Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Nach der starken Woche vor Ostern gönnte sich der Deutsche Aktienindex (ISIN DE0008469008 | WKN 846900) etwas Ruhe. Dabei konnte er dennoch weiter zulegen und stieg um 0,65 Prozent über die nächste relevante 100er-Marke. In der Vorwochenanalyse wurde die Dynamik bereits stark thematisiert und auf das Momentum im DAX verwiesen. Die Serie in Gewinntagen konnte auf 9 erweitert werden – im gesamten Handelsmonat April gab es daher bisher nur 3 Tage mit einem Minus im XETRA-DAX. Damit avanciert der April zum bisher stärksten Börsenmonat seit mehr als einem Jahr und kratzt bereits an der 7 Prozent-Marke. Eine Performance, die ein Aktienindex im statistischen Mittel in einem gesamten Börsenjahr erreicht.

Im Tageschart sieht man diese Aufwärtsbewegung weiterhin deutlich:

 

 

Hierzu hatte ich vor einer Woche diesen Chart eingestellt, der ein mögliches Kursziel auf der Oberseite aufzeigte (Rückblick):

 

 

Für ein entsprechendes Trading-Signal sind wir jedoch schon sehr weit von der Trendlinie entfernt. Von daher ist der Blick auf den Stundenchart zielführender, um entsprechende Marken abzuleiten. Auch hier ist die Tendenz zu steigenden Kursen nicht zu übersehen:

 

 

Im Trading machte es daher in der vergangenen Handelswoche weiterhin mehr Sinn, auf Unterstützungen zu setzen und mit dem Trend entsprechend zu agieren:

 

Erst ein Bruch solcher Linien und Bereiche gibt mir das Signal, auf fallende Notierungen zu spekulieren. Gemeint sind Kurse unter 12.250, welche aus Sicht der Bullen gefährlich werden dürften, da hier einige Stopps im Markt liegen und sich darunter die charttechnisch bisher sehr bullishe Lage eintrübt:

 

 

Dieses erste negative Signal würde ich dann bis zur Unterstützung vom Montag bei knapp unter 12.200 Punkten kurzfristig handeln:

 

 

An dieser Stelle muss man dann widerum das Momentum genau beobachten. Ergeben sich erneut Long-Chancen, weil die Marktteilnehmer sich auf den Obertrend im Tageschart fixiert haben, oder kippt die Stimmung zum Monatsübergang von April auf Mai?

Eine Menge an Unternehmensdaten haben bereits Einblicke in die wirtschaftliche Verfassung gegeben können. Diese waren jedoch mehr als uneinheitlich. So senkte der Mischkonzern 3M seine Prognosen und verordnet sich ein weiteres Sparprogramm. Bei Tesla sah es ebenfalls nicht so gut aus, dagegen profitierte Facebook von weiter wachsenden Werbeumsätzen und dem hohen Kunden-Interesse an Instagram. Die Aktie schickt sich nicht nur an, alle negativen Meldungen vom Jahresstart komplett verarbeitet zu haben, sondern strebt im 5-Jahres-Chart nunmehr wieder zum Allzeithoch:

 

 

Ein gänzlich anderes Chartbild zeigt die Deutsche Bank auf. Nach dem jüngsten Aus der Fusionsgespräche zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank nach rund sechs Wochen kamen noch die Quartalszahlen hinzu. Auf einen Blick (von Handelsblatt entnommen) gab es folgende Eckpunkte:

  • Die Konzernerträge lagen bei 6,35 Milliarden Euro und damit neun Prozent unter dem Vorjahreswert.
  • Der Nettogewinn, der den Aktionären zurechenbar ist, betrug 178 Millionen Euro.
  • Die Investmentbanking-Sparte schrieb rote Zahlen.

Nicht verwunderlich, dass sich die Aktien nun wieder an der Unterseite des Chartbildes orientieren:

 

 

Diese Beispiele sollen zeigen, dass es keinen Gleichlauf in der Unternehmensentwicklung gibt und damit der Aktienmarkt in seinem jüngsten Aufschwung durchaus kritisch hinterfragt werden sollte.

 

Was ist die Blackout Periode oder Handelssperrzeit?

 

Seitens der Wirtschaftsdaten aus dem Kalender ist am Dienstag um 11 Uhr das europäische BIP spannend. Hauptaugenmerk wird jedoch der 1. Mai sein, an dem die US-Notenbank FED zur Zinspolitik Stellung bezieht. Wie üblich wird dies nach 20 Uhr mit anschliessender Pressekonferenz erwartet, jedoch keine Zinsänderung von den Analysten in diesem Monat gesehen.

Am Donnerstag folgt dann die Bank of England um 13 Uhr mit ihrer Zinssatzentscheidung und dem weiteren Vorgehen im Anleihenkaufprogramm. Gerade vor dem Hintergrund des verschobenen Brexit könnten hier noch einmal Überraschungen drohen.

Für den Freitag sollte man sich um 11 Uhr die EU-Verbraucherpreise notieren und dann 14.30 Uhr erneut einen Blick auf den US-Arbeitsmarkt werfen. Mit den durchschnittlichen Stundenlöhnen und den Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stehen zwei wichtige Daten zur Volkswirtschaft an. Vielleicht überraschen diese ebenso positiv, wie das BIP am Freitag aus den USA? Hier gab es einen deutlichen Sprung im ersten Quartal auf 3,2 Prozent, den man sich im Kalender der xStation5 (weitere Infos) ansehen kann:

 

 

Starten Sie mit diesen Infos gut in die letzte Handelswoche April und seien Sie auf Unwetter vorbereitet.

 

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

 

Risikohinweis: Der Handel mit Finanzprodukten ist risikoreich. Sie können Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Diese Analyse ist keine Handelsempfehlung und enthält lediglich unverbindliche Analysen und Prognosen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Marktverhältnissen. Sämtliche in dieser Publikation getroffenen Angaben dienen der Information. Sie dürfen nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden.

 

 

andreasmuellerAndreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf markteinblicke.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Andreas Mueller / Pressefoto Deutsche Börse AG

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