Amazon: AWS liefert den Margen-Turbo

AWS wächst rasant, die Margen überraschen positiv: Amazon zeigt eindrucksvoll, warum Investitionen von 220 Mrd. US-Dollar langfristig Wert schaffen.

(Bildquelle: unsplash / Christian Wiediger)

So erhöht man die Prognosen für die Investitionsausgaben. Amazon (WKN: 906866 / ISIN: US0231351067) will in diesem Jahr Capex-Ausgaben von rund 220 Mrd. US-Dollar stemmen. Gleichzeitig zeigt der E-Commerce-Riese aber auch, dass sich die hohen Investitionen rechnen.

Überragende AWS-Margen

Amazon sorgte mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal 2026 für Begeisterung am Markt. Grund dafür ist der Umstand, dass gerade das margenstarke Cloud-Geschäft dank der Künstlichen Intelligenz stark wächst. Konzernweit lag der operative Gewinn im Juni-Quartal bei 27,5 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten Amazon im Schnitt lediglich einen Wert von 23,6 Mrd. US-Dollar zugetraut.

Die Gesamterlöse legten dabei um 20 Prozent auf 200,6 Mrd. US-Dollar zu und lagen damit über den Konsensschätzungen von 197,0 Mrd. US-Dollar. Besonders beeindruckend war das Wachstum von Amazon Web Services (AWS): Währungsbereinigt legte der Cloud-Bereich um 37 Prozent zu und übertraf damit die Konsensschätzungen um mehr als 5 Prozentpunkte. Gleichzeitig erzielte AWS außergewöhnlich hohe Margen. Die operative Marge lag bei 39,4 Prozent und damit fast 6 Prozentpunkte über den Erwartungen.

Nicht schlecht für ein Unternehmen, das lange Zeit nicht gerade mit hohen Margen aufgefallen war. President und CEO Andy Jassy zeigte sich daher euphorisch: „AWS boomt und wuchs im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 36,7 Prozent – das ist unser stärkstes Wachstum seit 18 Quartalen. Zudem haben sowohl unser KI- als auch unser Chip-Geschäft jeweils eine annualisierte Umsatzrate von mehr als 25 Mrd. US-Dollar erreicht.“

Werbegeschäft legt zu

Die KI hilft auch in anderen Bereichen. Laut Jassy habe man im Einzelhandelsgeschäft für Prime-Mitglieder in der ersten Jahreshälfte erneut Rekordliefergeschwindigkeiten erzielt: Es seien über 40 Prozent mehr Artikel noch am selben Tag oder über Nacht geliefert worden. „Besonders die Bereiche Lebensmittel sowie Artikel des täglichen Bedarfs wuchsen deutlich schneller als das übrige Geschäft. Auch unser Werbegeschäft verzeichnete erneut ein starkes Quartal und legte im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent zu“, so Jassy.

Das Management zeigte sich zudem weiterhin sehr optimistisch für das Chipgeschäft und äußerte sich positiv zu den eigenen Prozessoren Trainium und Graviton. Für das laufende September-Quartal erwartet Amazon einen Umsatz von 199,5 Mrd. US-Dollar und liegt damit unter der Analystenschätzung von 204 Mrd. US-Dollar. Der erwartete operative Gewinn beträgt 24,5 Mrd. US-Dollar und liegt damit ebenfalls unter den Erwartungen. Hier hatten die Schätzungen bei 25 Mrd. US-Dollar gelegen. Allerdings konnten Anleger Amazon dies angesichts des starken Cloud-Wachstums und der hohen AWS-Margen verzeihen.

Das marktEINBLICKE-Fazit

Amazon liefert eindrucksvoll den Beweis, dass sich die milliardenschweren Investitionen in KI und Cloud-Infrastruktur auszahlen. Vor allem das dynamische Wachstum von AWS und die deutlich über den Erwartungen liegenden Margen zeigen, dass der Konzern seine Profitabilität nachhaltig steigern kann. Zwar fällt der Ausblick für das laufende Quartal etwas vorsichtiger aus als von Analysten erhofft, doch angesichts der starken operativen Entwicklung und der anhaltenden KI-Nachfrage dürfte dies für viele Anleger nur von untergeordneter Bedeutung sein. Die steigenden Investitionsausgaben erscheinen damit gut begründet und könnten langfristig die Basis für weiteres Wachstum und höhere Gewinne schaffen.

Als Alternative zu einem Direktinvestment in Amazon käme auch ein Indexzertifikat auf den Magnificent 7 Index (WKN: DA0AC0 / ISIN: DE000DA0AC05) infrage. Bei den Magnificent 7 handelt es sich um die sieben Technologiewerte Meta Platforms, Alphabet, Microsoft, Amazon, Apple, NVIDIA und Tesla.

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