Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Mit eine Punktlandung auf der 12.000 hat der DAX (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) in dieser Woche per Saldo keine Veränderung gezeigt. Er pendelte damit auf einem recht hohen Niveau seitlich um die 12.000 und hat damit eine typische Konsolidierungswoche vollzogen. Das Chartbild aus der Vorwochenanalyse hatte das Niveau umrissen und für eine Verschnaufpause vorgeschlagen:

Kein Wunder, wenn hier einige Marktteilnehmer auf die Korrektur dieser Bewegung warten. Doch mittelfristig ist der Aufwärtstrend mehr als nur „intakt“.

Weit entfernten wir uns davon nicht. Die Konsolidierung wurde gleich am Montag eingeleitet und fand mit 11.850 Punkten am Dienstag bereits ihren Abschluss. Interessanterweise hatte hier die Kraft jeweils nur bis zur GAP-Kante des Vortages ausgereicht, wie ich auf Facebook mit diesem Chart zur Wochenmitte verdeutlichte:

 

Ab diesem Punkte kamen dann erneut Käufer in den Markt und rollten quasi das Feld von unten neu auf. Nicht von ungefähr, denn dort verlief der Aufwärtstrend der Vorwochen.

Die Bullen markierten dann bis zum Wochenausklang mit 12.031 Punkten fast punktgenau das Wochenhoch auf Höhe der Vorwochenhochs. Diese so ersichtlichen Wochenbegrenzungen lassen sich damit recht klar optisch darstellen:

 

 

Eine Performance fand somit nicht statt, aber eine ausreichende Konsolidierung. Ebenso übrigens im Dow Jones, der am Freitag nach dem Verbrauchervertrauen sein GAP auf der Unterseite nicht schloss und sich zum Wochenausklang ebenso an der Oberseite des Charts orientierte. Entsprechende Trading-Signale in Trendrichtung waren dabei gewinnbringender als eine Spekulation gegen das Momentum:

 

 

Sieht man diese im mittelfristigen Chartbild ebenso?

Über das ganz große Bild im Tageschart müssen wir nicht streiten oder unterschiedlicher Ansicht sein. Hier wurde der Abwärtstrend schon länger gebrochen und dieser Bruch mit einem Pullback auf die Linie entsprechend bestätigt:

 

 

Bis zum Allzeithoch sind es jedoch noch rund 10 Prozent. Interessanter ist für das Trading momentan der 4-Stunden-Chart, welcher von einem starken Momentum getragen wird. Man sieht die Aufwärtsbewegung von rund 750 Punkten sehr deutlich und immer wieder durch diese Aufwärtstrendlinie bestätigt:

 

 

Die Kurse zur Wochenmitte von 11.850 Punkten bestätigten diesen Trend und sorgten für weitere Dynamik auf der Oberseite. Um 11.880 hätte man hier zwar auf einen Durchbruch spekulieren können, dieser kam jedoch nicht. Eine neue Chance für die Bären wäre nach diesem Chartbild erst unter 11.900 gegeben.

 

DAX vor großem Kaufsignal? EW-Chartanalyse im großen Zeitrahmen

 

Denn diese „kleine Haltemarke“ hat sich jüngst etabliert und stand immer wieder im Fokus der Marktteilnehmer in der 15. Kalenderwoche. Im Stundenchart habe ich diese somit als Orientierung für die kommende Woche ebenfalls vermerkt:

 

 

Es ist durchaus möglich, dass wir hier noch einmal diese Marke anlaufen und zwischen 11.900 und 12.030 pendeln. Da der Schlusskurs jedoch nahe dem Wochen- und Vorwochenhoch notierte, ist ein Ausbruch in Trendrichtung auf der Oberseite wahrscheinlicher. Dieser würde im Stunden- und Tageschart ein weiteres Kaufsignal generieren und ist mit 12.031 Punkten zu triggern:

 

 

Sieht dies etwa nach „Sell in May…“ aus?

Auf diesen Spruch werden Börsianer jedes Jahr im Mai aufmerksam. Seit einigen Jahren gibt es dazu auch entsprechende Finanzprodukte, welche ein Aktien-Investment von Mai bis September in Zinsanlage umschichten und damit nur von September bis Mitte Mai investiert bleiben. Statistisch betrachtet mag es eine kleine Outperformance geben, doch einen echten „Crash“ haben wir im Sommer auch nicht erleben müssen. Vielmehr eine schwankungsarme Zeit, die für Trader schwierig ist, wie man auch im Handelsblatt lesen kann. Anleger sollten sich daher eher auf die Statistik besinnen und nicht hektisch werden, bzw. diese richtig interpretieren. Mit der Börsenweisheit ist somit eher eine Zurückhaltung im Sommer als eine Spekulation auf stark fallende Kurse gemeint:

 

 

Dies kann nach dieser Statistik von seasonalcharts.comim Juli womöglich wieder Erfolg versprechen. Doch bis dahin ist noch genug Zeit und man kann sich im laufenden Jahr über einen DAX-Gewinn von bereits 13 Prozent erfreuen.

 

Termin-Ausblick

 

In dieser kurzen Woche vor Ostern sind Termine spärlich gesäht. Als Wirtschaftstermin ist dabei gleich am Montag 11 Uhr auf das europäische BIP zu achten. Genau einen Tag später, am Dienstag um 11 Uhr, schauen Börsianer aus Deutschland auf die ZEW-Umfrage. Sie zeigt auf Seiten  institutioneller Anlegerstimmungen auf, wie optimistisch man für die Konjunktur in Deutschland sein kann. Danach steht erst wieder am Donnerstag eine Reihe an wichtigen Daten an. Der Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe aus Deutschland 9.30 Uhr, der Market-PMI aus der Eurozone um 10.00 Uhr und 14.30 Uhr der Einzelhandel aus den USA. Daraus können weitere Ableitungen auf die wirtschaftliche Entwicklung getroffen werden.

Behalten Sie diese Daten somit im Blick, kurz vor dem Karfreitag, an dem nicht gehandelt wird.

 

Börsenfeiertage Deutschland 2019 | Feiertagskalender

 

 

Nehmen Sie diese Inspiration mit in die neue Handelswoche. Zwischen den Daten lesen Sie im Chat gerne den regen Austausch und die Ideen anderer Trader. Behalten Sie einen umfassenden Blick und kommen Sie gut in die neue Handelswoche.

Eine erfolgreiche vor-osterliche Woche wünscht Ihnen Andreas Mueller (Bernecker1977)

 

Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.

 

 

andreasmuellerAndreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf markteinblicke.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Andreas Mueller / Pressefoto Deutsche Börse AG

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