Wacker Chemie: Neue Ziele, alte Skepsis

Wacker Chemie verkauft weitere Siltronic-Aktien und setzt auf Effizienz. Doch am Markt bleibt die Begeisterung für die neuen Mittelfristziele verhalten.

Bildquelle: Pressefoto Wacker Chemie AG

Der MDAX-Konzern Wacker Chemie (WKN: WCH888 / ISIN: DE000WCH8881) veräußert weiterhin Teile seines Tafelsilbers. Die Rede ist von der Verkleinerung der Beteiligung an der ehemaligen Tochter Siltronic. Die Aktie des Wafer-Spezialisten hatte zuletzt vom KI-Boom profitiert. Wacker Chemie stand seinerseits mit seinen mittelfristigen Aussichten im Fokus.

Wacker Chemie setzt auf mehr Effizienz

Wacker Chemie hatte am 22. September mitgeteilt, im Rahmen eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens rund 2,2 Millionen Aktien der Siltronic AG zu veräußern. Das entspricht 6,7 Prozent des Grundkapitals von Siltronic. Nach der Transaktion wird Wacker Chemie noch knapp 15 Prozent der Siltronic-Anteile halten. Gleichzeitig hat man sich dazu verpflichtet, in den nächsten 90 Tagen keine weiteren Siltronic-Aktien abzugeben.

Wacker Chemie selbst stand zuletzt mit seinem Kapitalmarkttag und den mittelfristigen Aussichten im Fokus. In London hatte man das Motto „REFOCUS to unlock full potential“ ausgerufen. So will das Unternehmen das weltweite Wirtschaftswachstum übertreffen sowie Profitabilität und Kapitalrendite auf über 10 Prozent deutlich steigern. Die EBITDA-Marge wird bei 15 Prozent (plus/minus 2 Prozentpunkte) gesehen.

Die Ziele sollen durch die Fokussierung auf selektives Wachstum in attraktiven Märkten, eine stringente Portfoliosteuerung des Geschäfts sowie die konsequente Umsetzung des Kosten- und Effizienzprogramms PACE erreicht werden. CEO Christian Hartel sagte dazu: „Mit REFOCUS wollen wir das Potenzial von Wacker voll entfalten, indem wir unser Wachstum gezielt weiter ankurbeln und unsere Profitabilität nachhaltig steigern. Basis hierfür sind die bereits eingeleiteten Struktur- und Effizienzmaßnahmen zur Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit.“

Die Frage nach dem Zeitfenster

Am Markt zeigte man sich angesichts des Kapitalmarkttags dagegen weniger euphorisch. Deutsche-Bank-Analyst Tristan Lamotte sprach davon, dass der Kapitalmarkttag erwartungsgemäß eher evolutionär als revolutionär gewesen sei. Allerdings setzt der Experte auf einen starken Bericht zum dritten Quartal. Dies reichte aber nicht, um für eine Bewegung bei Kursziel und Rating zu sorgen.

Die Einschätzung liegt weiterhin bei „Hold“, während das Kursziel von 92,60 Euro bestätigt wurde. Auch bei Jefferies-Analyst Marcus Dunford-Castro hält sich die Begeisterung in Grenzen. Er stuft die Wacker-Chemie-Aktie weiterhin mit einem „Hold“-Rating und einem Kursziel von 93,00 Euro ein. Während man auch hier über den Erwartungen liegende Q3-Zahlen erwartet, wird bemängelt, dass im Hinblick auf die ambitionierten mittelfristigen Ziele ein konkreter Zeitrahmen fehlen würde.

Aufgrund der Volatilität der Rohstoff- und Energiepreise hatte Wacker Chemie die Umsatzprognose für das laufende Gesamtjahr zuletzt gesenkt, die Aussichten für das EBITDA aber von 550 bis 700 Mio. Euro auf 625 bis 750 Mio. Euro angehoben. Das Umsatzwachstum für das Gesamtjahr soll im mittleren einstelligen Prozentbereich liegen (vorherige Prognose: hoher einstelliger Prozentbereich). Die EBITDA-Marge wurde in einem niedrigen zweistelligen Bereich gesehen.

Das mE-Fazit

Wacker Chemie setzt sich neue mittelfristige Ziele, doch Begeisterung kann der MDAX-Konzern auch angesichts der unsicheren Marktbedingungen nicht auslösen. Im Hinblick auf die Q3-Zahlen scheinen Marktteilnehmer wiederum von einer überzeugenden Performance auszugehen.

Anleger, die gehebelt auf Kurssteigerungen bei der Aktie von Wacker Chemie setzen wollen, können mit einem Mini-Future Long (WKN: MR5KG7 / ISIN: DE000MR5KG74) überproportional von einem Anstieg des Aktienkurses profitieren.

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