Dividenden: Die stille Kraft

Globale Dividenden stiegen im ersten Quartal 2026 auf 424,5 Mrd. US-Dollar – ein Plus von über 10 Prozent. Während Aktienrückkäufe zurückgehen, beweisen Dividenden einmal mehr: Wer auf Ausschüttungen setzt, setzt auf Substanz.

(Bildquelle: unsplash / Mathieu Stern)

Während Anleger zuletzt über Zinsentscheidungen, Indexregeln und Mega-IPOs diskutierten, passierte im Hintergrund etwas Unspektakuläres: Unternehmen weltweit überwiesen Geld an ihre Aktionäre. Das ist nichts Außergewöhnliches, es passiert Quartal für Quartal, Krise für Krise. Ohne Schlagzeilen, ohne Roadshow, ohne Versprechen auf eine bessere Zukunft.

Der neue „Janus Henderson Global Dividend and Buyback Index“ liefert dazu beeindruckende Zahlen: Im ersten Quartal 2026 erreichten globale Dividendenzahlungen 424,5 Mrd. US-Dollar, ein Anstieg von 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Breit gefächert, über Regionen und Sektoren hinweg, trotz eines turbulenten makroökonomischen Umfelds.

Die Zahlen, die zählen

Nordamerika führt das Feld an. Die USA zahlten allein 183,5 Mrd. US-Dollar an Dividenden aus, 46,3 Prozent des globalen Gesamtvolumens. Europa legte ebenfalls zu: 67,4 Mrd. US-Dollar, ein Anstieg von über 35 Prozent, getrieben durch starke Ausschüttungen aus der Schweiz und Dänemark.

Deutschland zahlt 7,5 Mrd. US-Dollar Dividende und steht bei Aktienrückkäufen mit 6,3 Mrd. US-Dollar sogar an der europäischen Spitze, fast ein Drittel des regionalen Gesamtvolumens. Siemens, Siemens Healthineers und die nach jahrelanger Pause zurückgekehrte Siemens Energy spielten dabei eine zentrale Rolle.

Besonders bemerkenswert: Der Rohstoffsektor verzeichnete mit plus 47,1 Prozent das stärkste Dividendenwachstum aller Branchen, getrieben von der Nachfrage nach kritischen Mineralien für Rechenzentren, Halbleiter und KI-Infrastruktur. Auch hier zeigt sich: Strukturelle Trends zahlen Dividenden.

Dividenden vs. Rückkäufe – ein wichtiger Unterschied

Der neue Index erfasst erstmals auch Aktienrückkäufe. Mit 425,7 Mrd. US-Dollar lagen sie im ersten Quartal knapp über den Dividendenzahlungen, gingen aber im Jahresvergleich um 3,1 Prozent zurück.

Jane Shoemake, Client Portfolio Manager bei Janus Henderson, bringt die Botschaft dahinter präzise auf den Punkt: „Dividenden sind in der Regel langfristige Entscheidungen des Vorstands, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. Aktienrückkäufe hingegen sind eher diskretionärer Natur und unterliegen konjunkturellen Schwankungen. Somit bleiben Dividenden ein stärkeres Zeichen des Vertrauens, während Aktienrückkäufe als flexiblerer Puffer dienen.“

Übersetzt für den Anleger: Wenn ein Unternehmen seine Dividende erhöht, sagt das Management damit: Wir sind überzeugt, dass wir das dauerhaft leisten können. Wenn es Aktien zurückkauft, sagt es: Wir haben gerade Geld übrig. Beides ist gut. Aber beides ist nicht dasselbe.

Was das für langfristige Anleger bedeutet

Janus Henderson prognostiziert für das Gesamtjahr 2026 ein globales Dividendenwachstum von 8,3 Prozent, nach 6,8 Prozent im Vorjahr. Aktienrückkäufe hingegen dürften um 1,1 Prozent zurückgehen. Die Botschaft ist klar: In einem Umfeld mit höheren Zinsen, geopolitischen Risiken und konjunktureller Unsicherheit setzen die stärksten Unternehmen der Welt auf Dividenden – nicht auf Versprechen.

Das ist der Kern dessen, was Qualitäts- und Defensivaktien ausmacht. Coca-Cola erhöht die Dividende seit 64 Jahren in Folge. Procter & Gamble seit 68 Jahren. Nestlé seit 1959. Diese Unternehmen brauchen keinen Börsenhype, keinen IPO-Roadshow-Zirkus und keine Indexregeländerung. Sie brauchen Zeit – und die arbeitet für ihre Aktionäre.

Unser mE-Fazit

Dividenden sind keine Restgröße nach Investitionen. Sie sind der Beweis, dass ein Geschäftsmodell funktioniert, und zwar heute – nicht irgendwann. In einer Welt voller Unsicherheit ist das keine Kleinigkeit. Es ist das Fundament jedes langfristigen Vermögensaufbaus – mit Baustein-Aktien. 10 Prozent Wachstum im ersten Quartal 2026, breit über Regionen und Sektoren: Die stille Kraft läuft weiter – Quartal für Quartal, Baustein für Baustein.

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