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Musik ist allgegenwärtig. Egal ob via Radio, im Fernsehen, über die unzähligen Streaming-Dienste oder schlicht selbst gemacht. Musik gehört aber nicht erst seit kurzem in den Alltag. Es ist fester Bestandteil der Kultur der Menschheit und damit ein essentielles Stück Lebensart.

Bei vielen bedeutenden Erfindungen in der Menschheitsgeschichte lässt sich präzise rekonstruieren, aus welchem Jahr oder Zeitalter sie stammen. Doch bei einer unserer wichtigsten Errungenschaften ist dies unmöglich, weil sie schon immer da war: Die Musik. Das Musizieren ist ein natürlicher Trieb, der in unseren Genen steckt. Es komplettiert die menschliche Kommunikation. Musik unterstützt uns seit jeher dabei, das Erlebte auf positive Weise zu verarbeiten. In unserer heutigen Leistungsgesellschaft ist diese Eigenschaft wichtiger denn je für unsere Gesundheit.

Raimund Trenkler, Gründer und Vorstand der renommierten Musikhochschule Kronberg Academy, beschreibt die Risiken des modernen Lebens wie folgt:
„Die Menge an Informationen und Reizen, die täglich über klassische- und digitale Medien auf uns niederprasselt, kann unser Gehirn schlichtweg nicht verarbeiten. Hinzu kommen enorme Erwartungshaltungen, die wir im Beruf und gesellschaftlichen Leben zu erfüllen haben. Wir müssen Regeln befolgen, Rollen spielen und gleichzeitig immer entspannt und ausgeglichen wirken. Das erzeugt gewaltigen Druck, welcher unablässig auf uns einwirkt“.

Musik kann helfen diesen Druck abzubauen. Ähnlich wie der Schlaf, hilft Musik dabei, Erlebnisse zu verarbeiten und somit Stress zu reduzieren. Die Musik kann aber noch etwas besonderes, wie Raimund Trenkler weiß: „Im Gegensatz zum Schlaf können wir Musik jedoch bewusst einsetzen und dosieren. Wir können entscheiden, wann, wie lange und welche Musik wir hören. Beim gesunden ‚Konsum‘ von Musik kommt es, wie bei einer gesunden Ernährung, auf Abwechslung und Vielfalt an. Je vielseitiger die Musik, desto mehr Emotionen und Erlebnisse können verarbeitet werden. Aufgrund ihrer hohen Komplexität eignet sich klassische Musik besonders gut als Dusche für die Seele“.

Die positive Wirkung von Musik ist auch wissenschaftlich nachweisbar, wie der Neurologe und Vorstand des Bundes der deutschen Neurologen Dr. med. Uwe Meier erläutert: „Musik stimuliert in unserem Gehirn u.a. das limbische System, das für die Regulation von Emotionen zuständig ist, sowie auch Regionen für die Steuerung des Vegetativums und der Stressregulation. Dies drückt sich u.a. in einem sinkenden Blutdruck und einer Verlangsamung der Puls- und Atemfrequenz aus und macht sich in einer Aufhellung der Stimmung bemerkbar. Stark vereinfacht könnte man sagen: Musik ist das schönste und günstigste Arzneimittel der Welt.“

Wie wirksam diese Arznei ist, beobachtet Raimund Trenkler regelmäßig persönlich als Leiter der Kronberg Academy. Seit Jahrzehnten reifen junge Musikstudenten unter ihm zu professionellen Musikern heran. Er berichtet: „Viele große Talente wählen die Kronberg Academy als Einstieg in ihre Musiker-Karriere. Die Anforderungen und der Leistungsdruck bei uns sind hoch. Umso schöner finde ich, mit welcher Leichtigkeit sie dem Stress entgegentreten. Sie wirken entspannt, befreit, haben Freude an der Herausforderung und nicht Angst vorm Scheitern. Die Musik hat einen großen Anteil daran.“

Bleibt zum Abschluss die Frage, wie oft und welche klassische Musik man hören sollte. Raimund Trenkler hat hierauf eine einfache Antwort: „Wie bei den Mahlzeiten wäre morgens, mittags und abends perfekt“ und fügt mit einem Augenzwinkern an: „Hören Sie einfach, wonach Ihnen gerade der Sinn steht. Im Gegensatz zur Ernährung kann man nicht viel falsch machen – fettige und kalorienreiche Musik gibt es ja zum Glück nicht“. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Hörgenuss.

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