RWE: 30 Prozent sind noch drin

RWE zählt 2026 zu den DAX-Top-Performern. Doch laut Goldman Sachs ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft – vor allem KI und Netze treiben die Aktie.

(Bildquelle: Pressefoto RWE)

Der KI-bedingte Stromhunger sowie die Energiewende spielen RWE (WKN: 703712 / ISIN: DE0007037129) in die Karten. Die Aktie des Energieversorgers gehört seit Anfang 2026 mit einem Kursplus von rund 30 Prozent zu den DAX-Top-Performern. Einige Marktteilnehmer trauen RWE noch viel mehr zu.

„Vertikal integriertes Energie-Kraftpaket“

Besonders beliebt ist die RWE-Aktie derzeit bei Goldman-Sachs-Analyst Alberto Gandolfi. Er führt die RWE-Aktie mit einem Kursziel von 75,00 Euro, was aktuell einem Kurspotenzial von knapp 30 Prozent entsprechen würde. Gandolfi sagt, dass der Essener Konzern seinen Wandel von einem konventionellen Energieversorger zu einem „vertikal integrierten Energie-Kraftpaket“ vollziehen könne. Dieser Wandel, der auf Investitionen in Stromnetze sowie möglichen Rechenzentrumsgeschäften in Europa und den USA aufbaut, könnte die Bewertung des Unternehmens aus Analystensicht erhöhen.

Gandolfi verweist zudem auf höhere Renditen im US-Geschäft mit Erneuerbaren Energien sowie auf mögliche Gewinne aus US-amerikanischem Flüssigerdgas. Außerdem hob er die sich entwickelnden Kapazitätszahlungen in Mitteleuropa hervor. Dabei handelt es sich um staatliche Vergütungsmechanismen, mit denen Stromerzeuger dafür bezahlt werden, zuverlässige Stromerzeugungskapazitäten bereitzuhalten. Diese könnten RWE laut Gandolfi bis 2032/33 zusätzliche 300 bis 400 Mio. Euro an Vorsteuergewinn einbringen.

Positive Zukunftsaussichten

Auch RWEs auf 55 Prozent erhöhte Beteiligung am Netzbetreiber Amprion dürfte laut Goldman-Sachs-Experte Gandolfi dafür sorgen, dass der Gewinnmix des Unternehmens stärker reguliert und damit planbarer wird. Bei Goldman Sachs erwartet man, dass Stromnetze bis 2029 rund ein Drittel des Konzerngewinns ausmachen werden. Im Jahr 2025 lag der Anteil noch bei 23 Prozent. Dies würde dazu beitragen, die Kapitalkosten zu senken.

Bereits für das erste Halbjahr 2026 hatte RWE gute Nachrichten parat. Zwischen Januar und Juni hat RWE ein bereinigtes EBITDA von 3,0 Mrd. Euro erzielt und damit den Vorjahreswert von 2,1 Mrd. Euro deutlich übertroffen. Das bereinigte Nettoergebnis stieg um knapp 63 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. Ausschlaggebend waren insbesondere verbesserte Windverhältnisse in Europa sowie die Inbetriebnahme neuer Windkraftanlagen, Solarparks und Batteriespeicher.

Seit Ende Juni 2025 hat RWE seine Erzeugungskapazität um insgesamt 2,6 Gigawatt (GW) erhöht. Zusätzlich wirkte sich die Entschädigungszahlung des niederländischen Staates für die vorübergehende gesetzliche Begrenzung der Kohleverstromung positiv auf das Ergebnis aus. Langfristig will RWE das bereinigte Nettoergebnis je Aktie bis 2031 jährlich um durchschnittlich 10 Prozent auf 4,55 Euro je Aktie steigern. Zudem wird das Dividendenziel von 1,32 Euro je Aktie für 2026 bestätigt, während die Dividende bis 2031 jährlich um 10 Prozent steigen soll.

Das mE-Fazit

Der steigende Strombedarf durch den Ausbau der Künstlichen Intelligenz und von Rechenzentren sowie die fortschreitende Energiewende schaffen langfristig attraktive Wachstumschancen für den Energieversorger. Gleichzeitig sorgen Investitionen in Erneuerbare Energien, Stromnetze und Batteriespeicher für einen zunehmend diversifizierten und planbareren Gewinnmix. Auch die geplante Gewinn- und Dividendensteigerung unterstreichen die positive RWE-Perspektive.

Anleger, die den Weg zur CO2-Neutralität zu einem gewissen Teil in ihren Depots abbilden möchten, können dies beispielsweise mit einem Indexzertifikat auf den „Grüne Zukunft Index“ (WKN: DA0ABH/ ISIN: DE000DA0ABH7) tun. In diesem ist auch RWE enthalten.

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