Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

So schnell kann es gehen! Trump schickte die Märke in einen scharfen Rücksetzer (der auch zu einer größeren Korrektur auswachsen kann). Hier zeigte sich die Anfälligkeit, da zuletzt bei niedriger Volatilität die Absicherungen als unnötig erachtet wurden, quasi ein „Goldilocks-Szenario“ (Erstarken der Konjunktur unter Lösung des Handelskonflikts bei Ausbleiben von weiteren Zinserhöhungen und Inflation) eingepreist wurde.

Doch solch eine gelöste, leichtfertige Stimmung bestrafen die Märkte früher oder später fast immer. Nun war es eben Trump, der die Träume zunächst platzen ließ. Mag sein, dass dies nur ein Teil der Verhandlungsstrategie ist, dass diese Pokerpartie gut ausgeht. Dann werden sich die Märkte wohl zügig erholen. Dennoch: Mit der zurückgekehrten Volatilität und der wieder zurückgewonnenen Erkenntnis, dass die Risiken doch größer als gedacht sind, dürften sich die Käufer dann doch eher zurückhalten. Eine große Perspektive sehe ich vorerst auch bei einem Deal USA/China  nicht – zumal zu erwarten ist, dass sich Trump dann der EU bezüglich der Zölle zuwenden wird.

Zudem zeigen auch die neuesten Daten erneut, dass die Konjunktur-Entwicklung am seidenen Faden hängt: Zwar läuft der Dienstleistungs-Sektor durchaus zufriedenstellend (Einkaufsmanager-Index im Euro-Raum 52,8), aber die „Alte Industrie“, also das verarbeitende Gewerbe, hängt völlig durch, zeigt Daten und Stimmungsbilder wie in einer Rezession. Die Einkaufsmanager-Indizes zeigen einen Abwärtstrend und notieren unter 50 (47,9 für den Euro-Raum).

„Aus dem Schneider“ sind die Aktienmärkte also nicht. Vielmehr erwarte ich dass die nächsten Monate „zäh“ verlaufen werden, was auch ins saisonale Muster passen würde.

Bei einer Seitwärts- bis Abwärtstendenz sind DAX-Reverse Bonus-Zertifikate vorteilhaft. Zum Beispiel die WKN DC24YM (Dt. Bank), Kurs um 48 €,  Laufzeit 16.08.2019, Barriere 12.800, Bonuszahlung 70 €. Mit diesem Reverse Bonus-Zertifikat lässt sich in einer Seitwärts- bis Abwärtsbewegung eine maximale Seitwärts-Rendite von über 46 % erzielen. Diese Maximal-Rendite wird erreicht, falls der DAX bis 16.08.2019 niemals bis 12.800 Punkte oder höher steigt. Dann werden 70 € Bonus ausgezahlt. Das Instrument beinhaltet somit auch eine gewisse Absicherungsfunktion (der Maximal-Gewinn ist jedoch begrenzt). Im Chart oben erkennt man den nun starken Widerstand um 12.450 herum, wo das Jahreshoch liegt. Größere Anstiege darüber halte ich im Sommer für unwahrscheinlich.

Wichtig: Bei Erreichen der Barriere (hier 12.800 Punkte) wird das Zertifikat sofort zu einem normalen Reverse Partizipations-Zertifikat, und würde bei 12.800 Punkten um 22 € notieren. Es wird also nicht wertlos, läuft aber dann nur noch ohne Hebelwirkung 1 zu 1 negativ korreliert mit dem Dax mit. Ein Stop sollte also platziert werden. Z.B. um 30/31 €. Eine allgemeine Beruhigung mit abnehmender Volatilität (= fallendendem V-DAX) wäre positiv für den Reverser.

HaackEin Gastkommentar von Hans-Jürgen Haack

Er ist studierter Wirtschaftswissenschaftler und verfügt über 30 Jahre Börsenerfahrung. Er war von 1989 bis inkl. 2010 bei der Firma Bernecker als Derivatespezialist angestellt und dort u.a. für die Derivate-Briefe „AB-Tradings“ und „Die Termin-Börse“ verantwortlich.

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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: Hans-Jürgen Haack / Pressefoto Deutsche Börse AG

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