Bildquelle: Pressefoto Infineon Technologies AG

Das Halbleitergeschäft gilt traditioneller Weise als besonders konjunkturabhängig. So ist es wenig überraschend, dass der Münchner Chiphersteller Infineon (WKN: 623100 / ISIN: DE0006231004) unter den verdüsterten wirtschaftlichen Aussichten zu leiden hat. Zumal der DAX-Konzern einen großen Teil seines Umsatzes mit Geschäften mit Unternehmen aus der Automobilindustrie erzielt. Bekanntermaßen hatten es diese zuletzt ebenfalls alles andere leicht. Dies führte dazu, dass Infineon am 27. März eine Gewinnwarnung aussprechen musste. Nachdem die Infineon-Aktie zunächst stark darunter gelitten hatte, hat sich der Kurs zuletzt stabilisiert.

Offenbar haben Börsianer erkannt, dass Infineon weiterhin mit positiven Zukunftsaussichten aufwarten kann. Das autonome Fahren und die zunehmende Vernetzung der Fahrzeuge beherrschen derzeit neben der Elektromobilität die Autobranche. Vielmehr sind die Digitalisierung und Elektrifizierung unseres gesamten Alltags in vollem Gange. Dies sollte Chipkonzernen wie Infineon zugutekommen. Offenbar einer der Gründe, warum man auf Unternehmensseite trotz höherer Investitionen in den Kapazitätsausbau in Zeiten einer wirtschaftlichen Abkühlung nicht sonderlich nervös wird und diese nicht nach unten fahren möchte.

Konjunktursorgen führten dazu, dass Infineon den Ausblick für Umsatz und Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr 2018/19 (Ende September) senken musste. Zuletzt machte sich vor allem ein niedrigerer Automobilabsatz in China negativ bemerkbar. Trotzdem stellt das Unternehmen immer noch ein Umsatzwachstum in Aussicht. Für die konzernweiten Erlöse wird von Managementseite ein Wert zwischen 7,84 und 8,16 Mrd. Euro prognostiziert, nach 7,6 Mrd. Euro im Vorjahr. Dies würde einem Plus von 3,2 bis 7,4 Prozent entsprechen. Zuvor wurde ein Zuwachs von rund 9 Prozent erwartet. Ursprünglich war sogar ein Umsatzplus von 9 bis 13 Prozent angedacht. Die Prognose für die Segmentergebnis-Marge wurde von 17,5 auf 16,0 Prozent (Vorjahr: 17,8 Prozent) abgesenkt.

Für das gerade beendete zweite Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende März) sollten Umsatz und Ergebnis laut Unternehmenseinschätzung im Rahmen der Erwartungen liegen, also bei einem gegenüber dem ersten Quartal konstanten Umsatz, plus oder minus zwei Prozent, mit einer Segmentergebnismarge von 16 Prozent. Die entsprechenden Zahlen will Infineon am 7. Mai vorlegen. Allerdings wird trotz anhaltendem starken strukturellen Wachstum nunmehr für das zweite Geschäftshalbjahr ein niedrigerer als saisonal üblicher Umsatzanstieg erwartet.

Dank der Digitalisierung und Elektrifizierung unseres Alltags sieht sich Infineon trotz der erwarteten Eintrübung für die Zukunft weiterhin sehr gut aufgestellt. Als Halbleiterunternehmen, das sich in einem konjunkturabhängigen Bereich bewegt, wird der Konzern jedoch nicht gänzlich um Abschwungphasen herumkommen. Dies ist jedoch nichts, was Anlegern nicht schon bewusst wäre.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Infineon-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN: DS7YP2 / ISIN: DE000DS7YP23) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,36, die Barriere bei 14,50 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN: DS76X8 / ISIN: DE000DS76X80, aktueller Hebel 6,83, Barriere bei 21,70 Euro) auf fallende Kurse der Infineon-Aktie setzen.

Stand: 04.04.2019/Ein Gastkommentar von Christian-Hendrik Knappe, db x-markets

© Deutsche Bank AG 2019

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Alle Meinungsäußerungen geben die aktuelle Einschätzung der Deutsche Bank AG wieder, die sich ohne vorherige Ankündigung ändern kann.

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