Bildquelle: Pixabay / Pexels

Die Kinder kümmern sich, wenn man später nicht mehr so kann wie man gerne möchte. Dieser Gedanke klingt gut. Aber ist das tatsächlich realistisch?

Gesellschaftswandel
Gehen wir ein Stück zurück in der Zeit. Hierzulande war es früher nicht unüblich, dass Frauen in der Rolle der sorgenden Hausfrau und Mutter waren, Männer gingen auf Arbeit und brachten als Hauptverdiener das Geld nach Hause. Kinder gingen vormittags in den Kindergarten, später in die Schule und danach in die Lehre oder zum Studium. Die Kinderbetreuung erfolgte durch die Mutter oder Großeltern, sofern diese zur Verfügung standen. Internet, Mobiltelefone, Smartphones, Soziale Medien: das gab es damals nicht. Man hatte, so gesehen, keine dieser Zeitfresser.

Der 3-Generationen-Haushalt: Ehepaare, deren Kind(er) und Enkelkinder wohnen alle unter einem Dach. Und vielleicht noch Hund, Katz und Maus dazu. Als Beispiel der Blick auf eine typisch deutsche Familie in den 70er bis 90er Jahren und die Vorteile einer solchen häuslichen Lebensgemeinschaft:

Aufgabenteilung bei der Erledigung von anfallenden Arbeiten wie Instandhaltung von Haus, Hof und Garten sowie Hauswirtschafter Bereich. Gemeinschaft, Zusammenhalt, Gespräche prägten den Alltag. Bei Krankheit und im Alter kümmerten sich die Jüngeren um die Älteren, eine selbstverständliche Sache. Sicherstellung des persönlichen Wohlergehens des Familienangehörigen sowie Erledigung dessen bürokratischer Angelegenheiten. Sofern möglich: Wegbegleitung bis zum Tod im vertrauten Zuhause, bei den Eigenen.

Stress, Ängste und Sorgen? Das gibt es sicherlich in jeder Generation und in jedem Zeitabschnitt. Aber früher hatten die Leute wohl irgendwie noch Zeit und Lust zum schnaxxeln mit Folgen: es wurden Kinder geboren.

Man könnte es durchaus so sehen, dass die Entscheidung Kinder zu bekommen, hierbei eine erfolgreiche Investition in die eigene Zukunft war.

Deutsche Großfamilien in Deutschland: Wo sind sie hin? Die Geburtenrate hat seit den 90er Jahren abgenommen. Kommen hier die vielfältigen Schutzmaßnahmen gegen Schwangerschaft und Krankheiten zum Tragen, kann sich keiner mehr mehrere Kinder leisten, oder woran mag diese Entwicklung liegen? Frauen, die gebären, sind im Schnitt älter als früher. Eventuell greift hier der Vorsatz: Berufsausbildung machen, Erfahrungen sammeln, Geld verdienen und ausgeben, etwas aufbauen, das Leben genießen, dann vielleicht mal Kinder mit dem passenden Partner. Berufstätige Alleinerziehende oder wenn beide Elternteile arbeiten und keine Großeltern oder Verwandte in der Nähe sind, die das Kind betreuen können, da bleibt dann wohl nur der Weg der „Abgabe“ morgens in einer Tagesstätte und Abholung nach der Arbeit. Das Kind ist versorgt und wird wahrscheinlich dort auch ein stückweit erzogen, durch Fremde.

Es gibt allerdings auch Paare, die wollen prinzipiell überhaupt keine Kinder, aber gerne doch ein Haustier wie einen Hund, denn man lebt schließlich hier im Vergleich zu anderen Teilen der Welt doch gut, modern und in Freiheit. Stichwort: Globalisierung, Vernetzung, Gesundheits- und Sozialnetz, Rentenversicherung, ein breites Waren- und Freizeit bzw. Unterhaltungsangebot. Kinder bedeuten doch auch eine gewisse Einschränkung, Verantwortung und Verpflichtung. Auf der anderen Seite macht sich die Vereinsamung von Menschen breit durch veränderte Strukturen.

Aus monetärer Sicht
Kinder großziehen, das kostet Geld. Bei der Entscheidung, ob Nachwuchs in die Welt gesetzt wird, können so manche Paare vor dem Rechner sitzen und schauen, ob und wieviel Kinder die Haushaltskasse hergibt, mit Einbeziehung von staatlichen Zuwendungen und Förderungen wie z.B. Kindergeld und Zulage bei einem Riestervertrag. Wenn´s ungeplant passiert, dann muss zwangsläufig überlegt werden wie der Alltag künftig zeitlich und finanziell gemeistert werden kann, und zwar so lange bis das Kind volljährig ist und sich selbst versorgen kann. Verpflegung, Kleidung, Unterkunft, Betreuungskosten, Ausbildungskosten, Extras, Freizeit- und Urlaubskosten: diese Kosten kann man im Gegensatz zu einem privaten Sparvertrag nicht einfach mal so einfach eine Weile aussetzen wenn´s grad klamm ist in der Kasse.

Tatsachen und Eventualitäten
Gibt es eine Garantie, dass die Kinder die Eltern später versorgen und sich um deren private Angelegenheiten kümmern? Wie viele Kinder wohnen weit weg oder gar im fernen Ausland? Die können nicht einfach mal schnell vorbei kommen wenn es „brennt“. Was ist zu erwarten, falls Kinder mit ihren Eltern verstritten sind oder einfach keinen Zeit oder Lust haben, die Eltern tatkräftig, nachhaltig und eventuell auch finanziell zu unterstützen? Manchmal werden Kinder auch leider hilfsbedürftig oder sterben auch vor ihren Eltern.

Bei Paaren lässt sich sagen: Einer geht immer zuerst. Der andere muss dann weitermachen. Wer keine Kinder hat, der wird eines Tages eine Entscheidung treffen müssen: Wohngemeinschaft, Seniorenresidenz, den Lebensabend verbringen im In- oder Ausland – oder vielleicht doch lieber eine (ausländische) Pflege/Betreuungskraft ins Haus holen? Ohne Geld lassen sich persönliche Wünsche nicht immer zur Zufriedenheit realisieren. Es kann daher kein Fehler sein, rechtszeitig Geld privat zurückzulegen für das Alter, um seinen Standard zu halten und die eigenen Vorstellungen umsetzen zu können. Und wie heißt es doch auch so schön: „Wer sich auf andere verlässt, der ist verlassen“.

Trend
In Reportagen erfährt man von Paaren und Singles, die auswandern in Länder wie Ungarn oder Thailand. Dort sind die Lebenshaltungskosten geringer und man erhält eine menschliche Betreuung zu günstigeren Preisen, und dies vielleicht sogar unter Palmen.

Fazit
Es gibt solche Familien und solche. Aber alles in allem ist wohl zu bemerken, dass sich Kinder eher weniger um ihre Eltern kümmern.

Melden Sie sich hier für unsere kostenlosen Newsletter an. Sie finden dort unser kostenfreies Newsletter-Angebot u.a. mit “marktEINBLICKE Auf die Schnelle” (Wochentags) und “marktEINBLICKE D-A-CH Rundschau” (Samstags).

Bildquelle: Pixabay / Pexels

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei