In den vergangenen Tagen hatte sich die KI-Rallye zurückgemeldet und den NASDAQ Composite auf neue Rekordhöhen getrieben. Mitverantwortlich dafür waren Meta Platforms (WKN: A1JWVX / ISIN: US30303M1027) und dessen KI-Agent Muse.
Muse rockt den App Store
Muse ist erst seit knapp zwei Wochen verfügbar, trotzdem führt es bereits die App-Store-Charts an. Im Apple Store in den USA lag man zu Beginn dieser Woche vor beliebten Diensten wie OpenAIs ChatGPT, Polymarket und Kashi. Die Muse-App überholte ChatGPT sogar als führende kostenlose iOS-App in den USA. Nach Angaben des Analyseunternehmens Sensor Tower verzeichnete sie in den rund fünf Tagen nach ihrem Start am 8. September 730.000 Downloads.
Muse kommt eine wichtige Aufgabe zu. Auf diese Weise soll verstärkt auch dem Endverbraucher das Thema Künstliche Intelligenz nähergebracht werden. Die Facebook-Muttergesellschaft bewirbt die App unter anderem als Möglichkeit für Verbraucher, leistungsfähige digitale Assistenten zu steuern und ihnen Aufgaben zuzuweisen, die sie im Internet erledigen können – etwa elektronische Formulare auszufüllen oder E-Mail-Postfächer zu organisieren.
„Ich denke, dass die meisten Anwendungen von KI-Agenten bis zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich für normale Menschen gedacht waren. Jetzt gibt es Metas Muse und andere Agenten, die möglicherweise ein größeres Potenzial für eine breitere Akzeptanz entwickeln“, sagte Stacy Rasgon, Analyst bei Bernstein, dem US-Fernsehsender CNBC. Marktteilnehmer sind auch deshalb begeistert und haben zuletzt der Meta-Aktie zu Kurszuwächsen verholfen, weil Muse das Thema KI-Monetarisierung angeht.
Neue Gelddruckmaschine
Meta-Chef Mark Zuckerberg sagte im Rahmen der Meta-Connect-Konferenz am Mittwoch gegenüber den anwesenden Entwicklern: „Wir glauben, dass Muse euch Geld einbringen wird. Und wir unterstreichen das, indem wir Muse für eine sehr große Zahl von Tokens kostenlos anbieten – in der Erwartung, dass wir im Laufe der Zeit Gewinne erzielen, indem wir eine kleine Gebühr auf Transaktionen erheben.“ Analysten an der Wall Street stehen Metas Muse-Agenten daher positiv gegenüber. Deepak Mathivanan, Analyst bei Cantor Fitzgerald, erhöht das Kursziel für Meta Platforms von 680,00 auf 860,00 US-Dollar und behält das „Overweight“-Rating bei.
Während die KI-Fähigkeiten weiter voranschritten, hätten persönliche Agenten das Potenzial, als dritte S-Kurve in der KI hervorzutreten. Der Experte ist der Auffassung, dass Meta gut positioniert sei, ein führender Profiteur dieses Themas zu sein. Das Unternehmen verfüge mit Muse über ein wettbewerbsfähiges Modell, das darauf trainiert sei, bei agentischen Aufgaben zu führen, meint Mathivanan. Er erklärt, dass die Betriebswirtschaftskennzahlen von Muse in den frühen Tagen zwar subventioniert würden, Meta aber mehrere Wege zu einem profitablen Freemium-Modell habe.
KeyBanc-Analyst Justin Patterson hebt das Kursziel für Meta Platforms von 780,00 sogar auf 900,00 US-Dollar an. Auch hier bleibt es bei der „Overweight“-Einschätzung. Die Dynamik von Muse untermauere die Sicht, dass sich die Stimmung rund um Verbraucher-KI zu verbessern anschicke, so der Analyst. Patterson ist der Auffassung, dass Meta nun mehrere Wege habe, das Umsatzwachstum anzutreiben. Der Analyst glaubt, dass die Produktinnovation des Unternehmens ein schnelleres mittelfristiges Umsatz- und Ergebniswachstum antreiben sollte, was eine Multiplikatorausweitung stütze.
Das mE-Fazit
Mit Muse unterstreicht Meta seine Ambitionen, Künstliche Intelligenz stärker im Alltag der Verbraucher zu verankern. Der schnelle Erfolg im App Store zeigt, dass das Interesse an persönlichen KI-Agenten groß ist und sich das Thema zunehmend von reinen Chatbots hin zu digitalen Assistenten entwickelt, die eigenständig Aufgaben übernehmen können. Gleichzeitig eröffnet das agentische Geschäftsmodell Meta neue Möglichkeiten zur Monetarisierung.
Als Alternative zu einem Direktinvestment in Meta Platforms käme auch ein Indexzertifikat auf den Magnificent 7 Index (WKN: DA0AC0 / ISIN: DE000DA0AC05) infrage. Bei den Magnificent 7 handelt es sich um die sieben Technologiewerte Meta Platforms, Alphabet, Microsoft, Amazon, Apple, NVIDIA und Tesla.









