Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse AG

Gut Ding will Weile haben. Diese Redensart gilt auch für Finanzprodukte. Grundsätzlich hängt die Haltedauer immer von der jeweiligen Zielsetzung, den Möglichkeiten und Präferenzen des Anlegers ab. Wer das Geld nicht unmittelbar benötigt, dem kann dies natürlich vergleichsweise egal sein. Wer aber mit seiner Anlage eine gewisse Renditeerwartung verknüpft; etwa mit Blick auf die Altersvorsorge und keinesfalls reale Verluste erleiden will, braucht indes tendenziell viel Zeit.

Nach wie vor zahlen viele Anleger hohe Gebühren, ohne eine ansehnliche Rendite erwirtschaftet zu haben, und trennen sich dann frühzeitig von ihrem Produkt. Natürlich muss sich ein Anleger beim Kauf eines Finanzprodukts nicht für immer binden. Gleichwohl ist hektisches Handeln meist unangebracht. Deutschlands Sparer sind in der Vergangenheit meist postzyklisch investiert gewesen; soll heißen, dass sie meist zu spät (zu teuer) gekauft und dann zu spät (zu billig) verkauft haben. Kein Wunder also, dass es mit dem Vermögensaufbau dann schwierig wird.

Mehr als 60 Prozent der Privatanleger in Deutschland geben aktuell an, in Bezug auf Strukturierte Wertpapiere einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont zu haben. 35 Prozent davon halten ihre Zertifikate sogar mehrere Jahre und setzen diese somit zum langfristigen Vermögensaufbau ein.

Das geht aus der aktuellen Online-Umfrage des Deutschen Derivate Verbands hervor. An dieser Trend-Umfrage, die gemeinsam mit sieben großen Finanzportalen durchgeführt wurde, beteiligten sich knapp 2.000 Personen. Bei den Teilnehmern handelt es sich in der Regel um gut informierte Selbstentscheider, die als Anleger ohne Berater investieren. Gut ein Viertel der Befragten gibt immer noch eine Haltedauer von mehreren Monaten bis zu einem Jahr an. Ebenfalls etwas mehr als ein Viertel der Befragten gehört aber eher zu den kurzfristig orientierten Anlegern und gibt einen Anlagehorizont von ein paar Tagen bis zu wenigen Wochen an. Lediglich jeder Zehnte führt seine jeweiligen Kauf- und Verkaufstransaktionen als sogenannte Daytrader innerhalb eines Handelstags durch.

Dieses Umfrageergebnis zeigt einmal mehr, dass sich strukturierte Wertpapiere durchaus für die Langfristanlage eignen, und ein Großteil der Privatanleger in Deutschland diese Option für den nachhaltigen Vermögensaufbau und der eigenen finanziellen Alterssicherung auch nutzt.

Mögen auch die Motive der Anleger unterschiedlich sein, so macht sich Geduld beim Anlegen tendenziell bezahlt.

DDV, Lars BrandauEin Beitrag von Lars Brandau

Er ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) dessen Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war Lars Brandau unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv tätig; zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquelle: DDV / Pressefoto Deutsche Börse AG

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