SpaceX polarisiert die Börse

SpaceX investiert Milliarden in KI und Cloud und verspricht gewaltiges Wachstum. Doch reichen Visionen und Großaufträge aus, um die Skepsis der Börse zu zerstreuen?

(Bildquelle: Unsplash / Anirudh)

Nach dem Rekord-IPO ist die Stimmung rund um SpaceX (WKN: A42D4F / ISIN: US84615Q1031) deutlich abgekühlt. Anleger zeigten sich regelrecht verängstigt angesichts der enormen Investitionsausgaben. Der erste Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen änderte daran wenig, auch wenn die Versprechungen des Managements in Richtung KI-Erlöse wieder einmal sehr optimistisch waren.

SpaceX wirft mit Geld um sich

Für den abgelaufenen Dreimonatszeitraum fielen die Ergebnisse besser als erwartet aus. Der Umsatz stieg um 92 Prozent auf 7,8 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten dem Konzern zuvor lediglich 6,8 Mrd. US-Dollar zugetraut. Das bereinigte EBITDA legte auf 3,5 Mrd. US-Dollar zu, gegenüber Konsensschätzungen von 2,0 Mrd. US-Dollar.

Der KI-Umsatz stieg gegenüber dem Vorquartal um 213 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 247 Prozent, was vor allem auf die kürzlich abgeschlossenen Infrastrukturverträge mit Anthropic und Google zurückzuführen ist. Allerdings erreichten die Investitionsausgaben 18,36 Mrd. US-Dollar und damit eine Versechsfachung gegenüber dem Vorjahr. Am Markt wurde laut FactSet lediglich mit einem Wert von 13,22 Mrd. US-Dollar gerechnet.

Bret Johnsen, der CFO von SpaceX, deutete während der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen an, dass Investoren ihre Sicht auf die Investitionsausgaben überdenken sollten – insbesondere angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich diese Investitionen in Umsätze verwandeln würden. Der anschließende Kursverlust der Aktie von 10 Prozent am Mittwoch zeigt jedoch, dass Anleger diese Sicht der Dinge noch nicht angenommen haben. Vielleicht folgt das noch.

Das ist erst der Anfang

„Im Bereich der KI-Rechenleistung können wir Kapital so einsetzen, dass sich die Investition in weniger als einem Jahr amortisiert“, sagte Johnsen. Nur wenige Tage vor seinem Rekord-Börsengang schloss SpaceX einen Vertrag mit Google ab, der dem Unternehmen durch die Bereitstellung von KI-Rechenkapazität für den Suchmaschinenkonzern bis zu 920 Mio. US-Dollar pro Monat einbringen wird. Zuvor hatte Anthropic eine Vereinbarung bekannt gegeben, nach der das Unternehmen über einen Zeitraum von drei Jahren bis zu 1,25 Mrd. US-Dollar pro Monat für Rechenkapazität im Colossus-Rechenzentrum von SpaceX in Memphis, Tennessee, zahlen wird.

Johnsen erklärte außerdem, dass SpaceX in den ersten Wochen des laufenden Quartals Cloud-Service-Verträge mit einem Gesamtvolumen von 6,7 Mrd. US-Dollar für einen Zeitraum von sechs Monaten abgeschlossen habe, wobei die Umsätze ab Oktober schrittweise anlaufen werden. Insgesamt sei das Unternehmen auf dem besten Weg, bis Ende des Jahres einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von 100 Mrd. US-Dollar zu erreichen. Dabei gehe seine Berechnung davon aus, dass die Übernahme von Cursor im Wert von 60 Mrd. US-Dollar erfolgreich abgeschlossen wird. 2025 wurden noch Gesamterlöse von 19 Mrd. US-Dollar erzielt. Damit nicht genug:

Laut CEO Elon Musk soll Grok 5.0 bis Ende des Jahres erscheinen und mit sämtlichen jemals von SpaceX erzeugten Daten trainiert werden. Musk erwartet, dass Grok dadurch mit großem Abstand das leistungsfähigste KI-Modell für Ingenieursanwendungen wird. Und natürlich hatte er starke Umsatzprognosen parat. Die interne Prognose sehe inzwischen einen Umsatz von 1 Billion US-Dollar bis 2029 oder spätestens 2030 vor – statt des bisherigen Ziels für 2031. Zudem habe man über einen geplanten Einstieg in den Mobilfunkmarkt für Endkunden über Starlink gesprochen. Musk erklärte: „Ich gehe davon aus, dass wir eine ganze Reihe ihrer Kunden gewinnen können.“

Das marktEINBLICKE-Fazit

SpaceX hat mit den ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen operativ überzeugt und die Erwartungen bei Umsatz und Ergebnis deutlich übertroffen. Dennoch bleibt die Aktie kurzfristig unter Druck, da die massiven Investitionsausgaben die Anleger verunsichern. Das Management argumentiert, dass sich diese Investitionen außergewöhnlich schnell amortisieren, und verweist auf milliardenschwere KI- und Cloud-Verträge, die das enorme Wachstumspotenzial untermauern sollen. Ob die aktuelle Investitionsoffensive tatsächlich den Grundstein für die angepeilten Umsätze von bis zu einer Billion US-Dollar legt, wird sich jedoch erst in den kommenden Jahren zeigen. Aktuell müssen Anleger eher auf die Vision von Elon Musk & Co. vertrauen.

Anleger, die auf einen Erfolg von Unternehmen, die sich mit der Eroberung des Weltalls für verschiedene Gebiete beschäftigen, setzen wollen, können sich das Indexzertifikat auf den Weltraum Index (WKN: DA0AB7 / ISIN: DE000DA0AB71) anschauen.

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