Abnehm-Markt: Roche greift an

Im Kampf um den lukrativen Abnehm-Markt setzt Roche ein Ausrufezeichen: Enicepatid überzeugt, während Novo Nordisk mit seinen Zielen Anleger enttäuscht.

(Bildquelle: Pressefoto Roche)

Bekanntlich heißt es: „Des einen Freud ist des anderen Leid“. So konnte in diesen Tagen Roche (WKN: A424UK / ISIN: CH1499059983) überzeugende Studiendaten rund um ein Mittel im Bereich Gewichtsreduzierung präsentieren, während Novo Nordisk (WKN: A3EU6F / ISIN: DK0062498333) als GLP-1-Pionier mit seinem Investorentag sowie einigen Aussagen von CEO Mike Doustdar bei Anlegern nicht ganz so gut angekommen ist.

Novo Nordisk kann keine positiven Überraschungen liefern

Insbesondere dürfte Anlegern die Aussicht auf teure Übernahmen nicht gefallen haben. So sagte Novo-Nordisk-CEO Mike Doustdar gegenüber CNBC, dass das Unternehmen angesichts des zunehmenden Wettbewerbs mögliche Übernahmen und Fusionen prüfen würde. Einen Tag später war die Aktie des dänischen Pharmakonzerns um fast 8 Prozent gefallen, weil ein angekündigter Sanierungsplan die Anleger nicht besänftigen konnte.

Beispielsweise will Novo Nordisk die Umsätze zwischen 2026 und 2030 im Schnitt auf dem Branchendurchschnitt steigern, sodass Marktanteilsgewinne nicht vorgesehen sind. Zudem wurde bei der bereinigten operativen Marge lediglich von Stabilität gesprochen. Dies sind nicht gerade sehr ambitionierte Ziele. Entsprechend fielen die Reaktionen aus.

Jefferies-Analyst Michael Leuchten bemängelte, dass der Spezialist für Diabetes- und Abnehmmedikamente auf den Erfolg risikoreicher Forschungs- und Entwicklungsvorhaben angewiesen ist, um sich stärker zu diversifizieren. UBS-Analyst Matthew Weston zeigte sich wiederum [davon] überzeugt, dass der Investorentag weitgehend im Rahmen der Erwartungen ausgefallen war und positive Überraschungen fehlten, was insbesondere im Hinblick auf die Margen enttäuschend sei. Anders sah es zuletzt bei Roche aus.

Große Ambitionen

Roche konnte positive Ergebnisse der Phase-II-Studie CT-388-104 bekannt geben. In der Studie wurde das Mittel Enicepatid, ein noch in der Entwicklung befindlicher, einmal wöchentlich zu verabreichender dualer GLP-1/GIP-Rezeptor-Agonist, bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und Übergewicht oder Adipositas untersucht.

Beide primären Endpunkte wurden erreicht, während Enicepatid nach 48 Wochen zu dosisabhängigen und klinisch bedeutsamen Senkungen des Blutzuckerspiegels und des Körpergewichts geführt habe. Darüber hinaus treibt Roche ein umfangreiches Entwicklungsprogramm für Enicepatid in der späten klinischen Entwicklungsphase voran. Dazu gehören zwei laufende Phase-III-Studien zur langfristigen Gewichtskontrolle.

Außerdem plant Roche, in der ersten Hälfte des Jahres 2027 ein Phase-III-Programm zur Blutzuckerkontrolle sowie Studien zu kardiovaskulären Endpunkten zu starten. „Diese Ergebnisse stärken unser Vertrauen in Enicepatid und unsere Ambition, dessen Entwicklung für Menschen mit Adipositas, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen rasch voranzutreiben“, sagte Teresa Graham, Chief Executive Officer von Roche Pharmaceuticals.

Mein Fazit

Während Novo Nordisk derzeit vor allem mit fehlenden positiven Überraschungen und ambitioniert wirkenden, aber wenig dynamischen Wachstumszielen zu kämpfen hat, konnte Roche mit den jüngsten Studiendaten zu Enicepatid einen wichtigen Erfolg verbuchen. Auf diese Weise können die Schweizer im zunehmend umkämpften, aber lukrativen Markt für Diabetes- und Adipositasmedikamente mitmischen. Für Novo Nordisk wird es hingegen darauf ankommen, mit erfolgreichen Forschungs- und Entwicklungsprojekten sowie einer überzeugenden strategischen Ausrichtung wieder neue Wachstumsimpulse zu setzen.

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