McDonald’s tappt in die KI-Falle

McDonald’s will mit der Strategie „NEXT“ Wachstum und Effizienz steigern. Doch hohe Investitionen belasten zunächst Cashflow und Margen.

(Bildquelle: unsplash / Jurij Kenda)

Die steigenden Ölpreise sorgen für höhere Inflationserwartungen. Fed und EZB haben bereits mit angehobenen Leitzinsen reagiert. Auch für McDonald’s (WKN: 856958 / ISIN: US5801351017) sind die jüngsten Preissteigerungen eine Gelegenheit zu glänzen und sich als Anbieter günstigen Essens zu profilieren.

McDonald’s nimmt operative Marge ins Visier

Dies wird aber nicht einfach sein. Zunächst einmal sind enorme Investitionen in Technik und neue, verbesserte Angebote fällig. Wie genau dies vonstattengehen soll, zeigte die Fast-Food-Kette im Rahmen der Präsentation ihrer neuen Strategie „NEXT“. Letztlich soll diese dafür sorgen, dass McDonald’s für noch mehr Kunden noch häufiger die erste Wahl ist. Im Zuge der neuen Wachstums- und Produktivitätsziele will man unter anderem den Marktanteil in den einzelnen Kategorien steigern, eine höhere Effizienz in den Restaurants erzielen sowie die operative Marge ausweiten.

Das wichtigste Ziel ist auch eine operative Marge im niedrigen bis mittleren 50-Prozent-Bereich bis 2030. Damit liegt das Unternehmen deutlich über der vorherigen Konsensprognose für 2030 von 49,5 Prozent. Es sind ebenfalls höhere Investitionsausgaben geplant, um das Wachstum voranzutreiben. Die höheren Investitionsausgaben sind der Grund dafür, dass sich die Free-Cashflow-Conversion bis 2030 auf einen Wert im mittleren bis hohen 80-Prozent-Bereich verringert – gegenüber dem bisherigen Ziel von niedrigen bis mittleren 90 Prozent, das noch aus dem Jahr 2023 stammt.

Problem Sichtbarkeit

Mit dem Vorhaben, mithilfe höherer Investitionen für mehr Effizienz in den Filialen zu sorgen, erfindet McDonald’s in der Restaurantindustrie das Rad nicht gerade neu. Zudem reagieren Marktteilnehmer in diesen Tagen auf ausufernde Investitionsausgaben und schrumpfende Cashflows teilweise skeptisch, wenn Unternehmen auf diese Weise für mehr Effizienz und Wachstum sorgen wollen, sich die Erfolgsaussichten aber nicht ganz klar herauskristallisieren. BMO-Capital-Analyst Andrew Strelzik sagt daher, dass die Sichtbarkeit auf den Rhythmus der Initiativen und Ausgaben das fehlende Puzzleteil der „NEXT“-Präsentation gewesen sei, sodass das aktualisierte Ergebnis je Aktie für 2027 auf Basis begrenzter Details die beste Schätzung sei.

Als Ergebnis senkt er das Kursziel für McDonald’s von 335,00 auf 310,00 US-Dollar, behält aber zumindest das „Outperform“-Rating bei. BTIG-Analyst Peter Saleh senkt seinerseits das Kursziel für McDonald’s von 350,00 auf 295,00 US-Dollar und bestätigt das „Buy“-Rating. Der mit Spannung erwartete Investorentag des Unternehmens habe sich auf Menü-Innovation, langfristige Umsatzchancen, den „NEXT“-Umbauzyklus, die dahinterstehenden erheblichen Investitionen und KI-getriebene Technologie-Upgrades konzentriert, und der Experte habe den Termin vorsichtig optimistisch verlassen, dass McDonald’s sich mit den Franchisenehmern über die erheblichen Upgrades einigen könne, die für dieses Restaurant der nächsten Generation nötig seien, auch wenn die vorsichtigen Branchenkommentare einen zögerlichen Ton gesetzt hätten, der schwer zu überwinden gewesen sei.

David Palmer, Analyst bei Evercore ISI, senkt ebenfalls das Kursziel für McDonald’s, in diesem Fall von 320,00 auf 300,00 US-Dollar, behält aber das „Outperform“-Rating bei. Angesichts der Mechanik der anstehenden NEXT-Investitionen von McDonald’s kürzt er seine Schätzung für das Ergebnis je Aktie für 2027 bis 2030 um rund 3 Prozent, mit Verweis auf Refranchising, Mietnachlässe und leicht niedrigere Schätzungen für die vergleichbaren Umsätze.

Das mE-Fazit

McDonald’s steht mit der neuen Strategie „NEXT“ vor einem ambitionierten Umbau, der langfristig für mehr Wachstum, Effizienz und eine höhere operative Marge sorgen soll. Gleichzeitig bringen die geplanten Investitionen zunächst höhere Kosten und einen geringeren Free Cashflow mit sich. Die Reaktionen der Analysten zeigen daher ein gemischtes Bild. Die gesenkten Kursziele verdeutlichen, dass der Markt zunächst konkrete Ergebnisse sehen möchte. Entscheidend wird somit sein, ob McDonald’s die hohen Investitionen erfolgreich in steigende Umsätze, eine höhere Effizienz und letztlich die angestrebte operative Marge umwandeln kann.

Anleger, die gehebelt auf Kurssteigerungen bei der Aktie von McDonald’s setzen wollen, können mit einem Mini-Future Long (WKN: MB9SFF / ISIN: DE000MB9SFF3) überproportional von einem Anstieg des Aktienkurses profitieren.

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