Bildquelle: Pressefoto Netflix

Der US-Streaming-Dienst Netflix (WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061) geriet nach der Veröffentlichung der Zahlen zum zweiten Quartal 2019 an der Börse unter die Räder. Zweistellige Kursverluste ließen die Marktkapitalisierung innerhalb kürzester Zeit um annähernd 15 Mrd. US-Dollar sinken. Dennoch macht Netflix auch sehr vieles richtig, so dass der Kursrutsch übertrieben gewesen sein könnte.

Wie Netflix am 17. Juli 2019 erklärte, stieg der Umsatz des Konzerns im zweiten Quartal um 26 Prozent auf 4,92 Mrd. US-Dollar. Das operative Ergebnis verbesserte sich sogar um 53 Prozent auf 706 Mio. US-Dollar. Dennoch sank das Nettoergebnis von 384 Mio. US-Dollar bzw. 85 Cents je Aktie im zweiten Quartal 2018 auf nun 271 Mio. US-Dollar bzw. 60 Cents je Aktie. Die Erwartungen der Analysten hatten im Vorfeld laut Refinitiv-Konsens Umsatzerlöse von 4,93 Mrd. US-Dollar und ein EPS von 64 Cents vorgesehen.

Noch mehr als die Finanzkennzahlen enttäuschte Netflix jedoch mit seinen Nutzerzahlen. Insgesamt hatte Netflix im vergangenen Quartal weltweit nur 2,7 Millionen neue Nutzer hinzugewonnen, während zuvor 5,05 Millionen in Aussicht gestellt worden waren. In den USA sanken die Nutzerzahlen sogar um 130.000 Kunden. Die Begründung für diese Entwicklung war aus Marktsicht schnell gefunden: Zahlreiche Beitragserhöhungen in verschiedenen Ländern, darunter der Heimatmarkt USA, hatten im zweiten Quartal geführt, dass Neukunden abgeschreckt wurden.

Dennoch kann Netflix aber nach wie vor seine bestehenden Nutzer überzeugen. Bestes Beispiel hierfür sind die jüngsten Zuschauerrekorde. Am 14. Juni 2019 ging mit der Komödie „Murder Mystery“ eine sehr erfolgreiche Eigenproduktion online, die allein in den ersten drei Tagen von 31 Millionen Haushalten gesehen wurde. Der Film mit den Hollywood-Stars Jennifer Aniston und Adam Sandler feierte damit das bis dahin beste Eröffnungswochenende des Streamingsdienstes.

Noch besser lief es bei der Sciene-Fiction-Serie „Stranger Things“. In den ersten vier Tagen nach dem Erscheinen am 4. Juli 2019 sahen knapp 41 Millionen Haushalte mindestens eine Episode der Serie. 18,2 Millionen Haushalte schauten in diesem Zeitraum sogar die gesamte Staffel, wie Netflix erklärte. Damit wird deutlich: Die Eigenproduktionen von Netflix sind für das Publikum hochattraktiv. Solche Erfolge könnten schnell dazu führen, dass sich auch wieder neue Nutzer vom Angebot von Netflix überzeugen lassen.

Innovationen gibt es bei Netflix darüber hinaus ebenfalls. So soll es künftig auch Tarife geben, die ausschließlich mobile Nutzung erlauben. In Indien will Netflix ab dem Sommer einen Mobile-only-Tarif anbieten und damit die asiatische Konkurrenz attackieren. Details zum neuen Angebot nannte Netflix bislang nicht. Ein Test mit Mobile-only-Tarifen in Malaysia war Ende 2018 erfolgreich zu Ende gegangen.

Dass solche Erfolge wie jüngst die Zuschauerrekorde bei „Murder Mystery“ oder „Stranger Things“ oder neue Angebote wie in Indien zu neuen Abonnentenzahlen führen, liegt künftig in der Hand von Jackie Lee-Joe, dem neuen Chief Marketing Officer von Netflix. Die frühere Managerin der BBC-Tochter BBC Studios wird ab September bei Netflix das Marketing verantworten.

Angesichts dieser Erfolgsmeldungen könnte es zu früh sein, die Netflix-Aktie abzuschreiben. Das Unternehmen, das vor rund zwanzig Jahren mit dem Versand von Leih-DVDs begonnen hat, ist in dieser Zeit sehr weit gekommen und hat inzwischen die gesamte Film- und Fernsehlandschaft umgekrempelt. Die jüngsten Preiserhöhungen dürften nur mehr ein Zwischenschritt zu mehr Profitabilität sein. Deutlich wird dies an der Prognose des Unternehmens für das dritte Quartal. Netflix stellt Zugewinne beim Umsatz auf 5,25 Mrd. US-Dollar bzw. beim Nettoergebnis auf 470 Mio. US-Dollar in Aussicht.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Netflix-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DC0WM5) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,09, die Barriere bei 231,75 US-Dollar. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DS6CJX, aktueller Hebel 3,82, Barriere bei 387,35 US-Dollar) auf fallende Kurse der Netflix-Aktie setzen.

Stand: 25.07.2019/ Ein Gastkommentar von Christian-Hendrik Knappe, db x-markets

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