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Die Kerze steht für Romantik, für Feierlichkeiten, schöne Dekoration – und für Duft. Aber das war nicht immer so.

Vor etwa 5.000 Jahren wurden im Vorderen Orient die ersten Kerzen verwendet, die aus Stroh, Hanf oder Schilfrohr bestanden und rein gar nichts mit den heute verwendeten Materialien zu tun hatten. Im Laufe der Weiterentwicklung von Kerzen wurden die unterschiedlichsten Wachse gewonnen: aus Pflanzen und Insekten, aus Samen, aus Nüssen, aus Früchten des Zimtbaumes oder später aus tierischem Talg und schließlich aus Bienenwachs. Im 19. Jahrhundert entdeckte man die Herstellung von Stearin und es gelang etwas später, Paraffin von Erdöl zu trennen und raffiniert aufzubereiten. Eine Mischung aus Paraffin und Stearin wurde die perfekte Basis für lange und sauber brennende Kerzen. Doch die Freude über die optimale Kerze währte nicht lange, denn 1879 wurde die Glühbirne erfunden und die Kerzen hatte erstmal als Hauptlichtquelle ausgedient.

Doch die Kerze war zu schön, um ausgedient zu haben. So hat sie sich auch weiterhin durchgesetzt. Kerzen werden heute vor allem für Dekorationszwecke verwendet und schaffen in den Wintermonaten eine schöne behagliche Lichtstimmung im Raum. Der Schein einer brennenden Kerze bringt gedämpftes Licht mit Wohlfühlatmosphäre in den Alltag. Mal zur Ruhe kommen, abschalten, entspannen und dem Flackern zusehen – eine Wohltat in einer Welt voll von LED-Lichtern.

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Im Land der Kerzen

Beim Kerzenverbrauch stehen die Deutschen weit oben: Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Kerzen liegt in Deutschland bei 2,4 kg, Spitzenreiter ist Dänemark mit stolzen 4,3 kg. Der jährliche Gesamtverbrauch in der EU liegt bei mehr als 740.000 Tonnen Kerzen.

Ein Großteil aller Kerzen in Deutschland wird aus Paraffin hergestellt, das aus Mineralöl gewonnen wird, eine Art Abfallprodukt der Erdölindustrie. Dieser Rohstoff ist stark an den Ölpreis gekoppelt, so dass der Preis für Paraffin in den letzten Jahren stark gestiegen ist. Ein weiterer verwendeter Rohstoff für Kerzen ist Stearin, das aus pflanzlichen oder tierischen Fetten hergestellt wird, zumeist aber aus Palmöl, problematisch deshalb, da dafür riesige Flächen tropischen Regenwaldes vernichtet werden. Der teuerste, aber auch umweltfreundlichste Rohstoff ist das Bienenwachs, produziert von Arbeitsbienen. Jedoch ist der Marktanteil der Bienenwachskerzen mit 0,5 Prozent sehr gering und das Bienenwachs muss zum Großteil importiert werden, da die Bienenreserven in Deutschland für große Produktionen zu gering sind.

Nach der European Candle Association ASBL liegen Teelichte und Maxilichte mit transparenten Kunststoffhüllen, die den Blick auf die Flamme freigeben, gerade im Trend. Ebenfalls stark seien durchgefärbte Stumpenkerzen mit rustikaler Oberflächenstruktur sowie Gläserkerzen in allen Formen und Farben. Duftkerzen erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Der Trend geht hin zu Kerzen mit einem hohen Duftanteil und extravaganten Düften, am liebsten in einem dekorativen Glas.

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Qualitätskerzen

Wer Wert auf die Qualität von Kerzen legt, muss auf das RAL-Gütezeichen der Europäischen Gütergemeinschaft Kerzen e. V. achten. Kerzen mit diesem Label werden ständig kontrolliert und müssen die folgenden Eigenschaften erfüllen:

leuchtende, ruhige Flamme

optimale Dochtkrümmung

rußarmes Brennen

kein Tropfen

Einhalten der Brenndauer

minimaler Wachsrückstand

Mit diesem Gütezeichen möchten sich europäische Kerzenhersteller von Billigimporten, vor allem aus China, abgrenzen, die oft weit unter diesem Standard liegen. Bei der Verwendung von Billigprodukten kann die Freude am Kerzenlicht nämlich schnell getrübt sein.


Kerzen-Erste-Hilfe 

Docht bricht ab

Den Bereich um den abgebrochenen Docht erwärmen und das flüssige Wachs abgießen.

Kerze brennt ungleichmäßig

Zugluft prüfen und die Kerze an einen anderen Ort stellen oder schiefen Docht geraderücken.

Kerze bildet zu viel Ruß

Der Docht ist zu lange, denselben auf 1 cm kürzen.

Kerze bildet Rauch beim Auspusten

Einen Kerzenlöscher verwenden und die Flamme ersticken.

Die Kerze ist zu dick für den Kerzenständer

Kerze kurz in kochendes Wasser tauchen und dann in den Ständer stecken.

Kerzenständer ist voll mit Wachs

Ständer in heißes Wasser tauchen und dann mit einem Lappen abwaschen.

Wachs ist auf der Kleidung

Beim Bügeln ein Löschpapier auf die Kleidung legen und mit einem warmen Bügeleisen darüberfahren.

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