Bildquelle: Pressefoto Wirecard

Lästige Bargeldsuche entfällt

Das mühsame kramen nach Münzen oder Scheinen im Geldbeutel könnte ziemlich bald der Vergangenheit angehören. Überall auf der Welt arbeiten Unternehmen an bargeldlosen Bezahlmethoden. Stellen sie sich einmal eine Welt vor, in der das Portemonnaie vollkommen überflüssig ist. Noch bezahlen wir unsere Einkäufe am liebsten mit Bargeld. Außerdem glauben nicht wenige, dass wir ein großes Stück unserer Freiheit aufgeben würden, wenn wir auf Bargeld verzichten müssten. Würden sämtliche Zahlungsvorgänge digitalisiert, könnten Regierungen Bürger viel leichter kontrollieren. Und dies nicht nur, um zum Beispiel Steuerhinterziehung, Korruption oder Geldwäsche zu verhindern, sondern auch um unser Handeln in einer viel breiteren Form zu beeinflussen.

Trotz dieser Sorgen wächst die Bereitschaft auch hierzulande, bargeldlos zu bezahlen. Seit 2008 führt die Bundesbank alle drei Jahre eine Haushaltsbefragung zum „Zahlungsverhalten in Deutschland“ durch. Gemessen am Umsatz ist der Anteil an Bargeldzahlungen der 2017 zuletzt durchgeführten Studie zufolge erstmals seit Beginn der Erhebungen unter die Marke von 50 Prozent gefallen. Dank Mobile Payment dürfte dieser Anteil weiter abnehmen. Insbesondere in Schwellenländern erfährt Mobile Payment schon heute ein hohes Wachstum. In vielen Teilen Afrikas ist die Mobilfunkabdeckung bereits hervorragend, während Handys deutlich weiter verbreitet sind als Bankkonten. Auf diese Weise kann Mobile Payment auch einige Probleme der Schwellenländer lösen.

Wirecard: Konzentration auf das Wesentliche

Hierzulande rechnet sich unter anderem Wirecard (WKN: 747206 / ISIN: DE0007472060) große Wachstumschancen im Bereich Mobile Payment aus. Natürlich nur, wenn das DAX-Unternehmen es irgendwann schaffen sollte, die durch die jüngsten „Financial Times“-Berichte zu mutmaßlichen Bilanzmanipulationen in der Niederlassung in Singapur ausgelöste Misere hinter sich zu lassen und die Konzentration wieder auf die guten Zukunftsaussichten zu lenken. Der Zahlungsabwickler aus Aschheim bei München will seine starke Wachstumsdynamik der vergangenen Jahre dank Mobile Payment noch steigern. Im Zuge der „Vision 2025“ soll das über die eigene Plattform abgewickelte Transaktionsvolumen bis zum Jahr 2025 auf mehr als 710 Mrd. Euro anwachsen. Der Konzernumsatz soll auf mehr als 10 Mrd. Euro klettern, während das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von Managementseite bei mehr als 3,3 Mrd. Euro gesehen wird. 2018 lag der Umsatz bei 1,5 Mrd. Euro, während das EBITDA 568,3 Mio. Euro betrug.

Adyen hat die Zukunft im Blick

Wirecard ist nicht allein, wenn es darum geht, von E-Commerce und den Bezahlmethoden der Zukunft zu profitieren. Zuletzt sorgte auch ein niederländischer Zahlungsabwickler für Furore. Adyen. Genauso wie Wirecard ermöglicht auch Adyen (WKN: A2JNF4 / ISIN: NL0012969182) Händlern reibungslose Zahlungsabläufe – online, mobil und am Point-of-Sale (POS). Das im Jahr 2006 gegründete Unternehmen legte am 13. Juni 2018 ein viel beachtetes Börsendebüt hin. Der Ausgabepreis von 240 Euro wurde am ersten Handelstag zeitweise verdoppelt. Seitdem ist es rund um Adyen nicht gerade ruhig geworden. Das Unternehmen punktet mit einer globalen Transaktionsplattform. Im Geschäftsjahr 2018 wurde ein Volumen in Höhe von 159,0 Mrd. Euro abgewickelt. Ein Anstieg von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Umsatzerlöse schossen sogar um 60 Prozent auf 348,9 Mio. Euro, während das EBITDA um 83 Prozent auf 181,9 Mio. Euro kletterte. Trotz dieser Erfolge sieht sich Adyen noch längst nicht am Ziel. Als Technologienunternehmen möchte man in erster Linie die Bezahlmethoden revolutionieren. In finanzieller Hinsicht soll sich dies aber auch lohnen. Mittelfristig möchte das Adyen-Management die konzernweiten Umsatzerlöse um 25 bis etwas mehr als 30 Prozent steigern. Die EBITDA-Marge soll von zuletzt 52 Prozent langfristig auf über 55 Prozent steigen.

