Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Der Deutsche Aktienindex (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) übersprang mit einem Wochenplus von 4 Prozent die runde Marke von 12.000 Punkten und konnte diese letztlich mit ins Wochenende nehmen. Damit war der Wochentrend unbestritten grün. Auch nach der Vorwochenanalyse, welche mit „So muss ein DAX-Chart aussehen“ bereits das bullishe Wetter thematisierte, gab es hier kein Anzeichen von Schwäche. Vom Start weg war die Kauflaune zu spüren und ein Blick zurück fiel aus. So gab es keine Chance mehr, unter 11.600 Punkten in den Markt zu kommen. Jeder einzelne Handelstag war am Ende grün und sorgte damit in Summe für das Wochenplus von mehr als 4 Prozent. Als Übersicht der einzelnen Handelstage habe ich dies noch einmal hier eingebunden:

 

 

Entsprechend steil ist auch das Chartbild, wenn man die Woche noch einmal Revue passieren läßt. Mit einem GAP zum Wochenstart gestartet, endete das Chartbild in der rechten oberen Ecke und pendelte sich bei der runden Marke von 12.000 Punkten ein:

 

 

Dies ist in der Tat nicht ungewöhnlich, da solche Marken eine gewisse Anziehungskraft ausüben und dann für einige Tage Mittelpunkt des Handelns sind. So ähnlich spezifizierte ich dies am Donnerstag auf meinem Facebook-Kanal:

 

 

Dieses hohe Kursniveau, im Vergleich zum Jahresstart, nun zu halten, ist die aktuelle Herausforderung der Bullen. Dafür waren sicherlich die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag hilfreich, denn dort wurden mehr neu geschaffene Stellen als erwartet vermeldet. Die Wirtschaft läuft somit weiter stabil, die US-Notenbank ist auf einem stabilen Weg unterwegs und auch die Auseinandersetzungen mit China in Bezug der Strafzölle könnten sich nun abschwächen. Alles Zeichen, die ein Wachstum am Aktienmarkt durchaus rechtfertigen.

An Terminen steht in der kommenden Woche folgendes an:

Am Mittwoch tagt die Europäische Zentralbank und gibt um 13.45 Uhr Ihr Statement zur wirtschaftlichen Entwicklung und dem Leitzins ab. Eine Änderung beim Zins wird nicht erwartet, aber eine Auskunft über Laufzeit und Ausgestaltung der diversen Kaufprogramme zur Konjunkturstabilisierung.

Nur wenige Stunden später, um 18 Uhr, sollen erneute Zeichen vom Brexit-Gipfel an die Europäische Gemeinschaft herangetragen werden. Die Verschiebung der Verhandlungen und die Uneinigkeit über bisherige Vorschläge im britischen Parlament, werden hier langsam ignoriert und als „Farce“ abgetan. Der Markt reagiert kaum noch darauf und muss sich wohl gedulden, bis etwas verbindliches und endgültiges feststeht. Man muss dabei den 12. April im Auge halten, denn dies ist offiziell das Datum, an dem Großbritanien nach Artikel 50 und 2-jähriger Periode die Europäische Union offiziell verlassen muss. So sieht es das Referendum aus 2016 jedenfalls vor.

Mit Blick auf die USA ist das FOMC-Protokoll noch wichtig, ebenso wie das US-Verbrauchervertrauen der Uni Michigan am Freitag 16 Uhr. Dies könnte ebenso, wie die Arbeitsmarktdaten aus den USA am Freitag, Aufschluss zur weiteren Politik der US-Notenbank FED geben.

 

Arbeitsmarkt in den USA brummt, Wirtschaft gut aufgestellt – was macht die FED?

 

Was sagt das Chartbild dazu?

Dazu schaue ich mir immer zuerst den Tageschart des DAX an. Dort fallen sofort sieben Handelstage in Folge auf, die in der Gewinnzone waren. In der XETRA-Historie, beim Blick auf den Tageschart der FDAX-Handelszeiten (8 bis 22 Uhr) sind es sogar 10 Tage und eine Spanne von mehr als 700 Punkten in zwei Handelswochen:

 

 

Kein Wunder, wenn hier einige Marktteilnehmer auf die Korrektur dieser Bewegung warten. Doch was kann dafür die Initialzündung sein?

 

Mittelfristig ist der Aufwärtstrend mehr als nur „intakt“. Seit Ende März ist die Aufwärtsbewegung nicht mehr zu übersehen und kann wie folgt bildlich dargestellt werden:

 

 

Sogar eine noch steilere Linie kann eingezeichnet werden, da der DAX mit mehr als 4 Prozent in dieser Woche eine grandiose Entwicklung vollzogen hat:

 

 

Hier kam es dann an der 12.000 zu einem Stillstand im Momentum. welches sich nun an der steileren Aufwärtstrendlinie anschickt, ein kleines Verkaufssignal zu generieren. Dies kann man im Stundenchart noch einmal genauer spezifizieren. Mit Bruch der 11.970 würde sich aus meiner Sicht eine kurzfristige Trading-Chance bis 11.915 Punkte ergeben. Bis zu diesem Punkt verlief eine erste Konsolidierung in der Vorwoche am Donnerstag:

 

 

An dieser Schwelle schauen womöglich aber noch einmal die Bullen genauer auf die Kursnotierungen, denn der größere Trend ist wie im vorherigen Schaubild aufgezeigt intakt aufwärts gerichtet. Eine weitere Short-Chance ist dann erst wieder unter 11.880 gegeben. Zwischen 11.915 und 11.880 würde ich nicht aktiv werden, wohl aber darunter erneut. Denn hier bietet sich noch einmal eine Chance bis 11.800 an – optisch dann auch nah an der großen Trendlinie aus Chartbild 1 des Wochenausblicks:

 

 

Für mich dann ein klares Umdenken ab diesem Punkt und vielleicht doch noch ein stürmischer April?

Statistisch ist dieser Monat in den letzten 30 Jahren bullish gewesen. Ausreißer mag es aber immer geben, ganz klar. Man sollte als Trader nur für sich festlegen, wann man auf diesen Ausreißer setzt und man im Rahmen seines Risikomanagements lieber auf die Statistik vertraut. Hier ist jeder selbst gefragt.

Auf einen Blick finden Sie unter seasonalcharts noch einmal die durchschnittlichen Monatsbewegungen des DAX:

 

 

Nehmen Sie diese Inspiration mit in die neue Handelswoche. Zwischen den Daten lesen Sie im Chat gerne den regen Austausch und die Ideen anderer Trader. Behalten Sie einen umfassenden Blick und kommen Sie gut in die neue Handelswoche.

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

 

 

Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.

 

 

andreasmuellerAndreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf markteinblicke.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Andreas Mueller / Pressefoto Deutsche Börse AG

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[…] um die 12.000 und hat damit eine typische Konsolidierungswoche vollzogen. Das Chartbild aus der Vorwochenanalyse hatte das Niveau umrissen und für eine Verschnaufpause […]