Bildquelle: Pressefoto Bayer AG

Die Hauptversammlungssaison läuft auf Hochtouren. Am Freitag steht mit dem Aktionärstreffen beim Chemiekonzern Bayer (WKN: BAY001 / ISIN: DE000BAY0017) ein echtes Highlight auf der Agenda. Nun fordert die Anlegerschutzorganisation DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz) die Verwaltung von Bayer auf, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat zu vertagen.

Der Konzern aus Leverkusen und seine Aktionäre haben massiv mit den Folgen der Übernahme des US-Konzerns Monsanto zu kämpfen. Wir haben an dieser Stelle schon des Öfteren berichtet (Bayer: Warum Glyphosat der Untergang sein könnte). Auslöser der Aktionärssorgen und Kursrückgänge sind Prozesse in den USA. Nachdem einige US-Gerichte an Krebs erkrankten Klägern hohe zweistellige Millionensummen als Schadenersatzzahlungen zuerkannt haben – wenn bisher auch nur erstinstanzlich – kam der Kurs der Bayer-Aktie heftig ins Rutschen.

Diese Entwicklung rief nun auch die Aktionärsschützer der DSW auf den Plan. „Aufgrund der aktuellen Situation ist es den Aktionären nicht möglich, eine abschließende, seriöse Entscheidung über die Entlastung von Vorstand und auch Aufsichtsrat zu treffen. Die Bayer-Führung verweist fortwährend auf die langfristige Sinnhaftigkeit der Monsanto-Übernahme, die Aktionäre dagegen sehen den massiven Verlust in ihren Depots und in der Reputation des Bayer-Konzerns“, sagt DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler.

„Es ist für die Aktionäre schlicht nicht möglich zu bewerten, ob die Übernahme von Monsanto langfristig wertvernichtend oder – wie die Verwaltung unermüdlich betont – wertschaffend wirken wird“, so Tüngler weiter. Er fordert daher eine Vertagung der Entlastungsbeschlüsse.

„Eine Beschlussfassung in der aktuellen Phase würde das Verhältnis zwischen den Organen und den Aktionären langfristig und zusätzlich belasten. Alle Beteiligten wären gut beraten, die Entlastung auf spätere Hauptversammlungen zu vertagen“, unterstreicht der Anlegerschützer und ergänzt: „Selbst eine (knappe) Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat würde automatisch eine Personaldebatte auslösen, die das Unternehmen aktuell nicht führen sollte.“

Tüngler hatte sich bei unserem Gespräch auf der Invest 2019 bereits sehr kritisch zu Bayer geäußert, wie das Video zeigt.

An der Wall Street wird im Zusammenhang mit der Monsanto-Übernahme von „Stupid German Money“ gesprochen, wie Markus Koch im Interview auf der Invest erläuterte.

So oder so dürfte die Hauptversammlung am Freitag spannend werden. Neben dem DSW haben auch andere Organisationen und Anleger Kritik und Gegenanträge vorbereitet. Bayer selbst dürfte sich mit zahlreichen Gutachten dagegen wehren.

Während Optimisten inzwischen die Talsohle bei Bayer erreicht sehen, erwarten Skeptiker weiter sinkende Kurse.

Anleger, die auf einen Aufwärtstrend der Bayer-Aktie setzten und sogar überproportional von steigenden Kursen des DAX-Wertes profitieren möchten, schauen sich am besten entsprechende Hebelprodukte (WKN: HX5AFW / ISIN: DE000HX5AFW5) auf der Long-Seite an. Skeptiker haben ebenfalls mit passenden Short-Produkten (WKN: HX5418 / ISIN: DE000HX54183) die Gelegenheit auf fallende Kurse der Bayer-Aktie zu setzen.

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Bildquelle: Pressefoto Bayer AG

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