Übernahmewelle läuft

In den USA ist im Bereich Finanztechnologie Größe Trumpf. Aus diesem Grund übernimmt Finanzdienstleister Fiserv den Zahlungsabwickler First Data. Zusammen lassen sich Konkurrenten besser abwehren und wichtige Investitionen in die Entwicklung der Bezahlmethoden der Zukunft stemmen. Der vollständig über einen Aktientausch abgewickelte Deal hat ein Volumen von rund 22 Mrd. US-Dollar. Es geht jedoch auch eine Nummer größer. Fidelity National Information Services (FIS) möchte für den Branchenkonkurrenten Worldpay inklusive Schulden rund 43 Mrd. US-Dollar auf den Tisch legen. Wenn es um Übernahmen geht, ist der US-Bezahldienst PayPal kein unbekannter. Das Unternehmen, das sich im Jahr 2015 vom Online-Händler eBay abspaltete, kaufte im Vorjahr für 400 Mio. US-Dollar Hyperwallet, eine Plattform für Auszahlungen für Online-Verkäufe kleiner Unternehmen. Der auf Kreditkartenleser für Smartphones und Tablets spezialisierte schwedische Zahlungsabwickler iZettle war PayPal sogar 2,2 Mrd. US-Dollar wert. Es war der größte Deal des Unternehmens überhaupt. Es wird nicht der letzte Deal gewesen sein, mit dessen Hilfe PayPal die Bezahlindustrie aufmischen möchte. Pro Jahr sollen rund 3 Mrd. US-Dollar in Zukäufe gesteckt werden. Bei der richtigen Gelegenheit könnte es sogar deutlich mehr sein. Auch andere Tech-Riesen sind beim Thema Mobile Payment mit dabei.

Tech-Riesen haben die Chancen längst erkannt

Inzwischen verwendet fast jeder ein Smartphone. iPhones sind hierzulande sehr beliebt. Gleichzeitig bieten immer mehr Händler NFC-fähige Terminals an. An diesen kann sowohl mit Kreditkarte als auch mit dem Smartphone und inzwischen immer häufiger auch mit anderen smarten Geräten wie Wearables, z.B. Uhren, bezahlt werden. Davon hat Apple (WKN: 865985 / ISIN: US0378331005) einige im Angebot. Dazu muss man das jeweilige Gerät beim Einkauf nur kurz in die Nähe des Terminals halten. Es ist nicht einmal eine Internetverbindung vonnöten, lediglich eine App und eine bei dieser App hinterlegte Bankkarte. Schließlich muss das Geld irgendwo abgebucht werden. Seit dem 11. Dezember 2018 kann auch in Deutschland mithilfe von Apple Pay bezahlt werden. Apple wirbt damit, dass Apple Pay nicht nur ganz einfach funktioniert, sondern vor allem ganz sicher ist. Noch sind solche Dienstleistungen nur ein relativ kleines Geschäftsfeld für Apple. Allerdings ist der Konzern mit dem Apfel im Logo gerade dabei, sich unabhängiger von den iPhone-Verkäufen zu machen. Auch Alibaba (WKN: A117ME / ISIN: US01609W1027) mischt mit. Alipay, der Bezahldienst des chinesischen E-Commerce-Riesen hat inzwischen rund 520 Millionen Nutzer weltweit. Pro Tag werden mehr als 100 Millionen Transaktionen durchgeführt. Alipay ist der meistgenutzte Drittanbieter von Online-Payments in China. Auch im Bereich Mobile Payment ist Alipay führend. Sein wichtigstes Produkt ist das digitale Wallet Alipay Wallet, zu dem auch eine mobile App gehört, über die Kunden Transaktionen direkt mit dem Smartphone vornehmen können.

Fazit

Immer mehr Verbraucher freunden sich mit bargeldlosen Bezahlmethoden an. Das Bargeld wird nicht von heute auf morgen aus unseren Portemonnaies verschwinden. Allerdings scheint ein unumkehrbarer Prozess eingesetzt zu haben, der eine Reihe von Unternehmen aus ganz verschiedenen Bereichen begünstigt. Selbst Technologieunternehmen wie Apple sind mit an Bord, wenn es um die Entwicklung der Bezahlmethoden der Zukunft geht. Kein Wunder, dass es sich dabei um ein heißes Börsenthema handelt. Dass ein Unternehmen wie Wirecard mit ganz speziellen Herausforderungen zu kämpfen hat, ändert nichts an den Möglichkeiten, die sich im Bereich Finanztechnologie auch Anlegern bieten. Mobile Payment bringt enormes Potenzial mit. Schließlich besitzt fast jeder heutzutage ein Smartphone. Mit der entsprechenden Technologie ist es nicht schwer, sich in Zukunft Einkaufsszenarien vorzustellen, bei denen wir unser Computer-Handy zum Bezahlen an der Ladenkasse gar nicht aus der Hosentasche ziehen müssen.

Solactive Mobile Payment Index Open End Index Zertifikat
WKN DS8PAY
ISIN DE000DS8PAY5
Emissionstag 4. September 2018
Produkttyp Open End Index Zertifikat
Emittent Deutsche Bank

 

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