schlüsselprodukte und komplexe Systeme, darunter Schienenbefestigungssysteme, Betonschwellen oder Weichensysteme im Angebot. Vossloh zählt bei Schienenbefestigungen und Weichensystemen jeweils zu den Weltmarktführern, bei Beton-Streckenschwellen ist Vossloh der führende Hersteller Nordamerikas. Die Vossloh-Kunden sind in der Regel öffentliche und private Bahngesellschaften, Netzbetreiber sowie regionale und kommunale Verkehrsbetriebe.

Rund die Hälfte seiner Umsatzerlöse erzielt Vossloh auf dem heimischen europäischen Markt. Wie gut, dass dieser weltweit immer noch der größte Markt für Bahntechnik ist. China wird jedoch immer wichtiger. Inzwischen hat die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt einen Umsatzanteil von rund einem Viertel. Das zweitgrößte Streckennetz beherbergt China bereits. Zudem soll dort das Hochgeschwindigkeitsnetz von 25.000 km Ende 2018 bis 2025 auf 38.000 km aufgebaut werden, während der Nahverkehr ebenfalls nicht unberücksichtigt bleibt. Gut für ein Unternehmen, das zuletzt seine Marktposition in China stärken konnte.

Anleger, die auf einen Aufwärtstrend der Vossloh-Aktie setzten und sogar überproportional von steigenden Kursen des noch SDAX-Wertes profitieren möchten, schauen sich am besten entsprechende Hebelprodukte (WKN: HX5T3N / ISIN: DE000HX5T3N2) auf der Long-Seite an. Skeptiker haben ebenfalls mit passenden Short-Produkten (WKN: HX3UJB / ISIN: DE000HX3UJB4) die Gelegenheit auf fallende Kurse der Vossloh-Aktie zu setzen.

Fazit

Mobilität gehört zu den wichtigsten Megatrends. Das Thema Schienenverkehr spielt dabei ebenfalls eine wichtige Rolle. Sowohl im Bereich Güterverkehr als auch bei der Beförderung von Personen. Kein Wunder, dass sich Unternehmen, die sich mit der Bahninfrastruktur und anderen verwandten Themen beschäftigen, große Chancen ausrechnen.

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Bildquelle: Pressefoto © voestalpine AG

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