Tesla (WKN: A1CX3T / ISIN: US88160R1014) hatte das Cybercab-Event im Vorfeld sehr stark gehypt. Am Ende fiel es wenig beeindruckend aus. Anleger müssen hoffen, dass der Elektroautohersteller damit endlich mehr auf Substanz statt auf große Versprechungen setzt. Sicher ist das aber nicht.
Tesla wird leise
Gary Black, geschäftsführender Partner und Investor beim Future Fund, schrieb auf „X“, dass die Cybercab-Veranstaltung von Tesla die Erwartungen nicht erfüllt habe. Nach einer kurzen Präsentation, mit der die Aufnahme des Fahrzeugs in die Robotaxi-Flotte offiziell bekannt gegeben worden sei, hätten die Teilnehmer die Möglichkeit gehabt, mit dem neuen Zweisitzer mitzufahren. Das Fahrzeug verfügt weder über Pedale noch über ein Lenkrad. Dies ist nur logisch. Echte Robotaxis benötigen nun einmal weder Pedale noch ein Lenkrad, über das ein Mensch eingreifen könnte.
Damit entfernt sich Tesla weiter vom reinen Elektrowagenbauer und Automobilkonzern und will immer mehr ein Unternehmen rund um KI oder Robotaxis werden. Um die Entschlossenheit zu verdeutlichen, werden die metaphorischen Brücken hinter sich zum Einsturz gebracht und Schiffe verbrannt. Es gibt also kein Zurück mehr. Zuvor hatte man dies bereits mit der Einstellung von E-Auto-Modellen und dem Umfunktionieren von Fertigungslinien weg von Autos hin zu Robotern getan. Die immensen Investitionen zeigen, dass Tesla längst nicht am Ende dieses Weges ist.
Tesla lässt sich besonders viel Zeit
Die Tesla-Aktie verlor am Donnerstagabend nachbörslich rund 2 Prozent an Wert, nachdem das Papier im regulären Handel noch ein Kursplus von etwas mehr als 5 Prozent verbuchen konnte. Damit zeigte sich ein bekanntes Bild rund um Tesla-Veranstaltungen. Den vollmundigen Ankündigungen und der Euphorie bei Anlegern folgte eine Enttäuschung. CEO Elon Musk schrieb in einem Beitrag von einem „Sturm von Cybercabs“.

Cybercab wurde als fahrerloses Fahrzeug für zwei Personen mit Flügeltüren konzipiert. Tesla testet derzeit eine Version dieses speziell für den Einsatz als Robotaxi entwickelten Fahrzeugs mit menschlichen Fahrern und herkömmlichen Bedienelementen in mehreren Märkten in den USA. Bisher hat man sich dabei aber sehr viel Zeit gelassen.
Seit mindestens 2016 hat Musk seinen Fans und Anlegern immer wieder angekündigt, dass ein Tesla-Fahrzeug kurz davorstehe, selbstständig und ohne jeglichen menschlichen Eingriff quer durch die USA fahren zu können. Das ist aber bis heute nicht geschehen. Trotzdem hat die Vergangenheit gezeigt, dass es auch immer genügend Tesla-Fans geben wird, die an die Visionen von Konzernchef Musk glauben. Anders ließe sich eine Marktkapitalisierung von derzeit immer noch knapp 1,5 Billionen US-Dollar kaum erklären.
Das mE-Fazit
Bei Tesla besteht zwischen großen Ankündigungen und tatsächlich erreichten Fortschritten weiterhin eine deutliche Lücke. Die Vision vom autonomen Fahren und der Robotaxi-Zukunft bleibt ambitioniert, doch konkrete Ergebnisse lassen weiter auf sich warten. Für Anleger dürfte daher entscheidend sein, ob Tesla künftig weniger auf spektakuläre Versprechen und stärker auf messbare Fortschritte setzt. Solange dies nicht erkennbar ist, bleibt die Aktie vor allem eine Wette auf Elon Musks Visionen und damit entsprechend risikoreich.
Wer nicht nur auf Tesla, sondern gleich auf eine Vielzahl von Unternehmen setzen möchte, die von der Roboter-Revolution profitieren wollen, kann sich das Indexzertifikat auf den Robotic Index (WKN: DA0ACB / ISIN: DE000DA0ACB8) anschauen. In diesem Fall partizipieren Anleger auf einfache Weise an der immer schneller voranschreitenden Verknüpfung von Zukunftsbereichen wie der Automatisierung und der Künstlichen Intelligenz. Den Einsatzgebieten und Anwendungen – von autonom fahrenden Autos über humanoide Roboter bis hin zu vollständig automatisierten Produktionseinrichtungen – sind kaum Grenzen gesetzt.









